Ein gemütliches Beisammensein bei Kuchen und Kuchen: Diese Ukrainer genießen den Nachmittag. Foto: Ginter

Viel Neues und viel Herzlichkeit – in der Stadthalle wurden nun die Geflüchteten aus der Ukrainer offiziell willkommen geheißen. Die St. Georgener Vereine boten Mitgliedschaften an.

St. Georgen - Es ist alles andere als leicht, urplötzlich in ein fremdes Land flüchten zu müssen – doch dieses Schicksal teilen derzeit viele Ukrainer. Um ihnen die Eingewöhnung in St. Georgen so einfach wie möglich zu gestalten, hat die Stadtverwaltung nun einen Willkommensnachmittag in der Stadthalle initiiert.

"Sie alle mussten ihre geliebte Heimat verlassen", sagte Bürgermeister Michael Rieger, der herzliche Worte fand: "Wir tun alles, damit Sie sich wohl und aufgehoben fühlen und Wärme bekommen." Es sei eine neue Situation für alle – auch für die St. Georgener. Gefreut habe ihn die große Hilfsbereitschaft der Bürger, "wir als Stadt mussten gar nicht so viel tun", betonte er.

"Ich schenk Dir einen Regenbogen"

Zugegen waren auch einige der Schulleiter aus St. Georgen sowie die Drittklässler der Rupertsbergschule, die die Gäste mit dem Lied "Ich schenk Dir einen Regenbogen" willkommen hießen.

"Wir wollen den Nachmittag nutzen, damit auch Sie sich untereinander kennenlernen können", sagte Antonia Musacchio-Torzilli von der Wirkstatt. Dies sei aber auch die Gelegenheit, den neuen Bewohnern der Stadt wichtige Informationen mit auf den Weg zu geben, etwa Behörden-Formulare oder Bankkonten betreffend. In den Räumen der Wirkstatt und in der Realschule sei gesammelte Kleidung für die Geflüchteten hinterlegt.

Gemeinsames Musizieren geht auch ohne Sprachkenntnisse

Auch verschiedene Vereine wie der Turnverein, die Stadtmusik sowie der FV/DJK waren mit Infoständen zugegen. Letzterer hatte bereits Flyer in ukrainischer Sprache vorbereitet, um fußballbegeisterte Ukrainer für den Sport im Verein zu motivieren. Bei der Stadtmusik war man sich einig, dass gemeinsames Musizieren auch ohne Sprachkenntnisse auskommt.

Bewirtet wurde der Nachmittag von den Landfrauen, die Kaffee servierten und ein breites Aufgebot an Kuchen gebacken hatten. Zu helfen – das liegt den Landfrauen am Herzen, wie Vereinsmitglied Sabine Weisser erklärte. "Wir hätten auch einen Kuchenverkauf machen können, aber dann hätten wir nicht gewusst, wo das Geld hinkommt", sagte sie. Sie selbst hat eine ukrainische Familie in ihrer Ferienwohnung aufgenommen. Die Traurigkeit der Geflüchteten habe sie oft sprachlos gemacht. "Die Männer sind ja meist dort geblieben", erläuterte Weisser. "Die Gespräche gehen einem schon ziemlich nahe."

Die ukrainischen Gäste freuten sich über die vielfältige Zuneigung. "Wir spüren eure Verbundenheit", sagte die Ukrainerin Anna Turkulova, die als Dolmetscherin fungierte. Die St. Georgener bezeichnete sie als Vorbild in Zeiten wie diesen.