Weil das Rottweiler „Soolbad“ nicht beheizbar ist, gehen die Angebote in den nächsten Monaten auf Reisen. Die Ideen reichen allerdings schon viel weiter.
Gemeinsam kochen, singen oder einfach mal das Handy ausschalten und ein Buch lesen: All das und vieles mehr bietet „Soolbad – Der Club“. Passend zu „Rottweil bleibt bunt“, dem Kulturfest im Februar, hatte sich der Club der Öffentlichkeit vorgestellt, im ehemaligen „Soolbad“, das auch Namensgeber war – und das noch ein Rohbau ist, der auf die Sanierung wartet, die sich durch die Auflagen des Denkmalschutzes hinzieht.
Neue Treffpunkte
Darum hat das Soolbad auch keine Heizung, und deshalb verwandelt sich der Club jetzt in einen Winter-Wanderzirkus. Die „Sool Kitchen“, bei der mit dem Feuertopf gekocht wird, und jeder seinen Teller selbst mitbringt, zieht an den Rosswasen um.
Sänger, Dichter und Musiker der „Open Stage“, die sich beim Stadtfest erstmals präsentierten, finden Asyl im Café des Zimmertheaters am Friedrichsplatz. Dort sorgte der Auftakt für eine rappelvolle Bude und begeisterte Gäste. „Das war großartig. Damit hatten wir nicht gerechnet“, betont Hannes Dürr vom „Soolbad“-Team.
Die Spieleabende finden den Winter über in der Wärmestube in der Suppengasse statt. Zudem gibt’s derzeit Gespräche mit der katholischen und der evangelischen Erwachsenenbildung und der Fachstelle Integration der Stadt Rottweil. Denn das ist auch eins der vorrangigen Ziele vom Soolbad-Club: Menschen zusammenbringen. Menschen jeder Couleur und Herkunft.
Das Programm
„Wir sind ein offener Ort für Begegnung und Kultur, für Austausch und gemeinsames Tun, für Demokratie und ein solidarisches Miteinander“, stellt sich der Club auf seiner Webseite vor. Oder, wie Dürr es ausdrückt: Wenn die russische und die muslimische Oma zusammen Borschtsch kochen. Kultur als Miteinander, so niedrigschwellig wie nur möglich – „wir wollen mehr Durchlässigkeit schaffen, kein Teil der Kulturblase sein“, so Dürr, sondern eben die Akteure zusammen bringen. Und darum der Wanderzirkus in andere Treffpunkte, „solange das Gebäude im Gefrierfach liegt.“
Wenn alles klappt, geht es im Sommer kommenden Jahres mit dem Umbau los, und dann wird aus der Baustelle die „Bürger:Werk:Stadt“, ein Haus der Vereine mit Platz für Veranstaltungen.
Für Hannes Dürr bietet sich dann die Chance, noch mehr Leute zusammen zu bringen. Die Vereine haben die Möglichkeit, im „Soolbad“ ihre Treffen abzuhalten und nach Bedarf auch einen Schrank zu bekommen, in dem ihre Unterlagen sicher aufbewahrt werden.
So kann noch mehr Vernetzung und Durchlässigkeit entstehen als jetzt, wo schon durch die Nachbarschaft vom Soolbad zur Jugendherberge immer wieder auch Kontakte zu den Machern des Clubs entstehen. Zum Beispiel, wenn die Zehntklässler auf Klassenfahrt herüberschauen und wissen wollen, was hier geschieht – oder auch die Nachbarn mal neugierig sind.
Blick in Zukunft
„Wenn die Leute Lust haben, können sie einfach vorbeikommen. Zum Rumhopsen oder Buchlesen.“ Apropos Rumhopsen: Dafür soll es nach der Sanierung, noch mehr Möglichkeiten geben, denn DJ Hannes plant schon After Work-Partys, bei denen er auflegt, Auftritte von Nachwuchsbands oder Poetry Slams. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer Lust hat, dabei zu sein oder auch selbst mal was auf die Beine zu stellen, darf sich per E-Mail an soolbad.der.club.music@gmx.de oder club@soolbad.de wenden.
Weitere Informationen zu den Veranstaltungen findet man auf Instagram oder dem Whatsapp-Kanal über www.soolbad.de.