Mitbürgerinnen und Mitbürger der Kornbühlgemeinde in Sorge. Salmendingens Ortsvorsteher Heimann beruhigt: „Es wird dieses Jahr anders.“
Die Salmendinger Kornbühlhalle ist schon mehrere Monate wegen Sanierungsarbeiten für Vereine und jegliche öffentliche Veranstaltungen gesperrt. Folglich können auch die beiden traditionsreichen Bälle am kommenden Fasnetssonntag und Rosenmontag dort nicht stattfinden. Alles abgesagt? Nein, in Salmendingen weiß man sich zu helfen. Der Elferrat hat sich ein Konzept ausgedacht. Und das findet Ortsvorsteher Marcel Heimann mehr als gelungen. Anstelle des Maskenballs in der Halle veranstaltet man am Fasnetssonntag, 15. Februar, einen „Kappenabend“. Das Rathaus mit seinen darin untergebrachten Vereinsräumen und das Feuerwehrhaus sind dafür geöffnet. Natürlich wird bewirtet und es fehlt nicht an Musik. Auch eine Theatervorstellung des Elferrates ist vorgesehen. Die will man live per Bildschirm in alle Räume übertragen. Alle närrisch Gestimmten sind eingeladen, mit ausgefallenen Kopfbedeckungen zu erscheinen. Somit eine Herausforderung für kreative Bastler.
Kuddelessen im Feuerwehrhaus
Der Fasnetsmontag, 16. Februar, startet in der Kornbühlgemeinde wie immer mit dem Kuddelessen im Feuerwehrhaus. Mittags folgt der Umzug. Während sich bisher die mitparadierenden Maskengruppen am Sonntag schon auf der Hallenbühne vorstellen, werden sie nun erst am Montag im Tross zu sehen sein.
Ebenfalls wieder zu erwarten sind aufwendig gebaute Wagen, auf denen die Akteure das ortspolitische Geschehen auf die Schippe nehmen. Der Umzug stoppt in diesem Jahr gegenüber dem Feuerwehrhaus. Dort folgt die Auszeichnung des schönsten Wagens und der besten Gruppe. Anschließend ist Straßentreiben angesagt.
Fasnetsmarkt in der Dorfmitte
Wie am Abend zuvor stehen im Rathaus und im Feuerwehrhaus die Türen offen. Ausklang ist am Dienstag mit dem althergebrachten Fasnetsmarkt unter freiem Himmel in der Dorfmitte. „Viele Leute machen sich Sorgen, was aus der Fasnet wird, wenn wir keine Halle haben. Aber ich bin überzeugt, es wird eine ganz große Sache, weil sich alle ins Zeug legen und eben weil es etwas anders abläuft als sonst“, gibt sich Ortsvorsteher Marcel Heimann überzeugt.
Was ist mit anderen Veranstaltungen, mit Feiern oder Übungsabenden, die während des Jahres ihren Platz in der Kornbühlhalle haben? „Da haben wir ebenfalls Lösungen gefunden“, so Heimann. Jugendmusikschulunterricht und Yoga-Kurs beispielsweise finden im Sitzungssaal des Rathauses statt.
Der Musikverein trifft sich im Proberaum der Musikerkameraden im benachbarten Melchingen und für die Kirbe und das Jahreskonzert der Kornbühlmusikanten gewährte Ringingen im vergangenen Herbst in seiner Festhalle Unterschlupf. „Das klappt alles ganz hervorragend und reibungslos, weil unsere Vereine zusammenrücken, aber auch dank der Nachbarorte. Ein ganz riesiges Lob und großer Dank an Ringingen und Melchingen“, so nochmals Heimann.
Fertiggestellt sein soll die Hallensanierung Ende des Jahres 2026 – so hieß es zunächst. Ob es mit dem Termin klappt, bleibt abzuwarten. Andererseits liegt man im Zeitplan. Der Baustart erfolgte im Sommer 2025. Seither ist die Halle für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Die Dacherneuerung ist weitgehend erledigt, nun folgt die Renovierung der Fassade mit den Fenstern und der Dämmung der Wände.
Die Planung für Heizung und Elektroinstallation läuft. Notwendige Abbrucharbeiten im Innenbereich könnten im Frühjahr beginnen, Heimann hofft bei dieser „vollständigen Entkernung“ zur Kostenersparnis auf das ehrenamtliche Engagement fleißiger Mitbürger.
Unterstützung vom Land
Die Sanierung ist mit 2,5 Millionen Euro veranschlagt. Unterstützung von 607.000 Euro erhält die Stadt aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR).
Der Salmendinger Elferrat
Der Salmendinger Elferrat ist eine freie Gruppe, kein eingetragener Verein. Ebenso besitzt man keine angegliederte Maskengruppe schwäbisch-alemannischer Prägung. Das halten die einen für ein Manko, andere sagen jedoch, eben deshalb sei das Salmendinger Narrentreiben, das sich um den Rosenmontag herum konzentriert, noch von ursprünglichem Charakter geprägt. Dorffasnet im besten Sinne. Was man in Salmendingen ebenfalls noch bewundern kann, sind, die ansonsten selten gewordenen Wagenumzüge, die früher am Rosenmontag durch zahlreiche Ortschaften rollten. (Wobei Melchingen hier am Nachmittag des Rosenmontags an Prunk, Pracht und Spott für die Obrigkeit nicht nachsteht. Beide sind sehenswert.)