Das Verbot, Wasser aus Flüssen, Bächen oder Teichen zu schöpfen, gilt seit dem 5. Juli im Kreis Rottweil. Und es gilt weiterhin. Das Landratsamt erklärt, warum.
Die Pressesprecherin des Landkreises, Andi Schmider, begründet das so: „Trotz des Regens haben sich die Pegelstände leider noch nicht spürbar entspannt. Wir hatten laut Deutschem Wetterdienst eines der fünf trockensten Frühjahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Von Februar bis einschließlich April sind nur rund 40 Prozent des langjährigen mittleren Niederschlags gefallen.“
Deshalb seien die Böden extrem trocken und speicherten einen Großteil des Regenwassers. „Wenn, wie momentan, eher moderater Regen fällt, wird das Wasser also von den Böden aufgefangen. Extreme Regenfälle haben den gegenteiligen Effekt: Das Wasser versickert nicht, sondern fließt sehr schnell ab, die Pegel steigen innerhalb kurzer Zeit.“
Das ist momentan nicht der Fall. Ein Blick auf den Neckarpegel zum Beispiel zeige, so Schmider, dass er, trotz kurzfristiger Peaks, im Durchschnitt im Bereich des mittleren Niedrigwassers bleibe.
Das zeigen die Prognosen
„Die Prognosen der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg zeigen für die nächste Woche wieder eine Tendenz nach unten. Es gibt also faktisch keinen Anlass, die Allgemeinverfügung wieder aufzuheben, auch wenn uns der Regen vielleicht subjektiv vermittelt, dass die Trockenphase vorbei ist.“
Deshalb würden Allgemeinverfügungen zum Wasserentnahmeverbot auch nur dann erlassen, wenn die Lage es tatsächlich erfordere, „und die Entscheidung fällt anhand objektiver Fakten.“ Sollte sich die Lage ändern, betont die Pressesprecherin, werde dies als Bekanntmachung im Internet, über die Lokalzeitungen, die Radiosender und Social Media veröffentlicht.