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Sonstige "Das führt zu Frust bei Kindern und Eltern"

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Da kann man schon ins Grübeln kommen: Werden die Jüngsten im Tennis durch die Reform überfordert? Foto: Flaig Foto: Schwarzwälder Bote

Das Jüngstentennis steht vor einer großen Umstellung. Das U 10-Kleinfeldtennis wird abgeschafft. Diese und andere Neuerungen kommen an der Basis aber nicht gut an.

"Ich bin einfach nur enttäuscht", kommentiert Frercks Hartwig, Leiter der Tennisschule "TMS" auf die Änderungen, die über den WTB-Newsletter kommuniziert wurden. Dieser flatterte für Vereinsvertreter und Trainer überraschend in die digitalen Postkästen.

Dort heißt es, dass die Änderungen "auf die neuesten tennisspezifischen Trends" abgestimmt seien und die Wünsche der Vereine berücksichtigen würden. Hartwig sagt: "Ich frage mich: Wer hat die neuen Regelungen für die VR Talentiade beschlossen? Wurden die Vereine da einbezogen? Wie kommt der WTB zu der Einschätzung, dass damit ›die Wünschen der Vereine‹ berücksichtigt werden?" Denn auf Nachfrage bei einigen Vereinen wusste niemand von dieser Umstellung. Die Stimmung: ausschließlich kritisch, berichtet Hartwig.

Doch was soll sich ab dem 1. Oktober 2019 und damit vor allem für die Sommersaison 2020 genau ändern?  Kleinfeld U 10 wird abgeschafft. Es gibt nur noch Kleinfeld U8 und Midcourt U 10. Gründe sind laut WTB die besseren Fortschritte in der tennisspezifischen Entwicklungsphase bei den Jüngsten, die durch ein zu langes Spielen im Kleinfeld nicht gegeben seien. "Auch für Anfänger ist ein schnellerer Übergang zum Midcourt gut zu bewältigen."  Die Netzhöhe im Midcourt wird entsprechend der Größe des Spielfeldes auf 80 Zentimeter angepasst.  Der Spieltag der VR-Talentiade wird in allen Bezirken auf Sonntag um 16 Uhr gelegt. Ersatzspieltag ist der darauffolgende Montag. Vorverlegungen seien jederzeit möglich.  Im Kleinfeld U8 ist künftig auch ein Aufschlag von oben zulässig. Somit haben die Kinder die Möglichkeit, einen Aufschlag von oben oder unten durchzuführen. "Der Aufschlag und Return sind im Tennis die Grundlage für das Tennisspiel und sollten deshalb in den Vereinen frühzeitig mit den Kids trainiert werden", so der WTB.

Für den Trainer Hartwig sind die Neuerungen und Argumente wenig nachvollziehbar. "Tennis lernen Kinder durch Spielen und sie brauchen Erfolgserlebnisse. Die Regeländerungen sind Ausdruck einer frühen Leistungssportorientierung im Tennisverband, der nicht nur ich sehr kritisch gegenüber stehe", kommentiert er. Vielen Kinder droht eine Überforderung: "Unsere Vereine haben sehr viele U 10-Kinder, die noch nicht in der Lage sind Midcourt zu spielen. Entweder sind sie Beginner oder tun sich noch schwer mit dem größeren Spielfeld und den kleineren Bällen. Vor allem der Aufschlag ist noch ein Problem." Das Spiel im Midcourt werde den Bedürfnissen der meisten Kinder in dieser Altersklasse nicht gerecht.

Durch die Änderungen werde es auch sehr schwierig für die Vereine in der Region: "Viele Vereine müssen die U 10 und U 8-Altersgruppen in ihrem Verein in einer Mannschaft U10 zusammenfassen. Sollen dann die Jüngeren Midcourt spielen? Das kann nicht funktionieren und führt zu weniger Mannschaftsmeldungen und Frust bei Kindern und Eltern."

Auch für den Sonntag als Spieltag sieht der erfahrene Trainer große Probleme: "Die Vereine haben gar nicht die Platzkapazität für Verbandsspiele und VR-Talentiade am Sonntag. Bei Vereinen mit zwei oder drei Plätzen sind die Sonntagsspiele häufig erst in den späten Abendstunden abgeschlossen." Außerdem: "Es ist eh schon schwierig Betreuer für die Mannschaften zu finden. Das wird mit sonntäglichen Spieltagen noch schwieriger." Dazu komme, dass viele der Betreuer am Sonntag selbst bei Punktspielen eingespannt seien.

WTB-Bezirksjugendwartin Birgitta Götz kann den Unmut teilweise verstehen: "Ich hatte einen Kompromiss vorgeschlagen: Kleinfeld U 8 und U9 und Midcourt U10." Doch dieser Vorschlag hatte keinen Erfolg. "Für unseren Bezirk wird es aufgrund seiner ländlichen Struktur nicht einfach werden", erklärt sie. Und eines sei klar: Die Trainer seien nun mehr gefordert als zuvor. Dennoch zeigt Götz auch Verständnis für die Änderungen. Man orientiere sich nun mehr an DTB und anderen Verbänden. "Außerdem muss man sagen, dass es aktuell viele Kinder gibt, die noch immer Kleinfeld spielen, obwohl sie dafür schon zu groß sind und gut bei Midcourt loslegen könnten." Die Umstellung auf Midcourt gehe dann oft recht zügig, sagt Götz, die selbst auch Trainerin ist. Und die Beteiligung der Vereine an der Meinungsbildung? "Die hätte besser sein können", gibt Götz zu.

Hartwig bringt nun eine drastische Maßnahme ins Spiel, wenn es bei den Änderungen bleibt: "Um Kindern dann Wettkampferfahrung zu ermöglichen, müssen sich die Vereine verbandsunabhängige Alternativen überlegen." Aktuell hat er eine Umfrage zu der Reform gestartet, um ein Meinungsbild von Trainern und Vereinsverantwortlichen zu bekommen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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