Bei der Rottweiler Stadtbau läuft’s. Die Wohnbauprojekte, die angegangen werden mussten, können sich sehen lassen. Weitere folgen – und dennoch gibt es ein Sorgenkind.
Die Modernisierung des Mehrfamilienhauses in der Marxstraße ist abgeschlossen, das Gebäude in der Hochwaldstraße sieht schon fast fertig aus und in der Ruckgaberstraße befindet man sich derzeit in der Planung, wie Stadtbauleiter Erik Fiss jüngst im Gemeinderat vortrug, als es um den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs ging.
Während die Baupreise zwar stabil, jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau seien, bleibe die Fördersituation unübersichtlich. Ein Beispiel: Im Dezember 2025 wurde von der KfW ein Förderprogramm für Neubauten mit Energiestandard EH55 aufgelegt. 800 Millionen Euro sind in dem Topf, der allerdings nur für baureife Projekte beantragt werden kann – sprich, die bereits eine Baugenehmigung erhalten haben. Genau diese Projekte der Stadtbau mussten allerdings auf Eis gelegt werden, als 2022 die Förderung überraschend eingestellt wurde.
Die Marxstraße
Trotz diesem Hin und Her sind die angegangenen Projekte bislang gelungen. Der Komplex Marxstraße 25 bis 29 ist energetisch saniert, die Wohnungen haben nun Balkone mit Blick ins „Schulwäldle“ und werden über Wärmepumpen beheizt, die ihren Strom aus der PV-Anlage beziehen. Die abgerechneten Baukosten liegen bei knapp 1,9 Millionen Euro. Für 2026 rechnet Fiss mit Tilgungszuschüssen in Höhe von 364 000 Euro.
Die Hochwaldstraße
Den optisch wahrscheinlich größten Wandel hat die Stadtbau in der Hochwaldstraße hinbekommen. Die Gebäude 1 bis 3 aus den 60er -Jahren sind nicht wiederzuerkennen. Das Satteldach wich einem Flachdach, auf dem noch eine PV-Anlage installiert wird. Neue Fenster, Türen, Balkone – aus den drei Mehrfamilienhäusern sind moderne und zeitgemäße Bauten geworden.
Dabei sei auch hier nicht alles glatt gelaufen. Bei einem der Hauptgewerke habe die beauftragte Firma Konkurs anmelden müssen – dennoch habe man die energierelevanten Maßnahmen vor dem Wintereinbruch abschließen können, so Fiss.
Der Leiter der Rottweiler Stadtbau ist zuversichtlich, dass man auch hier mit den veranschlagten Baukosten „auf der sicheren Seite“ liege.
Ruckgaberstraße und Birkenweg
In der Planung findet sich das Sanierungsprojekt Ruckgaberstraße 16 bis 22. Die insgesamt 20 Wohnungen gehören zu den ältesten und am wenigsten modernisierten Objekten der Stadtbau. Es herrsche erheblicher Handlungsbedarf, so Fiss. Ende Januar, Anfang Februar sollen Ideen, wie die Grundstücke und Gebäude entwickelt werden könnten, vorgestellt werden. Die Stadtbau besitzt nämlich ein angrenzendes Grundstück, ein weiteres könnte dazu gekauft werden. Gesucht wird daher eine städtebauliche Lösung, bei der neu gebaut und die Bestandsgebäude ersetzt werden können.
Etwas weiter in der Planung ist man im Birkenweg. Hier wurde zum einen mit dem Gebäude 4 der Ersatzbau begonnen. Zusätzlich soll eine bauliche Nachverdichtung stattfinden. Der Kostenansatz in Höhe von 2,8 Millionen Euro steht. Wegen fehlender personeller Ressourcen wurde der Finanzierungsplan um ein Jahr verschoben.
In Sachen Instandhaltung und Modernisierung außerdem im Blick hat die Stadtbau die Gebäude Marxstraße 26, 28 und 31.
Wie geht es auf der Spitalhöhe weiter?
Wie es mit dem Grundstück Basler Straße 12 bis 14 weitergeht, ist indes ungewiss. Eine Bebauung des Baugrundstücks auf der Spitalhöhe sei nicht wirtschaftlich, wie in der Vorlage zu lesen ist. Deshalb war das Bauvorhaben im November 2023 vom Gemeinderat bis auf Weiteres gestoppt worden. Im Juli 2025 hatten sich dann vorteilhafte Fördermöglichkeiten aufgetan, die sich bei genauem hinsehen allerdings als kompliziert erwiesen hatten. Zudem müsse man die Gewerke für die 25 neuen Sozialwohnungen womöglich europaweit ausschreiben, was das ganze nicht einfacher mache, so Fiss.
Also, was tun? Im Raum steht ein Verkauf an einen privaten Investor. Wie Hermann Breucha (Freie Wähler) betonte, sei er schon länger der Meinung, das Wohnbauprojekt in der Basler Straße nicht zu realisieren und dafür schneller sozialen Wohnungsbau auf dem Hegneberg zu schaffen. Und das im Hinblick auf künftige Mitarbeiter der neuen JVA, wie Monika Hugger (CDU) ergänzte. Auch sie habe sich gedanklich von der Basler Straße verabschiedet.
So weit war Oberbürgermeister Christian Ruf noch nicht. „Das eine tun, das andere nicht lassen“, meint er in Richtung Breucha. Wie es letztlich mit günstigem Wohnraum in der Basler Straße, geschaffen von der Stadtbau weitergeht, darüber wird der Gemeinderat noch entscheiden müssen.