Landwirt Andreas Schleicher aus Dauchingen findet klare Worte für die Preissenkungen bei der Butter. (Symbolfoto) Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Der Preisverfall bei Butter und Käse sorgt in der Milchbranche für Sorgen. BDM-Kreis-Teamleiter Andreas Schleicher aus Dauchingen warnt vor einer sich beschleunigenden Preisspirale.

Große Sorgen macht sich aktuell der Kreis-Teamleiter des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM) und stellvertretender BDM-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg, Andreas Schleicher, mit Blick auf das sich weiterdrehende „Preissenkungskarussell“ bei der Butter.

 

Für den im Längental zwischen Niederschach und Dauchingen beheimateten Landwirt und Milchviehalter ist klar, dass aufgrund der aktuellen Situation die Handlungsnotwendigkeit immer drängender wird.

Der Lebensmitteleinzelhandel habe die Abgabepreise für Päckchenbutter erneut gesenkt: Aldi, Lidl und Norma verlangen nun 1,39 Euro für 250 Gramm Butter. Grundlage sei die weiter fallende Notierung an der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse Kempten. Es sei daher davon auszugehen, dass weitere Handelsketten diesem Schritt folgen werden.

Preissenkungskarussell werde sich weiterdrehen

Seit Oktober 2024 sei die Butternotierung um 35 Prozent gefallen und auch beim Käse dränge der Handel nach Angaben von Molkereivertretern auf weitere Preissenkungen, da hier – parallel zur Butter – im gleichen Zeitraum die Notierungen um 28 Prozent gefallen seien. Gleichzeitig übersteige die Milchanlieferung von Erzeugungsseite die Vorjahreslinie um inzwischen 6,5 Prozent.

„Für jeden, der eins und eins zusammenzählen kann, ist klar, dass sich bei dieser Gemengelage das Preissenkungskarussell weiterdrehen wird“, so Schleicher und fügt hinzu: „Wer da noch von normalen Schwankungen spricht, ignoriert die wirtschaftliche Realität der Milchviehbetriebe.“

Verrat an den Bäuerinnen und Bauern

„Dass die Verbände der Molkereiwirtschaft, deren Spitzen vor allem von Vertretern großer Molkerei-Konzerne besetzt sind, keinen Handlungsbedarf sehen, ist wenig überraschend“, so Schleicher. „Dass aber auch Bauernverbandsvertreter bislang schweigen oder gar die Strategie der Molkereiverbände unterstützen, auf die ‚Selbstheilungskräfte des Marktes‘ zu setzen, ist ein Verrat an den Bäuerinnen und Bauern“, so seine klare Ansage. Diese sogenannte „Selbstheilung“ bedeute nämlich nichts anderes, als auf einen erzwungenen Rückgang der Milchanlieferung zu warten. Erzwungen durch die zunehmenden Liquiditätsprobleme der Betriebe und verbunden mit weiteren Darlehen oder gar Betriebsaufgaben.

„Was hilft es uns, dass die Preissenkungen im Handel möglicherweise einen leichten Nachfrageanstieg zur Folge haben, wenn unsere Erzeugungskosten nicht annähernd gedeckt werden können?“, fragt Schleicher. Profitieren könne in dieser Situation zu Lasten der Milchviehalter nur die Verarbeitungs- und Ernährungsindustrie.