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Sonstige Die neue Serie

Von
Foto: Javier Rojas Foto: Schwarzwälder Bote

24 Grad – in Tampa herrschen am Donnerstag nahezu ideale Temperaturen für ein Tennis-Match. Dass sich Dominik Koepfer für den Kraftraum entscheidet, hat nichts mit der Corona-Pandemie zu tun. Auch in Florida darf auf den Außenplätzen wieder aufgeschlagen werden. Stattdessen plagt sich der 26-jährige Furtwanger mit Fersenproblemen herum. Bis zum Beginn der neuen "DTB German Pro Series" am 8. Juni sollte der 92. der Weltrangliste, der beim TC BW Villingen das Tennis-Einmaleins erlernte, aber wieder fit sein. Doch noch drohen bei der Ein- und Ausreise Quarantänemaßnahmen.

Hallo Herr Koepfer, wo erreichen wir Sie gerade?

Ich befinde mich in Tampa (Florida, Anm. d. Red.). Leider habe ich gerade, eigentlich schon länger, Schwierigkeiten mit meiner Ferse. Deshalb mache ich zur Zeit viel Krafttraining. Dazu kommen Rehamaßnahmen. Ich kann also gerade kein Tennis spielen. Aber ich hoffe, dass sich dies in ein paar Tagen wieder ändert.

Sie konnten ja Anfang März noch in Tampa trainieren. Wie ging es dann aber weiter?

Hier sind seit einer Woche wieder alle öffentlichen Plätze offen. Ich habe immer wieder einmal gespielt, mich aber mehr im Kraftraum und auf dem Turf (Footballfeld) aufgehalten. Sprint- und Krafttraining war angesagt, dazu kamen eben auch viele regenerative Aktivitäten.

Die Corona-Situation in den USA scheint extrem. Wie hat sich dadurch Ihr Alltag verändert?

Ich glaube nicht, dass es hier viel anders als in Deutschland oder Europa ist. Ich denke, dass die Medien da sehr übertreiben und teilweise auch über Situationen berichten, die extrem sind, aber aus dem Zusammenhang gerissen werden. Dies führt dann zu "Fake News". Florida ist vielleicht im Vergleich zu vielen anderen Staaten auch ein bisschen verschont geblieben, da die Bevölkerungsdichte nicht so hoch ist und viel im Freien stattfindet. Dies war sicherlich ein Vorteil. Deshalb hat sich mein Leben hier in Sachen Tagesablauf nicht so groß verändert. Die Läden waren so ziemlich alle auf, natürlich gelten auch hier Maskenpflicht und Sicherheitsabstand. Die Strände sind mittlerweile wieder auf, in den Restaurants darf man im Freien sitzen. Ich hatte den Eindruck, dass sich die Leute hier wirklich sehr gut an die Regeln gehalten haben. Deshalb ging es hier vielleicht auch ein bisschen schneller, bis vieles wieder aufgemacht wurde.

Nun werden Sie ja im Juni an der neuen German Pro Series teilnehmen. Was müssen Sie in Sachen Anreise aus den USA beachten? Müssen Sie nach der Ankunft in Deutschland nicht erst einmal in Quarantäne?

Dies ist im Moment echt ein Problem. Deshalb steht meine Teilnahme auch noch ein bisschen auf der Kippe, wenn ich ehrlich bin. Die Einreise nach Deutschland ist kein Problem, da ich deutscher Staatsbürger bin. Jedoch müsste ich nach heutigen Regelungen in eine 14 Tage lange Quarantäne, was aus Trainingsgründen für mich keinen Sinn machen würde. Die Wiedereinreise in die USA würde mir im Moment auch noch verwehrt bleiben. Deshalb hoffe ich, dass ich eine Sondergenehmigung erhalte. Ob dies klappt, wird sich noch herausstellen. Im Moment kann ich nur abwarten und hoffen, dass sich die Regelungen schnellstmöglich ändern.

Sie wollen nun in Überlingen antreten. Dort werden Sie sicher auch auf einige frühere Villinger Weggefährten treffen.

