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Sonstige Die Leiden der Elena Burkard

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In ihrem Element: Elena Burkard beim 55. Internationalen Pfingstsportfest vergangenen Juni im Bungertstadion in Rehlingen-Siersburg Foto: Eibner Foto: Schwarzwälder Bote

Elena Burkards Liebe ist das Laufen. Seit ein paar Wochen weiß die Schwarzwälderin, dass es auch im Sport keine Liebe ohne Leiden gibt – und das hat gravierende Folgen.

2018 galt Burkard als Aufsteigerin des Jahres in der Leichtathletik, eilte von Erfolg zu Erfolg. In der laufenden Saison war sie durch eine Plantarsehnenverletzung an der Fußsohle gehandicapt und konnte ihr Leistungsvermögen nicht ausschöpfen. Jetzt hat Burkard mit ihrem Trainer Jack Müller von der LG farbtex Nordschwarzwald die Reißleine gezogen – sie hat die WM-Saison abgebrochen.

Nach ihren Starts in Pliezhausen, Rehlingen und Regensburg hatte die zweifache deutsche Cross-Meisterin aus dem Murgtal bei Baiersbronn die Saison zunächst unterbrochen und verzichtete auf die Deutschen Meisterschaften im Berliner Olympiastadion. Burkard ging mit ihrem Rennrad ins 1800 Meter hoch gelegene St. Moritz in die Schweiz. In der Berglandschaft zwischen Piz Nair, Mutaz Muragl und Piz Corvatsch legte sie täglich 70 Kilometer zurück. Trotz dieses regenerativen Trainings waren die Schmerzen nicht komplett verschwunden.

"Ich werde läuferisch weiter pausieren und dann im Herbst einen kompletten Neuaufbau für die Olympiasaison beginnen", sagt die sympathische Läuferin bei einer Latte Macciato am Neckar in Tübingen. Sie habe gehofft, sie könne am 1. September beim ISTAF in Berlin die Norm für die Weltmeisterschaften in Doha (Katar) angreifen, sagt Burkard. Diese Norm steht bei 9:40,0 Minuten. Zur Erinnerung: Bei der EM im vergangenen August in Berlin war sie als EM-Sechste mit 9:29,76 Minuten ihre Bestzeit gelaufen.

Da hatte Burkard große Leistungssprünge hingelegt und war in die europäische Spitze vorgestoßen. "Ob im Cross, über die Hindernisse oder auf den Flachstrecken, Burkard ist eine der vielseitigsten deutschen Läuferinnen", sagte Bundestrainer Thomas Dreißigacker vergangenen Sommer. Da brachte sie in Nürnberg bei den Deutschen Meisterschaften das Laufwunder Konstanze Klosterhalfen über 1500 Meter mit nur 17 Hundertstel Rückstand in 4:06,51 Minuten an den Rand einer Niederlage.

Doch jede Saison muss neu gelaufen werden, das weiß die Schwarzwälderin. Beim Soundtrackmeeting in Tübingen lief sie über 5000 Meter in beeindruckenden 15:12,17 Minuten in die europäische Spitze. Die aktuelle WM-Norm liegt bei 15:22,00 Minuten. Statt in Berlin und Doha anzutreten, will die Master-Studentin nun ihre Verletzung auskurieren, um dann im November den langen Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio anzugehen – "das bleibt mein Traum".

Verein gibt großen Rückhalt

Einen großen Rückhalt in der jetzigen Situation liefert ihr der Verein, die LG farbtex Nordschwarzwald. "Da fühle ich mich wohl, auch weil mein Trainer Jack Müller immer für mich da ist", sagt Burkard. Überhaupt: der Schwarzwald ist vom Studienort Tübingen aus ihr ständiger Rückzugsort. Ihr Lieblingsort? "Der Grinde, zwischen Kniebis und Ruhestein", sprudelt es aus ihr heraus. Auf den kahlen Bergkuppen dort sei die Natur wild, die Aussicht sehr schön.

Die 1,67 Meter große Läuferin hofft, am 19. September beim Tübinger Stadtlauf die Laufschuhe schnüren zu können. Danach soll ihre heimliche Liebe, die Crosssaison folgen und dann ohne Hallensaison – "da ist mir die Belastung auf die Füße zu groß" – die Olympiavorbereitung angegangen werden . Darüber, wer im Tokioer Olympiastadion an den Start gehen darf, entscheidet laut Leichtathletik-Weltverband IAAF eine neu eingeführte Weltrangliste.

Noch ein ordentlicher Weg für Elena Burkard. Bis dahin sollen ihre Leiden wieder verdrängt werden. Der Himmel hatte zwischendurch seine Schleusen geöffnet. Im Dauerregen geht sie ihren Weg in die Wohnung bei den Baumanns durch die Tübinger Altstadt wieder zurück.

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