Über die Chancen und Risiken der Sozialen Medien referierte Vincent Schlaich in Dormettingen. Er erzählte im Interview, was im World Wide Web zu beachten ist.
Vincent Schlaich ist Social-Media-Beauftragter der Gemeinde Dormettingen. Zu seinen Aufgaben gehört, die Bevölkerung über aktuelle Entwicklungen im Ort zu informieren. Dazu gehören Neuigkeiten aus den Vereinen, Hinweise auf Veranstaltungen, Informationen aus dem Rathaus sowie Themen der Kommunalpolitik. Insbesondere die Instagram-Seite @gemeindedormettingen wird von ihm regelmäßig mit Bildern und Eindrücken aus seiner Heimatgemeinde gepflegt.
Im Sozialen Nachbarschaftlichen Netzwerk „SonNe“ referierte der Internet-affine 20-Jährige zum Thema „Fluch und Segen von Social Media“. Unserer Zeitung verrät er seine bisherigen Erkenntnisse.
Was macht die Online-Welt für Sie persönlich so faszinierend?
Mein persönliches Interesse an Social Media entsteht vor allem durch die Kreativität bei der Gestaltung von Inhalten, die große Vielfalt an Themen und die enorme Reichweite, mit der sich Informationen schnell und wirkungsvoll verbreiten lassen.
Inwiefern unterscheidet sich der Zugang älterer Menschen zu den sozialen Plattformen im Vergleich zu jüngeren Generationen?
Ältere und jüngere Menschen unterscheiden sich vor allem in Motivation, Nutzung und Sicherheit beim Zugang zu sozialen Plattformen. Jüngere Menschen nutzen soziale Medien meist intuitiv, häufig und vielfältig. Sie probieren schneller Neues aus, sind aber oft sorgloser mit Daten. Ältere Menschen sind meist zurückhaltender, nutzen Plattformen gezielter, zum Beispiel für Kontakt zur Familie oder um Informationen zu bekommen, und legen mehr Wert auf Übersichtlichkeit und Datenschutz. Technische Hürden oder Unsicherheit können den Einstieg für ältere Menschen erschweren.
Worin bestehen die Gefahren der Sozialen Medien?
Die größten Gefahren sozialer Medien, besonders für ältere Menschen, sind Desinformation, wie zum Beispiel Fake News, Betrug und Datenschutzprobleme. Dazu kommt auch Überforderung durch Technik und eine geringere Fähigkeit, Fake News zu erkennen. Aber auch für Kinder und Jugendliche bestehen Gefahren wie Cybermobbing, Sucht, ungeeignete Inhalte und negativer Einfluss auf Selbstwert und Entwicklung.
Wie schützt man sich am besten vor diesen Gefahren?
Man kann sich vor den Gefahren von Social Media schützen, indem man bewusster damit umgeht. Es hilft, nicht alles sofort zu glauben, was man sieht oder liest, und Inhalte aus verschiedenen Quellen zu vergleichen. Außerdem ist es wichtig, Pausen einzulegen und nicht ständig online zu sein. Persönliche Informationen sollte man nur sparsam teilen und die Privatsphäre-Einstellungen regelmäßig überprüfen. Wenn sich etwas manipulativ, extrem oder „zu perfekt“ anfühlt, ist es oft gut, kurz innezuhalten und kritisch nachzudenken.
Welche Plattform können Sie besonders empfehlen und warum?
Wenn ich mir eine Plattform aussuchen könnte, die ich persönlich empfehle, wäre es Instagram, weil es von sehr vielen Menschen genutzt wird und dadurch ein breiter Austausch möglich ist. Man kann sich schnell informieren, mit anderen vernetzen und Inhalte zu nahezu allen Themen finden. Zudem ist die Plattform relativ übersichtlich und vielseitig einsetzbar.
Welchen Stellenwert haben die Sozialen Netzwerke künftig in unserer Gesellschaft?
Soziale Netzwerke werden noch wichtiger für unseren Alltag. Sie beeinflussen, wie wir uns informieren, miteinander kommunizieren und Meinungen bilden. Gleichzeitig sieht man immer stärker auch die Schattenseiten, wie Fake News oder Stress durch ständige Erreichbarkeit. In Zukunft wird entscheidend sein, wie verantwortungsvoll wir und die Plattformen damit umgehen.
Wie verändert die zurzeit allseits präsente Künstliche Intelligenz (KI) die Sozialen Netzwerke?
KI mischt die Sozialen Netzwerke gerade ordentlich auf. Sie beeinflusst, was wir in unserem Feed sehen – und was fast unsichtbar bleibt. Immer mehr Posts, Bilder und Videos entstehen nicht mehr direkt durch Menschen, sondern mithilfe von KI. Dadurch wird es manchmal schwer zu erkennen, was echt ist und was nicht. Das kann unterhaltsam sein, fühlt sich aber auch schnell manipulativ an.