Ich würde mich auf jeden Fall freuen, für ein bis zwei Monate nach Deutschland zurückzukehren. Dies wäre der genau richtige Zeitpunkt, um einfach auch ein bisschen mehr Zeit zu haben und Freunde zu sehen. Da müsste ich mich ja nicht mehr jeden Tag nur auf das Tennis fokussieren. Wir werden sehen, ob es klappt. Wenn es im Juni nicht sein sollte, dann habe ich fest vor, später im Jahr nach Furtwangen und Villingen zu kommen.

Apropos TC BW Villingen: Ist es eine Option, dass Sie sich auch an der Klosterhalde auf die Aufgaben in Überlingen vorbereiten werden?

Falls ich in Überlingen an den Start gehen kann, werde ich mich auf jeden Fall in Villingen vorbereiten und dort trainieren.

Möglich wäre es ja, dass Sie bei den Eltern in Furtwangen während der Turniertage wohnen. Wird dies der Fall sein?

Ich denke nicht, dass ich während des Turniers zu Hause schlafen werde. Aber ich habe natürlich vor, dort so viel Zeit wie möglich zu verbringen.

In Überlingen treffen Sie in ihrer Vorrundengruppe vom 11. bis 14. Juni auf Johannes Härteis (Nummer 342 der Welt), den Junior Mika Lipp und Christoph Negritu (Nummer 880 der Welt). Da kann es nur ein Ziel geben: Gruppensieg und Direkteinzug in die Zwischenrunde – oder?

Ja! Zu gewinnen, das ist immer das Ziel! Egal gegen wen, egal bei welchem Turnier. Die Konkurrenz bei der Turnierserie ist sehr groß. Abgesehen von Alexander Zverev und Philipp Kohlschreiber spielen die besten deutschen Spieler mit, die teilweise auch bei den großen Turnieren schon etwas gerissen haben. Es wäre gut für mich, mich mit diesen Jungs zu messen, um auch ein bisschen im Wettkampf-Rhythmus zu bleiben.

Jan-Lennard Struff, die deutsche Nummer 2, ist sicher der Topfavorit auf den Gesamtsieg. Wen haben Sie noch auf der Rechnung?

Struffi ist auf jeden Fall der Favorit auf den Gesamtsieg. Aber da gibt es noch viele andere Jungs, die vorne mitspielen werden. Es wird keine leichten Spiele geben.

Welche Bedeutung hat diese Premiere für Sie in Zeiten, an denen noch nicht absehbar ist, wann es in Sachen ATP-Turniere weitergeht?

Es wäre einfach eine coole Sache. Und – wie gesagt – wäre es sehr wichtig, wieder Wettkampferfahrung zu sammeln, da Training und Wettkampf einfach zwei verschiedene Welten sind. Und natürlich möchte ich so gut wie möglich abschneiden. Ich sehe die Serie aber mehr als Training und als eine sehr gute Möglichkeit an, sich für den Tag vorzubereiten, wenn es wirklich wieder losgeht.

Durch die Turnier-Zwangspause wurden auch Sie um mögliche Einnahmen gebracht. Die Tennis-Stars Djokovic, Nadal und Federer planen angeblich Hilfsfonds für weniger gut betuchte Profis. Wie wichtig wäre diese Unterstützung?

Der Hilfsfonds wurde durchgesetzt, betrifft mich aber nicht. Der Fonds wird Spielern helfen, die in der Weltrangliste auf den Plätzen 100 bis 500 zu finden sind. Für sie ist es schwer, mit Tennis Geld zu verdienen. Ich denke, der Fonds ist gut für die drei Monate, in denen nicht gespielt wurde. Der Fonds löst aber nicht dauerhaft das Problem! Damit Tennis weiter gefördert wird und als Sportart wächst, müssen sich ATP (Association of Tennis Professionals) und ITF (International Tennis Federation) etwas einfallen lassen, da nur rund 100 Profis Geld verdienen können, aber 150 bis 2000 Spieler Geld verlieren.

Unterdessen denken einige Spieler und Verantwortliche über eine Zusammenlegung der ATP mit der WTA (Vereinigung der professionellen Tennisspielerinnen) nach. Was halten Sie von dieser Idee?

