Beine in die Hand nehmen und los: Die Fans rennen pünktlich nach Einlass zur Bühne, um „ihren“ Nico Santos zu sehen. Foto: Marc Eich

Einmal im Jahr verwandelt sich das Druckzentrum Südwest in ein Festivalgelände. Statt Buchstaben und Schlagzeilen wird hier dann ein fetter Sound produziert. Doch was die Zuschauer nicht sehen: Im Hintergrund werden weiter Zeitungen gedruckt.

Normalerweise werden hier über Nacht tausende an Zeitungen gedruckt, doch einmal im Jahr verwandelt sich das Druckzentrum Südwest auf seinem Parkplatz zum Festivalgelände für tausend Zuschauer und Zuhörer.

Dieses Jahr hat das Sommersound VS auch wieder einiges im Gepäck: Wo im vorherigen Jahr Wincent Weiss, die Rocker von The BossHoss und die Fantastischen Vier die Bühne rockten, erklingen in diesem Jahr mit Nico Santos, Álvaro Soler und Giovanni Zarrella sommerliche Töne im Industriegebiet Auf Herdenen.

Bereits die ganze Woche über zeigte sich auf dem Park-Gelände des Druckzentrums eifriges Treiben. Mit der Kraft von über 100 helfenden Händen, Gabelstaplern und 40-Tonnern setzte sich die rund neun Meter hohe Bühne Stück für Stück zusammen. Zuerst kamen die 40-Tonner, dann die Technik und am Schluss rückten die Food-Trucks an, damit bei den Festival-Abenden keiner hungrig nach Hause gehen muss.

Zum Druckzentrum geht’s auch mit den Öffis

Den Auftakt am Freitagabend gestaltet Nico Santos, ein Sänger, für den es sich laut einigen Fans lohnt, etliche Stunden vor Konzertbeginn anzustehen – und das auch im strömenden Regen. Obwohl sie aus Donaueschingen kommen, sind Christin, ihre Tochter Zeynep und ihre Freundin Julia bereits seit acht Uhr morgens am Druckzentrum und warten auf „ihren“ Nico Santos.

Das Industriegebiet Auf Herdenen in Villingen wird am ersten August-Wochenende von sommerlichen Klängen beschallt. Foto: Marc Eich

Angereist sind sie mit dem Zug, das diesjährige Sommersound ist ihr erstes Festival beim Druckzentrum. Die Anreise sei unproblematisch verlaufen – bei der Heimreise werde es aber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sportlich. „Wir müssen dann mit dem Bus zum Bahnhof in Villingen fahren und von dort aus mit dem Zug nach Hause“, erzählt Zeynep, woraufhin ihre Mutter hinzufügt: „Wir fahren wohl doch eher mit dem Taxi zum Bahnhof.“

Der Standort für das Festival ist ideal

Der Standort des Sommersounds im Industriegebiet Auf Herdenen ist für die wartenden Fans glücklicherweise ideal – mit dem Schwarzwald-Baar-Center direkt nebenan, wenn man ein trockenes Plätzchen sucht sowie den Fast-Food-Läden, ist für die Grundbedürfnisse ausgesorgt. So lassen sich Fans beobachten, die sich in Kleingrüppchen auf den Weg zur Tankstelle nebenan machen, um das stille Örtchen aufzusuchen.

Christoph Römmler, Geschäftsführer von Karoevents, der Eventagentur vom Sommersound, sieht das genauso. So lobt er die örtlichen Voraussetzungen des Druckzentrums: „Die Infrastruktur hier ist perfekt. Für das Sommersound ist das Druckzentrum der perfekte Ort“. So habe es vor Ort alles, was ein Festival braucht schon von Natur aus: Absperrzäune, Parkplätze beim nahe gelegenen Schwarzwald-Baar-Center, ein perfekt eingerichteter Backstage-Bereich im Erdgeschoss des Druckzentrums. Natürlich freut das auch die Finanzen: „Wir müssen eigentlich nichts extra anschaffen, dass das ganze hier ein Druckzentrum ist, kommt dem Festival auf jeden Fall zu Gute“, lächelt Römmler. Auch im Hinblick auf die diesjährige Situation auf dem Heavy-Metal-Festival „Wacken“ in Schleswig-Holstein, das nach langen und vielen Regenfällen regelrecht im Schlamm versank, so dass sogar die Anreise auf das Festivalgelände gestoppt werden musste, bleibt Römmler gelassen. „Das kann hier nicht passieren“, lacht Römmler. „Wir haben hier geteerten Boden. Da versinkt niemand im Schlamm.“ Trotzdem hoffe er natürlich, dass das Wetter stabil und die vielen Zuschauer trocken bleiben.

Der Soundcheck macht Lust auf den Abend

Auch die Parksituation zeigt sich gegen 18 Uhr noch entspannt. Wie ein Fan in der Warteschlange berichtet, haben sie beim Schwarzwald-Baar-Center noch ausreichend Platz zum Parken gefunden.

Und auch Kurzentschlossene müssen sich für die kommenden Sommersound-Abende keine Sorgen machen: Wie Philipp Jörger von Karoevents an der Abendkasse berichtet, gebe es noch ausreichend Tickets. Die Abendkasse habe dabei an jedem Abend bis 20.30 Uhr geöffnet.

Gegen 16 Uhr gibt es für neugierige Zeugen rund um das Druckzentrum dann endlich etwas auf die Ohren und einen ersten Vorgeschmack auf das, was Fans vom ersten Sommersound-Abend erwarten können. Klammheimlich schleicht sich Nico Santos für den Soundcheck auf die Bühne. Bereits hier lässt sich raushören, welche satten Beats an diesem Abend über das Industriegebiet hallen werden.

Die Parksituation

Mitarbeiter der Firma NG Südbaden sorgen für die Koordination. Wer allerdings beim Schwarzwald-Baar-Center parken will, muss den Seiteneingang nutzen, damit der Verkehr am Kreisverkehr zwischen dem Druckzentrum und dem Schwarzwald-Baar-Center nicht durch Fußgänger behindert wird. Ansonsten kann man auch an der Straße im Industriegebiet parken und dann den vorderen Eingang auf das Festivalgelände nutzen.