Glücklich ist, wer an heißen Tagen einen Pool im Garten hat. Schwimmteiche reinigen sich dank Bepflanzung ganz von allein. Im Kommen sind außerdem Biopools, die ohne Chemie auskommen.
Ein Schwimmteich als Blickfang im Garten ist attraktiv. Im Sommer spiegelt er schon morgens den Horizont und erweitert den Garten in die Landschaft. Immer wieder verändert das Gewässer seine Farbe, reflektiert den Himmel und die Wolken. Noch am Abend bietet es ein intensives Naturerlebnis. Der klassische Schwimmteich besteht aus einer Schwimmzone und einem bepflanzten Wasseraufbereitungsbereich, der Regenerationszone.
Die Zonen sind knapp unter der Wasseroberfläche durch einen Wall oder eine Wand voneinander getrennt. Das verhindert, dass Pflanzen ins Schwimmbecken hineinwachsen oder Schwebstoffe in der Klärzone beim Baden aufgewirbelt werden. Auch die Selbstreinigung des Wassers funktioniert einfach: Die im grobkörnigen Substrat des flachen Uferbereichs von Mikroorganismen zersetzten Stoffe geben Nährstoffe frei, die von den Pflanzen aufgenommen werden.
Damit aber der Nährstoffkreislauf intakt bleibt, muss mindestens die Hälfte, besser zwei Drittel der Gesamtwasserfläche bepflanzt sein. Bei entsprechender Filtertechnik reicht nach Expertenmeinung auch weniger. Ein Schwimmteich mit großer Regenerationszone kommt ganz ohne Technik aus. Gelegentliche leichte Eintrübungen sind normal, meist ist das Wasser jedoch klar.
Wasserpflanzen zurückschneiden
Ein Skimmer, der oberflächlichen Schmutz wie Laub oder Blütenstaub abzieht, ist trotzdem sinnvoll und erleichtert die minimale Pflege. Um die kommt man nämlich nicht herum. Sonst reichern sich früher oder später zu viele Nährstoffe und letztendlich Algen im Wasser an. Dementsprechend müssen die Wasserpflanzen gelegentlich zurückgeschnitten werden.
Einmal im Jahr den Schlamm abzusaugen, der sich am Grund abgesetzt hat, genügt in der Regel. Gründliches Duschen vor jedem Badegang sollte sowieso selbstverständlich sein. Will man die Regenerationszone nicht direkt in den Teich integrieren, lässt sie sich auch in einem separaten Becken anlegen. Das macht aber Pumpen und Filter unumgänglich.
In diesem Fall muss das Wasser aus dem Badebecken gepumpt und nach der biologischen Reinigung wieder dahin zurückgeführt werden. Wasserpflanzen sind wichtig für die Wasserqualität. Sie entnehmen dem Badewasser Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor. Ferner bilden sie den Lebens- und Rückzugsraum vieler Tiere. Dicht am Ufer wachsen beispielsweise Zwerg-Rohrkolben, heimische Wasserlilie und satt gelb blühende Sumpfdotterblumen.
Fische sind Fehl am Platz
Die Schwertlilien glänzen hellviolett bis blauviolett und das Herzblättrige Hechtkraut gefällt mit blauen Ähren. Eine Schönheit ist auch Sumpfkalla, das Aronstabgewächs mit einem gelben Zapfen inmitten seines weißen aufgeschlagenen Halbtrichters. Im seichten Wasser gedeihen Seesimse und Wasserminze. Eine tiefe Pflanzzone mögen Seerosen. Ihre sattgrünen Schwimmblätter beschatten die Wasseroberfläche und die Blüten halten einige Tage.
Von keiner anderen Wasserpflanze gibt es so viele Arten und Sorten. Alle Wasserpflanzen kann man von April bis in den Herbst hinein pflanzen. Vier Pflanzen pro Quadratmeter Regenerationsfläche reichen aus, wobei man 30 Prozent Unterwasserpflanzen und 70 Prozent Sumpfpflanzen rechnet. Seerosen setzt man nach Belieben. Bereits nach kurzer Zeit siedeln sich Insekten wie Wasserläufer, Prachtlibelle und Blaugrüne Mosaikjungfer an.
Frösche, Kröten und Schwanzlurche lassen nicht lange auf sich warten. Nichts zu suchen im Badebiotop haben Fische und Sumpfschildkröten. Neben Schwimmteichen mit Pflanzen sind zunehmend auch Biopools gefragt. Sie eignen sich sowohl für eine Familie mit Kindern als auch für Senioren. Im Gegensatz zum herkömmlichen Schwimmteich, der meist eine grüne, seltener eine anthrazitfarbene Abdichtung hat, wird der Biopool mit einer grauen Folie abgedichtet.
Fachbetrieb für den Pool beauftragen
Diese Spezialfolie ist hitze- und kältebeständig und resistent gegen UV-Strahlen. Experten zufolge hält sie etwa 20 Jahre. Architektonisch meist sehr anspruchsvoll gebaut und mit Einstieg aus Edelstahl sorgen beim Biopool spezielle Filter für die vollbiologische Wasseraufbereitung. Moderne Technik und Reinigungsroboter garantieren chlorfreies, stets kristallklares Wasser.
Pflege und Wartung sind vorwiegend automatisiert. Das entspricht den heutigen Ansprüche, wonach Besitzer einen pflegeleichten, sauberen Teich möchten. Mal misst er als Tauchbecken zwei auf zwei Meter, oft 15 auf drei. Auch manch alter Swimmingpool lässt sich ohne großen Aufwand auf das chemiefreie Filtersystem umrüsten.
Ob nun bepflanzt oder ohne Grün, der Bau eines Schwimmteichs ist nicht gerade billig. Folie und Technik kosten 20 000 bis 25 000 Euro. Den Erdaushub oder das Einsetzen der Pflanzen kann man selbst übernehmen. Mit Planung, Abdichtung und Installationen sollte man einen Fachbetrieb beauftragen.