Um Preisgelder für die unteren Ebenen zu erhöhen, ist es notwendig, das System im Tennis zu verändern. Ob die Vereinigung von ATP und WTA der richtige Weg ist, kann ich nicht sagen. Dafür bin ich nicht der Experte. Ich denke, dass man an den Grand Slams sieht, dass es klappen kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Glauben Sie, dass in diesem Jahr noch ATP-Turniere, es sollen zudem ja auch noch die Grand Slams von Paris und New York ausgetragen werden, stattfinden werden?

Ich denke, realistischer ist ein Start der ATP-Turniere im September in Europa. Vielleicht geht es aber auch in China los (lacht). Aber offiziell ist die Turnierserie in den USA noch geplant. Im Moment ist es einfach auch für die Organisatoren schwierig, da es immer noch viele Reisebeschränkungen gibt. Dies ist das größte Problem im Tennis. Ob und wann sich dies ändert, kann derzeit niemand vorhersagen.   Die Fragen stellte Gunter Wiedemann

  Damen und Herren

Der Deutsche Tennis Bund (DTB) hat mit den "DTB German Pro Series" eine neue Einladungsturnierserie geschaffen. Die 32 Männer eröffnen die DTB German Men’s Series ab dem 8. Juni in acht Vierer-Gruppen. Die Damen beginnen eine Woche später ihre Konkurrenz mit 24 Teilnehmerinnen in der DTB German Ladies’ Series. Gespielt wird in sechs Gruppen mit je vier Spielerinnen.

  "Coole Sache"

Jan Lennard Struff (ATP 34), bei den Herren an Position 1 gesetzt, bekommt es in seiner Gruppe 4 mit Mats Moraing, Benito Sanchez Martinez und Peter Heller zu tun. Gespielt wird in Neuss. Davis Cup-Kapitän Michael Kohlmann freut sich: "Die Serie gibt vielen Spielerinnen und Spielern die Möglichkeit, wieder Turniertennis zu spielen, sich fit zu halten und genügend Matches zu haben, wenn dann das internationale Tennis wieder losgeht." "Ich finde diese Idee einfach eine coole Sache. Der DTB gibt vielen Spielern die Möglichkeit, Matchpraxis zu sammeln und dabei auch noch etwas Geld zu verdienen. Vielen Spielern fallen aufgrund der Spielpause jede Menge Einnahmen weg. Auch die 1. Bundesliga findet nicht statt, was auch bedeutet, dass die Spieler weniger verdienen. Daher ist die Turnier-Einladungsserie sehr wichtig für uns", betont Struff.

  Der Modus Der Auftakt der Herren erfolgt ab dem 8. Juni in Troisdorf, Überlingen, Großhesselohe und Neuss. Die Damen beginnen eine Woche später in Darmstadt, Versmold, und Stuttgart. Die Finalspiele werden in Großhesselohe (Herren) und Versmold (Damen) ausgetragen. Zunächst duellieren sich die Teilnehmer in einer Vorrunde, um sich für die Zwischenrunde zu qualifizieren. Dort werden die Halbfinalisten ermittelt, bevor es in den Finalrunden um den Titel geht. Gespielt wird in Vierer-Gruppen nach dem Round Robin-Prinzip. Die Top vier jedes Austragungsortes qualifizieren sich für die Zwischenrunde, die Plätze fünf bis acht spielen in einer Bonusrunde weiter. Die Sieger der Bonusrunden können bei kurzfristigen Absagen als Lucky Loser ins Halbfinale kommen.

  Die Koepfer-Gruppe Der Furtwanger, hinter Struff an Nummer 2 gesetzt, trifft in Überlingen vom 11. bis 14. Juni in seiner Vorrundengruppe auf Johannes Härteis (Nummer 342 der Welt), den Junior Mika Lipp und Christoph Negritu (Nummer 880 der Welt).

  Besonderheiten Die Turniere sollen unter Beachtung von Hygiene- und Abstandsregeln stattfinden. Neben den beiden Spielern soll nur ein Schiedsrichter auf dem Platz sein. Auf Linienrichter und Ballkinder wird wegen der Corona-Beschränkungen ebenso verzichtet wie zunächst auch auf Publikum.

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