Auf der Streuobstwiese in Unterkirnach wurde im Rahmen eines sozialen Tags geerntet. Die Ausbeute wird zu Bad Dürrheimer „Streuobstschätzle“ verarbeitet. Der Erlös kommt dem Gemeindehilfeverein Unterkirnach zugute.
In Unterkirnach gibt es eine Streuobstwiese, deren Lage nicht besser sein könnte – die Höhenlage bei 840 Metern, ein langer, warmer Sommer und eine Vielfalt an alten Apfelsorten, vor Jahren vom Baumsachverständigen Hans Letulé ausgesucht und auf der Streuobstwiese in Unterkirnach angepflanzt.
Jetzt herrschte reger Betrieb auf den Streuobstwiesen, denn knapp 60 Mitarbeiter der Baugenossenschaft Familienheim und der Stiftung Liebenau Teilhabe rückten an, unterstützt vom Bauhof der Gemeinde Unterkirnach, die auch 100 Bäume mit alten Apfelsorten zum Ernten zur Verfügung gestellt hatte.
Berthold Frisch aus Unterkirnach hatte eine lange Liste, auf der die Apfelsorten aufgeführt waren, dabei.
Sozialer Tag für einen guten Zweck
Es war der soziale Tag der Baugenossenschaft Familienheim und der Stiftung Liebenau Teilhabe: „Wir machen das schon im fünften Jahr und immer für einen guten Zweck, erklärte Sebastian Merkle, Geschäftsführer der Baugenossenschaft, der aktiv bei der Ernte mithalf, im Gespräch mit unserer Redaktion.
Außer einer Kaffeepause arbeiteten die vielen Helfer durch bis zur Mittagspause, die sie sich redlich verdient hatten.
Immer wieder rollte der Schmalspurwagen mit Anhänger vom Bauhof, gefahren von Robin Ketterer und Celine Zantona, zum Parkplatz vor dem Friedhof an, der Anhänger war gefüllt mit Säcken von Äpfeln. Um 12 Uhr fuhr das Wägelchen zum letzten Mal auf den Parkplatz, die Äpfel wurden auf zwei große Anhänger umgeladen. Sebastian Merkle, sowie der inzwischen vom Landschaftserhaltungsverband Schwarzwald-Baar-Kreis eingetroffene Forstingenieur Stefan Walther, staunten über die riesige Ernte von Äpfeln, die alle bestens aussahen.
Apfelsaftschorle aus der Region
Nach der ersten groben Schätzung meinten Merkle und Melanie Pees, Sozialmanagerin der Baugenossenschaft: „Das sind mehr als zwei Tonnen“. Auch Michael Neuenhagen, Marketingleiter der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen GmbH, hatte es sich nicht nehmen lassen, um 12 Uhr dazu zu kommen, Bürgermeister Andreas Braun war schon einige Zeit da – und alle waren begeistert von der tollen Ernte, die nicht selbstverständlich sei, wie Walther und Merkle betonten.
Michael Neuenhagen rechnete mal kurz im Kopf, wie viel Liter „Streuobstschätzle“ – die nachhaltige Bad Dürrheimer Apfelsaftschorle aus der Region zum Erhalt der Streuobstwiesen – diese tolle Ernte ergeben würden und kam auf 1200 Liter, was 5000 Flaschen entspricht. Das hörte sich sehr gut an und auch Merkle strahlte, denn aus dem sozialen Tag würden sie auch eine ordentliche Spende vom Dürrheimer Mineralbrunnen erhalten, und diese Spende würde an den Gemeindehilfeverein Unterkirnach gehen.
Besonders viele alte Apfelsorten
Das tolle an dieser Ernte sei, dass auf der Unterkirnacher Streuobstwiese so viele alte Apfelsorten angeboten wurden, waren sich alle einig. Eine kleine Auswahl der alten Apfelsorte las sich schon vielversprechend: „Maunzenapfel“, „Kardinal Bea Apfel“, „Blumberger Langstiel“, „Schöner von Herrnhut“, oder „Welschlaner“. Die Äpfel werden in Donaueschingen gepresst und dann in Bad Dürrheim zusammen mit Mineralwasser in Flaschen gefüllt. „Diese Streuobstschätzle werden schnell verkauft sein“, waren sich die Verantwortlichen sicher. Merkle sagte, dass er für die Baugenossenschaft Familienheim schnell einkaufen und die Schätzle bunkern würde.