Trinkwasser ist in Zeiten immer längerer Trockenheitsphasen mehr denn je ein kostbares Gut. In Oberndorf werden manche Brunnen damit gespeist – zum Ärger einzelner Bürger.
„In Zeiten von Wasserknappheit ist das ein Unding“, findet ein Oberndorfer und meinte damit, dass manche Brunnen in der Stadt mit Trinkwasser gespeist werden. Aber wie viele eigentlich? Und was kostet das die Stadt?
Von Bürgermeister Matthias Winter erfahren wir, dass es – über das Stadtgebiet verteilt – 42 Zierbrunnen gibt. 29 davon werden laut Winter dabei aus natürlichem Quellwasservorkommen gespeist, 13 aus dem Trinkwassernetz. Was jedoch nicht heißt, dass man deren Wasser bedenkenlos trinken könnte.
Qualität kann nicht kontrolliert werden
„Die Trinkwasserqualität kann bei diesen Brunnen am Auslass dauerhaft jedoch nicht gewährleistet werden, da auch Witterungseinflüsse und andere äußere Faktoren eine Rolle spielen, auf die wir keinen Einfluss haben. Als Vorsichtsmaßnahme weisen wir deshalb bei allen Brunnen mit einem Schild ‚Kein Trinkwasser‘ darauf hin“, erklärt der Bürgermeister. Eine Möglichkeit, sich im Hitzesommer mit Trinkwasser versorgen zu können – eine Daseinsvorsorge-Aufgabe nach der EU-Trinkwasser-Richtlinie – sind die Brunnen also nicht.
5700 Kubikmeter Trinkwasser
Für den Betrieb der Brunnen werden jährlich rund 5700 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht, erfahren wir auf Nachfrage. Quellwassermengen werden nicht erfasst. Die mit Quellwasser gespeisten Brunnen reagierten auf Trockenzeiten mit weniger Durchfluss, erklärt der Bürgermeister auf unsere Frage nach der Wasserverfügbarkeit. „Die Brunnen mit Trinkwasserspeisung sind in der Durchflussmenge konstant.“
Der Betrieb der Brunnen einschließlich Unterhaltung, Reinigung, Wartung und Abschreibungen kostet die Stadt Oberndorf etwa 68 000 Euro im Jahr.
Über Notwendigkeit lässt sich streiten
Könnte man dieses Geld (und Wasser) nicht sparen und die Brunnen abstellen? Dazu meint Matthias Winter, einige wenige der Quellwasserbrunnen würden von die Feuerwehr im Brandfall genutzt, andere seien „besonders stadtbildprägend oder erfreuen Kinder auf Spielplätzen“. Über die Notwendigkeit lasse sich demnach streiten.
Stadtbildprägend soll auch das im Zuge der Talplatzsanierung geplante neue Wasserspiel werden, dessen Notwendigkeit im Gemeinderat hinsichtlich einmaligen Kosten von mehr als 530 000 Euro zuzüglich Betriebskosten ebenfalls heiß diskutiert wurde.
Sorge vor einem Trinkwasserengpass muss man jedenfalls nicht haben, wie die Stadt Oberndorf schon vor einigen Jahren versicherte. Der Eigenbetrieb Wasserversorgung, der unter anderem die Kernstadt versorgt, habe ausreichende Kapazitäten. Dafür stünden mehrere Quellen zur Verfügung.
Andere Teile des Stadtgebiets – die westlichen Höhenstadtteile Beffendorf und Hochmössingen – werden durch den Zweckverband Heimbach-Wasserversorgungsgruppe oder den Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Kleiner Heuberg, von dem Aistaig, wo auch das Wasserwerk ist, und die östlichen Höhenstadtteile Boll und Bochingen versorgt werden.