Mit Weltklassestimmen, energiegeladenem Soulfunk und spontaner Spielfreude begeistert die Band beim „Kulturbesen in Szene 64“.
Als die Band „Blue Fonque“, mit Stephan Schuchardt (Drums), Alvin Mills (Bass), Reiner Scheithauer (Keyboard) und Arno Haas (Saxofon), treten vier Musiker aus dem Großraum Stuttgart in international bekannter Stammbesetzung auf. Mit an Bord ihrer Auftritte sind jedes Mal andere befreundete Musiker und Sänger.
So war es auch am Samstag beim zweiten Konzert des ersten Sommer-Open-Airs des „Kulturbesens in Szene 64“ bei der Geißhalde. Schon ohne Sänger ist „Blue Fonque“ ein musikalisches Ereignis zum Hingucken und -hören. Doch am Samstag schlug die Formation mit den Weltklassestimmen Donniele „Mrs. Diva“ Graves aus North Carolina und Derrick Alexander aus Detroit dem Fass den Boden aus. Alexander reiste eigens aus Florida nach Schramberg an.
Publikum wird rund drei Stunden eingeheizt
Die Konzertbesucher genossen energiegeladenen Soulfunk, Jazz und Gospel und auch ein bisschen Pop, mit weniger bekannten, aber auch sehr vielen bekannten Stücken zum Mitsingen. Der Funke des musikalischen Feuerwerks, das auf der Bühne rund drei Stunden lang abbrannte, sprang sofort auf das Publikum über.
Mit „Rolling in the Deep“ (Adele), „She drives me crazy“ (Fine Young Cannibals) sowie „Get down on it“ und „Fresh“ (Kool and the Gang) war das Konzert-Streichholz angerissen. Wohl niemand vor der Bühne konnte seine Tanzbeine kontrollieren, die sich wie von Zauberhand verselbstständigten.
Schloss man bei „Superstition“, die Augen, konnte man im Geist „The Head of Motown“ und Großmeister des Souls Stevie Wonder, dem Alexander sehr ähnlich klang, begegnen. Mit geschmeidiger und zugleich ausdrucksstarker Stimme sowie großer Bühnenpräsenz ist der einstige Gospel-Sänger in fast allen Genres zuhause. Graves brachte neben ihrer erstaunlich facettenreichen Stimme, die immer wieder Begeisterung beim Publikum auslöste, den Showeffekt einer Superdiva mit Sonnenbrillen-Coolnessfaktor in den Abend – intensiv und leidenschaftlich. Sie lockte die rund 200 Konzertbesucher immer wieder nah an die Bühne heran, um auch deren „Vibrations“ zu fühlen. Die Nähe machte, dass „Everything’s gonna be allright“ (Bob Marley) noch stärker wahrnehmbar war.
Ganz verrückt wurde es, als Bassist Alvin Mills zum Mikro griff und „Kiss“ (Prince) in den höchsten Tönen sang. Zudem zupfte er ein unvergessliches rund zehnminütiges Bass-Solo, bei dem man sich Augen und Ohren reiben musste. Die Stimmung war hüben wie drüben der Bühne aufgeladen und Stephan Schuchardts Drum-Solo sorgte für noch mehr Volt, was direkt in Mark und Bein floss.
Programm führt keine feste Playlist
Immer wieder war der Mann, der die musikalischen Helden des Abends zusammengebracht hatte – Arno Haas mit seinem Saxofon vorne am Bühnenrand zu erleben. „Ich gucke halt, wer an diesem Abend Zeit hat zu musizieren und dann geht’s unmittelbar los, wenn wir zusammenkommen“, erklärte er auf Nachfrage unserer Zeitung.
Eine feste Playliste des Programms gab es nicht. Es wurde kurz vor jedem Song entschieden, welcher als nächster Spaß machen würde – und dann machten die Musiker einfach richtig Spaß auf der Bühne, wie bei den Zugaben „No Roots“ (Alice Merton) oder „Ride like the wind“ (Christopher Cross).