Am Freitagnachmittag wurde die neue Horber Polizeiwache offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Die Feierlichkeiten fanden im hinteren Bereich des neuen Gebäudes statt. Foto: Peter Morlok

Das neue Polizeirevier wurde offiziell eingweiht. Den neuen, den modernsten Anforderungen entsprechenden Zweckbau bekamen die Gäste aber nur von außen zu sehen.

„Lieber Peter, du darfst stolz sein auf deine Stadt, denn sie hat nun auch das modernste Polizeirevier von ganz Baden-Württemberg“, rief Thomas Blenke, Staatssekretär im Innenministerium, Horbs Noch-Oberbürgermeister Peter Rosenberger zu und betonte, dass dies ein echtes Alleinstellungsmerkmal sei.

 

Staatssekretär Blenke war einer von fünf Rednern, die mit einem Mix aus harten Fakten, Allgemeinplätzen und rhetorischen Schlenkern den Neubau feierten.

Das Innere bleibt für viele im Verborgenen

Christian Lindinger, Leiter des Amts für Vermögen und Bau aus Pforzheim, schwärmte in seinen Grußworten vor namhaften Vertretern aus Landes- und Kommunalpolitik, Justiz und Gesellschaft gar von Bemerkenswertem, was er hier gesehen habe. Dabei gab es außer der Außenansicht des Gebäudes für die Gäste nichts zu sehen. Die Feier selbst fand im hinteren Teil des Hauses statt, dort wo normalerweise die Einsatzfahrzeuge abgestellt sind. Eine Besichtigung der inneren Räume war nicht möglich – aus Sicherheitsgründen.

Finanzstaatssekretärin Gisela Splett betonte, dass die 12,8 Millionen Euro, die man für diesen Neubau aus dem Staatssäckel bereitgestellt habe, ein starkes Signal für Recht und Gerechtigkeit sowie die Zukunftssicherheit der Region sei. Sie nutzte die Gelegenheit für einen kleinen Werbeblock in Bezug auf die Schönheit des Steuerzahlens. „Die Finanzierung solcher Projekte, die dem Gemeinwesen dienen, kann man nur stemmen, wenn die Steuergelder fließen. Steuern zu zahlen, nutzt uns allen und ist daher eine rentierliche Investition“, stellte sie in den Raum.

Polizei muss optimale Arbeitsbedingungen vorfinden“

Thomas Blenke, der die Grüße von Innenminister Thomas Strobl überbrachte, erinnerte daran, dass es die vornehmste Pflicht des Staates sei, sich um die Sicherheit der Bürger zu kümmern. Und hier sei die Polizei, neben den anderen Blaulichtorganisationen, an vorderster Front zu nennen. „Doch die Polizei hat auch den Anspruch an den Staat, dass sie für ihre herausfordernde Arbeit optimale Arbeitsbedingungen vorfindet.“

Bei der offiziellen Schlüsselübergabe (von links): der stellvertretende Leiter des Polizeipräsidiums Pforzheim, Mathias Bölle, der Polizeichef von Horb, Enzo Cicero, der Staatssekretär im Innenministerium, Thomas Blenke, die Finanzstaatssekretärin Gisela Splett sowie Christian Lindinger, Leiter des Amts Vermögen und Bau in Pforzheim. Foto: Peter Morlok

Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Horber Revier und forderte Respekt vor der Arbeit aller Blaulichtorganisationen. „Ich bin gespannt, was aus dem Fruchtkasten wird“, sagte er gegen Ende seines Grußwortes. Ein Thema, mit dem sich sein Nachfolger Michael Keßler beschäftigen muss, der sich bei dieser Veranstaltung deutlich im Hintergrund hielt.

Großes Lob für den Haustechniker

Als letzter Redner trat der stellvertretende Leiter des Polizeipräsidiums Pforzheim, Mathias Bölle, ans Mikrofon. „Bauen hat was mit Bergsteigen zu tun“, sagte er und machte deutlich, dass selbst die besten Bergsteiger nicht ohne Hilfe auskommen. „Edmund Hillary hätte den Mount Everest nie ohne die Hilfe seines Sherpas Tenzing Norgay bezwungen“, erklärte er und bat seinen „Sherpa“ Frank Veith nach vorne. „Sie haben uns als Haustechniker aus so manch brenzliger Situation gerettet, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. Dafür danke ich ihnen.“ Doch beim Handschlag blieb es nicht. Ein Tag Sonderurlaub und ein Geschenk war für den Problemlöser, wie Bölle ihn nannte, noch drin.

Umrahmt wurde die Feierstunde, bei der es auch Häppchen und Getränke sowie genügend Zeit zum Plaudern und Netzwerken gab, von einem Bläser-Ensemble der „Bänd of the Länd“, dem Landespolizeiorchesters Baden-Württemberg. Mit Oboe, Fagott und Klarinette zeigten die Profis, dass es nicht viel braucht, um Großes zu erreichen. Vielleicht ein gutes Omen für das neue Horber Polizeirevier.