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Sonstige Wellensittich als Belohnung für die Strapazen

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Strahlt vor Freude beim Zieleinlauf nach ihrem Coup bei den deutschen Meisterschaften im Crosslauf: Domenika Mayer. Foto: Eibner Foto: Schwarzwälder Bote

Auf dem Freibadgelände von Sindelfingen feierte Domenika Mayer mit dem deutschen Meistertitel im Crosslauf den bislang größten Titel ihrer Laufbahn. Die Karriere der 29-jährigen Athletin, die für die LG Regensburg startet, begann jedoch auf der Tartanbahn in Nagold.

Mit einem Start-Ziel-Sieg sicherte sich Domenika Mayer, die in Mötzingen aufgewachsen ist, den deutschen Meistertitel bei den deutschen Crosslaufmeisterschaften. Die 111 Teilnehmerinnen mussten sich dabei äußerst kraftraubend durch knöcheltiefen Schlamm kämpfen.

Vom ersten Meter an drückte die Regensburgerin aber auf das Tempo und verschaffte sich einen sicheren Abstand zu ihren Verfolgerinnen. Der Vorsprung blieb die fünf Runden und insgesamt 5500 Meter über mehr oder weniger konstant und nach 21:24 Minuten durchlief die ehemalige Nagolderin mit neun Sekunden Vorsprung überglücklich die Ziellinie. "Ich bin mega-glücklich", sagte die 29-jährige Siegerin zu ihrem ersten Einzeltitel bei einer deutschen Meisterschaft. Freudestrahlend berichtete sie beim Siegerinterview von der ungewöhnlichen Belohnung, die sie sich nun anschaffen werde. "Es war ausgemacht, wenn ich eine Einzelmedaille gewinne, darf ich mir einen Wellensittich kaufen. Und das mache ich jetzt", sagte sie strahlend.

Dabei hat Domenika Mayer bereits einige Erfolge und internationale Topplatzierungen vorzuweisen. Für eine Medaille bei nationalen Titelkämpfen hat es bisher aber noch nicht gereicht. Ihre gute Form stellte sie jedoch erst kürzlich unter Beweis. Drei Wochen vor der Crossmeisterschaft lief sie in Barcelona mit 1:13:09 Stunden über die Halbmarathon-Distanz persönliche Bestzeit und unterbot die Norm für die Europameisterschaften um 51 Sekunden.

U18-Kreisrekord über 800 Meter

Ihr Weg in die nationale Spitze war am Anfang ihrer Karriere noch nicht abzusehen. Im Jahr 2003 machte sich die 13-jährige Mötzingerin, damals noch unter ihrem Mädchennamen Domenika Weiss, alleine auf den Weg zur Tartanbahn im Nachbarort Nagold, da ihr Bruder lieber Fußball spielte. Beim dortigen Trainer Martin Wolf wurde sie in allen technischen Disziplinen ausgebildet und startete mit 11,63 Sekunden über 75 Meter ihre sportliche Karriere. Ein Jahr später stand sie mit 8:20,24 Minuten über 2000 Meter (28. Platz) erstmals in der Bestenliste des Württembergischen Leichtathletikverbands.

2005 deutete sich erstmals ihr großes Talent an, als sie mit 7:00,65 Minuten über die 5000 Meter Platz neun in Württemberg belegte. Höhepunkt ihrer damals jungen Karriere war das Jahr 2006. Neben den obligatorischen Mehrkämpfen (26. im Siebenkampf) – mit immerhin 1,48 Meter im Hochsprung – konnte sie sich vor allem in einigen Laufdisziplinen unter den ersten Zehn auf der Landesbestenliste platzieren.

2007 war dann aber nicht das Jahr des großen Durchstartens. Die 17-Jährige verlor zusehends die Lust an der Leichtathletik und verabschiedete sich mit dem noch heute gültigen Kreisrekord U18 von 2:17,62 Minuten über 800 Meter von der sportlichen Bühne.

