Mut und Entscheidungswille forderte Bürgermeister Michael Schmitt beim Neujahrsempfang in Brigachtal ein.
Der Neujahrsempfang in der Schlossberghalle war geprägt von einem runden Programm, beginnend mit der Ansprache von Brigachtals Bürgermeister Michael Schmitt, Ehrungen verdienter Bürger, einem ebenso humorvollen wie ernsten Vortrag von Moderator und Comedian Felix Gaudo sowie einer emotionalen Verabschiedung von Dirigent Volker Rückert.
Lang las sich die Liste der Gäste, die der Bürgermeister begrüßte, unter ihnen die Landtagsabgeordnete Martina Braun von den Grünen, Landrat Sven Hinterseh und Wolf-Rüdiger Michel, Vorsitzender des Regionalverbands Schwarzwald-Baar-Heuberg.
Eine besondere Begrüßung galt Ehrenbürger Max Hirt, der im kommenden Jahr seinen 90. Geburtstag feiert, sowie den Kollegen Jonathan Berggötz aus Bad Dürrheim, Ralf Pahlow aus Tuningen, Rudolf Fluck aus Mönchweiler, Andreas Braun aus Unterkirnach und den Ortsvorstehen aus den Umlandgemeinden. Auch der neue Vikar Januz Liszka von der katholischen Kirchengemeinde im Quellenland und viele weitere Gäste, dazu auch die Gemeinderäte aus Brigachtal, waren gekommen, also: Die Froschberghalle war voll besetzt.
„Es vergeht kein Tag, an dem nicht teils unglaubliche Nachrichten uns ereilen“, eröffnete Schmitt seine Ansprache. Die Zeit sei so schnelllebig geworden, dass man fast nie an ein Ziel komme, ohne dass man sich wieder neuen Anforderungen zu stellen habe, so Schmitt. Kaum habe das Jahr begonnen, werde man schon wieder mit unangenehmen Situationen in Venezuela, Grönland und Iran konfrontiert, fuhr er fort.
Förderung reicht nicht aus
Schmitt spann den Bogen zu Felix Gaudo, von dem er hilfreiche Hinweise und Ratschläge, wie mit unangenehmen Situationen umzugehen sei, erhoffe.
Er zählte auf, was sich in Brigachtal getan habe, ob es die Ortskernsanierung in Überauchen oder der Neubau einer Flüchtlingsunterkunft sei, wobei die zusätzliche finanzielle Förderung des Bundes und des Landes nicht annähernd ausreiche, so Schmitt.
Musiker haben gewaltigen Schritt nach vorne getan
„Wir brauchen alle Kräfte, viel Mut und auch Entscheidungswille, um auch in den schlechteren Zeiten unsere Linie zu halten“, betonte er.
Man sagt: „Am Schluss da kommen die Schönsten“, das musste man am Freitag Abend getrost umwandeln in: „Am Schluss wird es am Emotionalsten“. Volker Rückert, der 14 Jahre den Musikverein als Dirigent leitete, gab seinen Abschied mit einem gelungenen Konzert und Umrahmung des Neujahrsempfangs. Noch einmal bewies er die Qualität der Musiker, die unter seiner Leitung einen gewaltigen Schritt nach vorne getan haben.
Immer war er präsent, sei es am Dorffest, bei Konzerten im Zirkuszelt oder dem Jahreskonzert in der Allerheiligenkirche, Jeder Herausforderung hatte er sich gestellt, Wertungsspiele und Auftritte im Ausland mit Bravour gemeistert. „Du warst eine Bereicherung für das kulturelle Leben in unserer Gemeinde, dein Verhältnis zu den Musikerinnen und Musikern war von Vertrauen, Respekt und herzlicher Zusammenarbeit geprägt, ihr wart ein tolles Team“, dankte Schmitt dem scheidenden Dirigent.
Wechsel zur Stadtharmonie
Ein letztes Mal hob Volker Rückert den Taktstock, das Orchester spielte „I did it my way“, „Afrika“ von Toto, „Thank you for the music“ von Abba, und weitere Stücke, die Besucher dankten ihm mit anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen.
„Ich danke euch für eure jahrelange Treue, ich bin immer sehr gerne zu euch gekommen und werde euch immer mal wieder besuchen und dabei als Musiker bei euch mitspielen“, dankte Rückert, der bei der Stadtharmonie Villingen die Position des musikalischen Leiters übernimmt.