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Sonstige Elena Burkard kratzt an Bestzeit

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Elena Burkard hat derzeit einen Lauf.Foto: Eibner Foto: Schwarzwälder Bote

Mit großen Schritten nähert sich die coronabedingt sehr kurze Saison der Leichtathleten dem Ende. Dennoch oder gerade deshalb finden noch einige Leichtathletik-Meetings weltweit und von Weltklasseniveau statt – mit dabei die Ausnahmeathletin Elena Burkard.

Sie ging am Dienstagabend im tschechischen Ostrava für die LG farbtex Nordschwarzwald an den Start, allerdings auf der für die 3000m-Hindernisspezialistin ungewohnten 1500m-Distanz. Doch nach ihrer gelaufenen Zeit von 4,09 Minuten auf dieser Strecke vor Wochenfrist hatte die Baiersbronnerin bereits gezeigt, dass sie auch über die metrische Meile auf dem Weg zu alter Stärke ist.

In Ostrava stellte sich die derzeit vielseitigste deutsche Läuferin daher einem Weltklassefeld, welches seinesgleichen in dieser Saison suchte. Mit Faith Kipyegon aus Kenia stand nicht irgendeine Kenianerin am Start, sondern die Rio-Olympiasiegerin und Weltmeisterin von 2017 über 1500m, dazu ein absolutes Weltklasse-Trio aus Großbritannien. Laura Weightman, die bei den letzten beiden Europameisterschaften jeweils Bronze über diese Strecke gewann. Dazu Jemma Reekie, die im vergangenen Jahr Doppeleuropameisterin bei der U 23 über 800m und 1500m geworden war und zudem Eilish McColgan, Vizeeuropameisterin über 5000m, Bronzemedaillengewinnerin bei der Hallen-EM 2017 über 3000m und dreimalige WM-Finalistin über 5000m und 3000m Hindernis.

Starke Afrikanerinnen

Neben Olympiasiegerin Kipyegon waren auch noch weitere starke Afrikanerinnen im Feld. Lemlem Hailu aus Äthiopien, Bronzemedaillengewinnerin der Afrikaspiele und Jugendweltmeisterin, oder Winnie Nanyonda aus Uganda, die bei der letzten Weltmeisterschaft Platz 4 über 800m und Platz 11 über 1500m belegt hatte. Mit Hanna Klein war auch noch eine weitere Deutsche im Rennen, ihres Zeichens Studentenweltmeisterin und WM-Finalistin aus 2017 sowie Deutsche Meisterin in diesem Sommer über die 1500m.

Von Beginn an mutig

Elena Burkard ließ sich aber nicht von großen Namen schrecken und lief von Beginn an ein mutiges Rennen. An der Spitze hatte der Veranstalter zwei Tempomacher eingesetzt, dahinter folgten dann die Favoritinnen wie an der Perlenschnur aufgereiht, und immer in Schlagdistanz das gut zu erkennende gelbe Trikot der LG farbtex Nordschwarzwald.

Auf den ersten beiden der dreidreiviertel Stadionrunden blieb das gesamte Feld trotz der schnellen Durchgangszeit von 2,11 Minuten. Allerdings riss etwa bei der 1000m-Marke eine kleine Lücke, als Olympiasiegerin Kipyegon vorne das Tempo nochmal anzog. Burkard lag in dem Moment etwas ungünstig eingekeilt auf der Innenbahn und verpasste so den Anschluss an die Fünfergruppe der Favoritinnen vorne.

Lücke perfekt genutzt

Mit etwas Glück aber öffnete sich eine Lücke und die Nordschwarzwälderin machte sich auf die Verfolgung der absoluten Weltklasse. Zwar kam sie auf der letzten Runde nicht mehr näher, aber mit ihrer Endzeit von 4.06,85 min fehlten lediglich drei Zehntel zur eigenen Bestzeit. Aber noch stärker einzuschätzen als die Zeit ist der sechste Platz von Burkard im Feld der weltbesten 1500m-Läuferinnen. Sichtlich gelöst sagte Burkard nach dem Rennen: "Ich bin echt happy mit der Zeit, gerade nachdem ich dieses Jahr bei den Unterdistanzen so schlecht in Schwung gekommen bin. Mir fehlten die Trainingslager, gerade Breisach, wo wir um Pfingsten immer den Schwerpunkt auf Schnelligkeit legen. Ich habe versucht, nach den Deutschen Meisterschaften nochmal am Tempo zu arbeiten, aber auch da war ich nicht mit jeder Einheit zufrieden. Deshalb bin ich jetzt umso glücklicher, dass ich doch fast an meine Bestzeit rangekommen bin."

Vorfreude auf Berlin

Taktisch sei sie aber überhaupt nicht zufrieden: "Ich war bei 1000m total eingekesselt und musste dann eine Lücke reißen lassen. Da fehlt die Erfahrung von großen Rennen dieses Jahr. Jetzt hoffe ich, dass es am Sonntag in Berlin über die Hindernisse auch noch ein bisschen schneller geht. Darauf freue ich mich, und dann kann ich mit der Bahnsaison nach schwierigem Start zufrieden sein. Allerdings ist mein Herz heute schon vor dem Rennen gebrochen: Die Cross-EM im Dezember, bei der ich die letzten drei Jahre in die Top-10 gelaufen bin, wurde abgesagt."

Am kommenden Sonntag steht mit dem ISTAF in Berlin die letzte Station der Deutschen Meisterin über 3000m Hindernis auf der Agenda. Erstmals wird Elena Burkard dort als nationale Titelträgerin nach dem Gewinn bei den Deutschen Meisterschaften über ihre Spezialdistanz starten. Auch für Berlin hat der Veranstalter ein Weltklassefeld zusammengetrommelt, vor dem sich Burkard aber mit ihrer derzeitigen Form nicht verstecken braucht.

Danach geht es in die Sommerpause, bevor es dann ohne die Cross-EM mit vollem Fokus in die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Tokio geht. An die große Kulisse kann sich Burkard am Sonntag jedenfalls schon mal herantasten, denn das ISTAF steigt im altehrwürdigen Berliner Olympiastadion – vielleicht ein gutes Omen, die vorolympische Saison in einem Olympiastadion zu beenden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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