800-Meter-Läufer Christoph Kessler will das Olympia-Ticket lösen.Foto: Eibner Foto: Schwarzwälder Bote

Leichtathletik: Christoph Kessler, Simon Boch und Maximilian Vollmer müssen liefern

800-Meter-Läufer Christoph Kessler und Langstreckler Simon Boch wollen am Wochenende große Schritte machen, um ihren Olympia-Traum zu erfüllen. Im US-Bundesstaat Oregon bereitet sich Maximilian Vollmer auf einen Zehnkampf vor.

Taktik oder Attacke?

Showdown bei der DM in Braunschweig: Nicht nur für den Donaueschinger Christoph Kessler geht es im Eintracht-Stadion darum, ein wichtiges Zeichen in Sachen Tokio-Ticket zu setzen. "Die Weltrangliste ist derzeit sehr stark in Bewegung. Ich muss meine Hausaufgaben machen. Auf jeden Fall wird es eng", weiß der 26-Jährige, dass am Sonntag um 15.15 Uhr alles passen muss, will er seine Olympia-Chancen verbessern. Die große Frage ist, attackieren die deutschen Tokio-Anwärter die Olympia-Norm von 1:45,20 Minuten? Wahrscheinlicher sei aber ein taktisches Rennen. "Mein Ziel ist auf jeden Fall eine Medaille", stellt der Donaueschinger, der für die LG Region Karlsruhe startet, klar. Ausgeruht werden Kessler, Favorit Marc Reuther (Eintracht Frankfurt) und Co. auf jeden Fall sein, wurde doch das Halbfinale gestrichen. Die Zweistadionrunden-Experten können sich also voll auf den Endlauf am Sonntag konzentrieren.

Übrigens – Marc Robert Farken (SC Leipzig), der sich am Mittwoch in Göteborg auf 1:45,80 Minuten steigern konnte, will in Braunschweig die 1500 Meter bestreiten. Beim Folksam GP war auch Christoph Kessler am Start. Der Donaueschinger war mit seiner Zeit (1:47,02) und seiner Platzierung (Rang sechs) nicht ganz zufrieden. "Das war etwas holprig am Start. Auf der Gegengerade war ich dann nicht mutig genug, sonst wäre mehr möglich gewesen", setzt Kessler seine Hoffnungen nun auf die DM.

DM statt Europacup

Dies tut auch Simon Boch, dabei hätte der Langstreckler der LG Telis Finanz Regensburg, der über den LT Unterkirnach seine Berufung entdeckte, an diesem Wochenende beim 10 000-Meter-Europacup in Birmingham das deutsche Trikot tragen sollen. Doch aufgrund der sich in Großbritannien immer stärker ausbreitenden Coronavirus-Mutation B.1.617. verzichtete der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) auf die Entsendung einer Mannschaft. Stattdessen will sich Simon Boch nun in Braunschweig über die 5000 Meter (Samstag, 17.40 Uhr) für höhere Aufgaben empfehlen. Der Papierform nach reist der Deutsch-Amerikaner Sam Parsons (Eintracht Frankfurt) mit den besten Karten ins Eintracht-Stadion. 13:23,30 Minuten ist der 26-Jährige Mitte Mai in Irvine (USA) bereits gelaufen. Dass aber auch mit Boch in Braunschweig zu rechnen ist, zeigte zuletzt sein Doppelauftritt in Pfungstadt. Erst verfehlte der 27-Jährige im 1500-Meter-Rennen seine persönliche Bestzeit in 3:45,93 Minuten nur um zwei Zehntelsekunden, dann gewann Boch eine halbe Stunde später die 3000 Meter in 8:05,42 Minuten.

Für Boch, Kessler und Co. endet der Qualifikationszeitraum für die Olympischen Spiele in Tokio am 29. Juni. "Wenn man nicht an sich glaubt, hat man schon im Vorfeld verloren", glaubt der Ex-Unterkirnacher weiter an seine Chance.

Der Blick in die USA

Tokio war auch immer das große Ziel von Maximilian Vollmer, der seit einigen Jahren in Eugene im US-Bundesstaat Oregon lebt, studiert und trainiert. Doch dafür müsste der Marbacher in der kommenden Woche bei den NCAA-Championships (National Collegiate Athletic Association) seine Zehnkampf-Bestleistung – aus dem Jahr 2019 stehen 7964 Punkte – wohl pulverisieren. Immerhin finden die nationalen Hochschulmeisterschaften im heimischen Eugene statt. Zudem hat Vollmer in diesem Jahr mit Bestleistungen über 100 Meter (10,82 Sekunden), über 110 Meter Hürden (14,77 Sekunden), im Kugelstoßen (15,48 Meter), im Diskuswerfen (42,60 Meter) und im Stabhochsprung (5,00 Meter) gezeigt, dass er an zwei guten Tagen durchaus in der Lage ist, zumindest die magische 8000-Punktemarke erstmals zu überbieten.

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