Spielerisch Beats erzeugen: Mit den Klötzchen auf dem Holz-Sequencer lassen sich eigene Rhythmen oder Melodien Schritt für Schritt gestalten, wie Andreas Förster hier demonstriert. Foto: Gips-Schüle-Stiftung

Die Stuttgarter Gips-Schüle-Stiftung zeichnet Forschende wie Andreas Förster von der HFU aus. Er erfindet digitale Instrumente für Menschen mit Behinderung.

Von der Natur kann die Wissenschaft lernen – auch von Kiefernzapfen. Sie schließen ihre Schuppen bei Feuchtigkeit, um ihre Samen zu schützen, und öffnen sie bei Trockenheit, damit die Samen sich über den Wind ausbreiten können.

 

Der Biologe Thomas Speck von der Universität Freiburg und der Architekt Achim Menges von der Universität Stuttgart haben sich diesen Mechanismus zu eigen gemacht und daraus ein innovatives Verschattungssystem entwickelt, das das Klima in Innenräumen ohne zusätzliche Energie reguliert. Dafür wurden sie von der Stuttgarter Gips-Schüle-Stiftung mit dem mit 50 000 Euro dotierten Gips-Schüle-Forschungspreis 2025 ausgezeichnet.

Der Gips-Schüle-Sonderforschungspreis (Klaus-Koeppen-Preis) für soziale Innovationen ging an Andreas Förster von der Hochschule Furtwangen für seine Entwicklung von digitalen Musikinstrumenten für Menschen mit Behinderung. Dieser Preis ist mit 15 000 Euro dotiert. Förster hat sich in seiner Promotionsarbeit mit dem Thema Musik in Förderschulen beschäftigt. Gemeinsam mit Schülern und dem Team einer Förderschule entwickelte er digitale Instrumente, die auf die körperlichen und kognitiven Fähigkeiten der Kinder abgestimmt wurden.

Es entstanden 20 Prototypen – Gitarreninstrumente und loopbasierte Instrumente für elektronische Musik, wie beispielsweise Techno. Für Kinder mit Mehrfachbehinderungen wurden zudem einzelne Instrumente entwickelt, bei denen ihre Bewegungsmuster und Interaktionsformen einbezogen wurden. Försters Ziel ist es, ein modulares System zu entwickeln, bei dem digitale Musikinstrumente an die individuellen Fähigkeiten der unterschiedlichen Personen angepasst werden können – ohne besondere technische und musikpädagogische Kenntnisse. Im ersten Schritt sollen nun zwei Instrumente so weiterentwickelt werden, dass sie Schulen angeboten werden können.