Die GWW ist der einzige Anbieter für Werkstätten für Menschen mit Behinderung im Kreis Calw. Foto: Felix Biermayer

Im Landkreis gibt es mehrere Anlaufstellen. Ein Überblick über die Angebote der sogenannten Eingliederungshilfe.

Menschen mit Behinderung finden im Landkreis Calw viele Angebote, die ihnen helfen sollen. Durch das Bundesteilhabegesetz und das Sozialgesetzbuch soll ihnen ein gleichberechtigtes Leben in der Gesellschaft ermöglicht werden. Besonders geht es dabei um Arbeit, Bildung und soziale Teilhabe. Ina Müller, Abteilungsleiterin für Soziale Hilfen im Landratsamt, stellte die Angebote im Bildungs- und Sozialausschuss vor.

 

Der Landkreis arbeitet hier mit Trägern zusammen. Diese decken die Bereiche der seelischen Behinderungen, der körperlichen und geistigen Behinderungen sowie Kinder mit Behinderungen ab. Zu den seelischen Behinderungen zählen Süchte, Depressionen oder Psychosen. Zu den Trägern gehören der Verein für soziale Integration und seelische Gesundheit, die Bruderhausdiakonie, die GWW, das Liebenzeller Diakoniewerk, das Haus Schönblick, die Miksch & Partner GmbH, die Johannes-Diakonie Mosbach, die Burghalde Unterlengenhardt, die Lebenshilfe oberes Nagoldtal und das Sprachheilzentrum Kinderdorf Calw. Dazu kommen Inklusionsangebote in Kindergärten, Schulen und die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Eine Übersichtskarte gibt es auf der Homepage der Sozialen Hilfen des Landratsamtes Calw. Die meisten Angebote befinden sich im Nagoldtal.

4,2 Leistungsberechtigte pro 1000 Einwohner

Insgesamt sei die Lage im Landkreis gut, so Müller. 4,2 Leistungsberechtigte pro 1000 Einwohner gebe es. „Damit liegen wir unter dem Landesdurchschnitt“, sagte sie. Der liegt bei 4,7. Insgesamt gebe es genug Plätze über die einzelnen Angebotsformen. Die erstreckten sich über Werkstätten, Förderangebote, besondere Wohnformen, Schul- und Kitabegleitungen, Internate oder Assistenzleistungen in der eigenen Wohnung.

Im eigenen Landkreis verhandele das Landratsamt die Preise direkt mit den Trägern. Müssten Menschen mit Behinderung aus dem Kreis Calw Angebote in anderen Landkreisen in Anspruch nehmen, gelten die dortigen Preise. Die seien oft höher, bemängelte Müller. Der erste Landesbeamte Frank Wiehe regte an, dass das Land einheitliche Preise verhandeln solle.

Neues Angebot soll in Hirsau entstehen

Bei den Werkstätten gebe es mit der GWW im Landkreis Calw nur einen Anbieter, so Müller. Zudem fehlen laut Sitzungsvorlage Angebote für Personen mit „massiven psychischen Einschränkungen“. Die könnten nicht in klassischen Wohnformen betreut werden. In vielen Fällen komme es zu persönlichen Krisen, die eine Einweisung dieser Menschen in die Psychiatrie zur Folge hätte. Danach gehe es für sie in eine Klinik. Dann folge oft die erneute Einweisung. Die Vorlage spricht von einem „Drehtüreffekt“, welcher das Gesundheitssystem und die kommunale Verwaltung belaste. Diesen Kreislauf will das Landratsamt nun durchbrechen. Dafür werde ein neues Angebot mit der Bruderhaus Diakonie und dem Zentrum für Psychiatrie in Calw erarbeitet, welches in Hirsau angesiedelt werden soll.