Ihr Ehemann ist zugleich ihr Trainer

Trotzdem geht die Saat der heimischen Trainer manchmal erst später an anderen Orten wieder auf. So muss man den Calwer Günther Henne nennen, den ersten Trainer von Denis Almas aus Altburg, der über die Stationen Sindelfingen und Wolfsburg kürzlich zum ersten Mal deutscher Hallenmeister über 60 Meter wurde. Auch der Ostelsheimer Joachim Lange war für den nun für Sindelfingen startenden Olympiateilnehmer im Kugelstoßen, Tobias Dahm, Mentor und Motivator der ersten Jahre.

Bei Mayer verging einige Zeit bis die Begeisterung für das Laufen zurückkehrte. Sie verschlug es nach dem Abitur in den Freistaat Bayern. Mayer studierte an der Fachhochschule der Polizei und kam dadurch wieder mit dem Sport in Berührung. Dort erkannte man sehr bald Mayers Lauftalent und meldete sie für die Europameisterschaften im Polizeicross. Trainingspläne erhielt sie von Jörg Müller, dem erfolgreichen Motor der LG Nordschwarzwald aus Dornstetten.

Auf der Akademie lernte sie auch ihren späteren Mann Christian Mayer kennen, der sie als Trainer bis heute erfolgreich betreut. Nun lebt das Ehepaar in Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg unweit Nürnberg mit zwei Töchtern, die drei und ein Jahr alt sind.

War Domenika Mayer lange Jahre für das Langstreckenteam von Quelle Fürth an den Start gegangen, wechselte sie dieses Jahr zur Nummer eins in Deutschland, was Langstreckenlauf betrifft. Unter Macher Kurt Ring hamstert die LG Regensburg seit vielen Jahren unzählige Medaillen auf nationaler Ebene. Zwei Mal in der Woche bewältigt Mayer die Strecke in die Domstadt, knapp 70 Kilometer Luftlinie von Neukirchen entfernt.

Beim gemeinsamen Training und diversen Trainingslager schätzt sie nicht nur das gegenseitige Fordern, sie lobt ausdrücklich die Kameradschaft und die gute Laune der Truppe. Auf ihre Ziele angesprochen, will sie sich bei den 10 000-Meter-Meisterschaften am 9. Mai in Pliezhausen wieder im Ländle stellen und ihre persönliche Bestzeit deutlich verbessern.

Europameisterschaft im Berglauf ist nächstes Ziel

Mayer liebäugelte auch mit einem Start bei den deutschen Halbmarathonmeisterschaften in Freiburg, die aber erwartungsgemäß wegen des Coronavirus abgesagt wurden. So muss sie sich einen anderen schnellen Halbmarathon suchen, um ihre Zeit noch zu verbessern und die Chance auf eine Teilnahme an den Europameisterschaften vom 25. bis 30. August in Paris aufrecht zu erhalten.

Dass die ambitionierte Athletin dabei zweigleisig fährt, hebt sie aus dem Kreis ähnlich starker Läuferinnen heraus. Denn die Europameisterschaft im Berglauf am 4. Juli in Cinfaes/Portugal nennt sie als ein weiteres Ziel. Einerseits ist die Konkurrenz auf den von vielen Läufern ungeliebten Berg-Strecken nicht allzu groß, andererseits ist die bayrische Schwäbin ein Fan dieser Kurse. An einen reinen Berglauf hat sie bis jetzt noch nie teilgenommen und unterwegs freut sie sich beim Hochlaufen immer auf die folgenden Gefällpassagen.

Am Ende der Saison lockt dann noch die Berglaufweltmeisterschaft auf der Kanareninsel Lanzarote. Dort wird am 15. November die Kurzdistanz ausgetragen und einen Tag später der Hügelmarathon.

Nicht nur in Mötzingen und Nagold, sicher nun auch im Kreis Calw werden die Leichtathletikfreunde mit Spannung die weitere Entwicklung der erfolgreichen "Auswanderin" Domenika Mayer verfolgen.

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