Das Festivalgelände wurde am Freitag mit Verspätung geöffnet, da der Veranstalter die Flächen vor der Bühne noch mit Kies und Stroh präparieren musste. Foto: Patrick Nädele

Achtung, Matsch: Rund 65 000 Festivalfans trotzen in Neuhausen ob Eck dem Dauerregen. Auf sie warten noch Acts wie Ed Sheeran, Avril Lavigne und Sido.

Gummistiefel, Regenponcho, die obligatorischen Dosen-Ravioli und gedrückte Daumen – so ausgerüstet, stürmten mehr als 60 000 Besucher am Donnerstag und Freitag das 170 Fußballfelder große Festival-Gelände in Neuhausen ob Eck (Kreis Tuttlingen). Das Southside-Festival gehört zu den größten Veranstaltungen für Rock, Independent und Alternative in Deutschland.

 
Am Donnerstagabend herrschten noch beste äußere Bedingungen. Foto: dpa/Silas Stein

Nach der Hitze der vergangenen Jahre haben sich manche sicherlich schon auf die diesjährige Neuheit, den „Southside Pool“ auf der Landebahn gefreut. Die Euphorie verebbte aber gewiss schnell, denn das Festival wird in diesem Jahr eine eher matschige Angelegenheit. Jede Menge Regen ist vorausgesagt. Kein Problem für hartgesottene Festivalgänger, solange Regen und Gewitter nicht Ausmaße wie 2016 annehmen, als das Festival abgebrochen werden musste.

Schlechtes Wetter? Die Southside-Besucher machen das Beste daraus. Foto: dpa/Silas Stein

Trübe Gedanken ließen sich bereits beim „Aufwärmprogramm“ am Donnerstagabend gut vertreiben. Acts wie Maeckes und Querbeat stimmten auf die kommenden Tage ein und animierten dazu, sich an den ersten Tanzmoves zu versuchen.

Am Freitag wurde es aber deutlich ungemütlicher. Der Untergrund war durch den Dauerregen schnell aufgeweicht, mancher spät Anreisende kam nur dank kräftiger Anschieber vom Fleck, und wer sich optimistisch für weiße Turnschuhe entschieden hatte, der dürfte das spätestens dann bereut haben. Der Regen und der matschige Untergrund schreckten die meisten Feierwütigen aber keineswegs, auch wenn mancher schon etwas ermattet vom Vorabendprogramm wirkte.

Mehr oder weniger gut gegen Wasser von oben und Schlamm von unten geschützt, wurde getanzt, gesprungen und lauthals mitgesungen.

Alice Merton in Aktion Foto: Patrick Nädele

Kein Wunder, in Sachen Line-up startete der Freitag bereits stark mit Punkrock-Größen wie Sum 41 und The Offspring und Pop von Alice Merton und den Giant Rooks unter anderem. Für Fans der härteren Töne hatten sich außerdem Bring Me The Horizon angekündigt – und zum Abschluss, für eine Late-Night-Hip-Hop-Abriss-Party, Deichkind.

Auch in diesem Jahr ein beliebtes Fotomotiv Foto: Patrick Nädele

Das dürfte die Feiernden bereits einiges an Energie gekostet haben. Ein paar Reserven wären jedoch ratsam. Schließlich geht es an diesem Samstag bereits weiter mit Partymaschine Ski Aggu, Fanliebling Ayliva und den Indie-Rockern The Kooks. Und während Marterias Alter Ego Marsimoto die rote Bühne in grünes Licht taucht, wird ein Großteil der Festivalbesucher wohl zum Headliner Ed Sheeran pilgern, ehe Rapper Kontra K noch einmal alles aus den Feiernden rausholen dürfte.

Bei schönem Wetter kann jeder feiern – die Southside-Fans können es auch bei Regen. Foto: Patrick Nädele

Hip-Hop-Fans kommen auch am Sonntag auf ihre Kosten, müssen sich allerdings aufgrund einer zeitlichen Überschneidung zwischen Rap-Legende Sido und der provokanten Kombo K.I.Z entscheiden. Für eine Zeitreise in die Kindheit oder Jugend sorgt derweil Avril Lavigne am frühen Abend. Komplettiert wird das Sonntags-Programm durch Acts wie Simple Plan, Paula Hartmann, Tom Odell, Leoniden und The Hives.