Sommenhardt darf keinen Namens-Zusatz mehr führen. Foto: Thomas Fritsch

Einst wurden hier bis zu 2000 Übernachtungen pro Jahr registriert. Nun verliert Sommenhardt seinen Namens-Zusatz. Kein Beinbruch, meint Bürgermeister Markus Wendel.

Rund 46 Jahre lang durfte Sommenhardt sich mit einem besonderen Titel schmücken. 1978 sei dem Stadtteil das Prädikat Erholungsort verliehen worden, berichtet Franziska Bürkle, Leiterin der Teinachtal-Touristik, auf Anfrage unserer Redaktion. Diesen Namens-Zusatz trug das Dorf seitdem – bis jetzt.

 

Denn damit, erklärte Bad Teinach-Zavelsteins Bürgermeister unlängst im Gemeinderat, sei es nun vorbei. Der Grund ist so simpel wie einleuchtend: Sommenhardt erfüllt die Voraussetzungen nicht mehr.

Mindestens 100 Schlafgelegenheiten

Und Kriterien gibt es einige, führt Bürkle aus. Dazu gehören etwa Gast-Betriebe im Ort, die durch den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) oder den Deutschen Tourismusverband (DTV) zertifiziert sind.

Zudem müssen mindestens 100 Schlafgelegenheiten hinzukommen – und eine Mindestaufenthaltsdauer von durchschnittlich jeweils 2,5 Tagen pro Jahr und Gast. Kommen also beispielsweise 1000 Gäste im Jahr, die aber jeweils nur einen Tag bleiben, ist dieses Kriterium nicht erfüllt.

In Spitzenzeiten rund 2000 Übernachtungen

Außerdem werden Erholungsbereiche mit „naturräumlichem Bezug“ (eine Art Ruhezone oder Liegewiese für Gäste) sowie barrierefreie öffentliche Toiletten benötigt.

Das Hauptproblem an all diesen Anforderungen: „Sommenhardt hat aktuell keine Übernachtungsbetriebe mehr“, berichtet die Leiterin der Teinachtal-Touristik.

Einst war das anders. In Spitzenzeiten wurden im Ort rund 2000 Übernachtungen pro Jahr verzeichnet.

Einiges wird noch erfüllt

Und einige Kriterien würde Sommenhardt sogar immer noch erfüllen. Etwa die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, eine Verkehrsberuhigung im Ort (Tempo-30-Zone), Wanderwege.

Eine Überprüfung, ob der Stadtteil diese Kriterien noch erfüllt, erfolgte laut Bürkle nicht – bis jetzt. Im Unterschied zu Zavelstein und Bad Teinach, wo es regelmäßige Luft- und Bioklimamessungen gebe.

Nicht auf Ortsschildern vermerkt

Dass Sommenhardt fortan sich fortan nicht mehr „Erholungsort“ nennen darf, hat die Stadt Bad Teinach-Zavelstein nun dieser Tage an des Regierungspräsidium Karlsruhe gemeldet.

Immerhin: Auf den Ortsschildern von Sommenhardt stand das Prädikat nicht vermerkt. Ein Austausch ist daher nicht erforderlich.

Bürgermeister Wendel sah den Verlust des Namens-Zusatzes indes gelassen. Er zeigt sich überzeugt, dass dies „uns in unserer touristischen Vielfalt überhaupt nichts macht“. Prädikate dieser Art seien heute nicht mehr entscheidend für Touristen; viel wichtiger sei die richtige Infrastruktur vor Ort.