Extreme Wetterlagen beschäftigen die Gemeinderäte in Dietingen. Seit einigen Jahren sind Maßnahmen geplant, aber bisher hat sich kaum etwas getan.
Seit der Flussgebietsuntersuchung im Jahr 2016 ist viel Wasser die Schlichem hinuntergelaufen. Doch bislang hat sich am Hochwasserschutz in Dietingen kaum etwas getan. Daher war es dem Gemeinderat Dietingen und besonders Gemeinderätin Martina Stier besonders wichtig, über den aktuellen Stand zu sprechen.
Denn: In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu zunehmenden Wetterextremen. Darunter auch Starkregen, der in den vergangenen fünf bis sieben Jahren dynamischer geworden sei, so Stier. Inzwischen stelle ein solcher Starkregen ein größeres Risiko dar als die klassischen Hochwasser.
Um Risikofaktoren zu minimieren und geeignete Maßnahmen zu treffen, wurde 2018 der Zweckverband Hochwasserschutz Schlichem mit zehn Gemeinden gegründet.
Die Kosten für solche Maßnahmen werden prozentual auf die Gemeinden verteilt. Je stärker die Gemeinden betroffen sind, desto höher ist der Anteil. Dietingen liegt mit 23 Prozent auf dem zweiten Platz. Denn: Bis auf Dietingen seien alle Ortsteile von Hochwasserereignissen betroffen, erzählt sie weiter.
„Überschwemmungen können überall entstehen“
Auch Orte, die nicht direkt an Gewässern liegen, können überschwemmt werden. „Überschwemmungen können überall entstehen“, erklärt Stier. Im Falle Dietingens gibt es im Einzugsgebiet viel Fläche, über die das Wasser bei starkem Regen oder Überschwemmungen das Wasser nachfließen kann. Das bedeutet, dass auch einen oder zwei Tage nach Regenende dieses Flächenwasser noch in Dietingen und den Teilorten ankommen kann.
Gemeinderäte bemängeln Zeitfaktor
Bislang gebe es aber kaum Fortschritte im Hochwasserschutz und den im Zweckverband geplanten Maßnahmen. Das bemängeln auch die Gemeinderäte. „Nach zehn Jahren ist fast nichts passiert. Wir müssen mal Druck machen“, findet zum Beispiel Michael Winkelmann.
Die angedachten Linienschutz-Maßnahmen seien noch nicht weiter konkretisiert worden. Diese sollen unter anderem in Dietingen, Irslingen, Maria Hochheim, Rotenzimmern und Böhringen durchgeführt werden. Diese Maßnahmen könnten aber eventuell Anfang 2026 in Angriff genommen werden.
Mobiler Hochwasserschutz soll zusätzlich helfen
Daher stellte Martina Stier gemeinsam mit Bürgermeister Felix Hezel mobile Hochwasserschutz Elemente vor. Diese könnten im Notfall schnell aufgebaut werden und Wasser ableiten. Auch eine Kombination mit dem Linienschutz sei möglich.
„Das erste Wasser das kommt muss so schnell wie möglich vollständig weg“, zeigt Stier auf. Bislang seien nur Sandsäcke im Einsatz, berichtet stellvertretender Feuerwehrkommandant der Gemeinde Dietingen Roman Jauch.
Diese zusätzliche Maßnahme soll in der kommenden Zeit Grundlage für Diskussionen sein, so Hezel. Die Feuerwehr könne sagen, was davon Sinn mache. Das Ziel ist, einen Beschluss bis zur nächsten Sitzung des Zweckverbandes Hochwasserschutz Schlichem im Herbst zu erarbeiten.
Rückhaltebecken könnten 2027 gebaut werden
Eine gute Nachricht konnte Stier den Gemeinderäten dennoch mitbringen. Die geplanten Rückhaltebecken in Schömberg und Ratshausen seien fertig geplant und der Bau könnte 2027 starten.
In Anbetracht des Flächenwassers profitiere die Gemeinde Dietingen durch diese Errichtungen stark. „Die Rückhaltebecken bringen uns mehr als jede Linienführung“, beruhigt Hezel die Gemeinderäte.