Auf dem Bad Wildbader Sommerberg wird eine Leinenpflicht eingeführt. (Symbolfoto) Foto: Armer

Hunde müssen auf dem Sommerberg künftig an die Leine. Das beschloss der Bad Wildbader Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, einstimmig wurde die Polizeiverordnung dahingehend geändert.

Bad Wildbad - Weil es laut Petra Kugele, Sachgebietsleiterin Ordnung und Bürgerservice bei der Bad Wildbader Stadtverwaltung, "immer häufiger Konflikte" gegeben habe, wenn Hunde frei herumlaufen, führt die Stadt Bad Wildbad eine Leinenpflicht für Hunde auf dem Sommerberg ein. Dazu stimmte der Gemeinderat einer Änderung der "Polizeiverordnung gegen umweltschädliches Verhalten, Belästigung der Allgemeinheit, zum Schutz der Grün- und Erholungsanlagen und über das Anbringen von Hausnummern (Polizeiliche Umweltschutz-Verordnung)" zu.

Massive Beschwerden

Andreas Wacker, Stadtrat in der FWV/FDP-Fraktion und Revierförster auf dem Sommerberg, ergänzte, warum aus seiner Sicht die Leinenpflicht auf dem gesamten Sommerberg notwendig sei. In Baden-Württemberg gebe es keinen generellen Leinenzwang. Die einzige Ausnahme bestehe auf Kinderspielplätzen, Grillplätzen sowie Wassertretanlagen, die es aber auf dem Sommerberg nicht gebe, so Wacker. Im vergangenen Jahr habe es ein sehr großes Besucheraufkommen auf dem Sommerberg gegeben. Damit seien auch "massive Beschwerden wegen frei laufenden Hunden" eingegangen. Und Wacker verdeutlichte: "Wenn die Besitzer ihre Hunde nicht im Griff haben, kann Schlimmes passieren." Dafür nannte er auch ein Beispiel aus dem vergangenen Jahr, als zwei Hunde "abgegangen" seien. Die seien dann von ihren Besitzern nicht einzufangen gewesen und hätten "ein Stück Rotwild gejagt", das diese wilde Jagd dann schließlich nicht überlebt hätte. Zu dem Gebiet, in dem nun eine Leinenpflicht herrscht, gehören explizit auch die Aufstiegswege dazu, so Wacker weiter.

Bei der Umsetzung hofft er auf die Selbstkontrolle durch die Besucher untereinander. Zudem soll an allen Zugangspunkten zum Sommerberg auf die Leinenpflicht hingewiesen werden. Aus seiner Sicht gibt es keine Alternative dazu: "Letztes Jahr ist so viel vorgefallen, es geht nicht anders."

Gelegentlich kontrollieren?

Jürgen Schrumpf (SPD) kündigte an, der neuen Verordnung zustimmen zu wollen, hatte aber auch Bedenken, denn schließlich sei niemand da, der die Einhaltung kontrollieren könne: "Wer kontrolliert irgendwo irgendwas? Mir fehlt der Glaube, dass es was bringt."

Bürgermeister Klaus Mack erwiderte, dass so nun zumindest die Rechtsgrundlage geschaffen sei und Martin Keppler (CDU) regte an, doch "wenigstens gelegentlich mal" zu kontrollieren. Nach kurzer Diskussion stimmten alle Stadträte für die Änderung der Polizeiverordnung.

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