Vorfreude auf das neue Hotel "Sombea" im Neckarstadtteil herrscht bei Daniel Repp (von links), Florence Wencke, Andreas Schirling (Technischer Leiter), Marcel Klinge und Viktor Kromm. Foto: Pohl

Die Tourismus- und Hotelleriebranche leidet seit Monaten unter der Corona-Pandemie. Für die einen bedeutet das enorme Verluste, für andere sogar der pure Überlebenskampf. Genau in dieser Zeit entsteht am ­Neckar jedoch ein neues, großes Projekt namens "Sombea".

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VS-Schwenningen - Leicht sei es momentan nicht, erklärt Daniel Repp, einer der Geschäftsführenden Gesellschafter des im Bau befindlichen Hotels an der Reutestraße. Steigende Kosten für Baumaterial, Lieferengpässe und auch die nicht ganz leichte Suche nach Personal sind Folgen der Corona-Pandemie, die auch die Initiatoren des Hotels "Sombea" treffen. Und dennoch: Sie steuern zielstrebig und voller Vorfreude auf die geplante Eröffnung am 1. Oktober zu.

Einer, der diese Sorgen der Hotelbranche kennt, ist der FDP-Bundestagsabgeordnete und VS-Stadtrat Marcel Klinge. Er setzt sich seit gut einem Jahr besonders intensiv für die Belange von Gastronomie und Hotelgewerbe ein und ist Verfechter von Öffnungsschritten mit entsprechenden Hygienekonzepten. Bei seinem Besuch am Freitag auf der Baustelle an der Reutestraße sagt Klinge: "Gutes Personal zu finden war schon vor Corona ein Thema in der Branche. Und jetzt kommen viele durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit zum Nachdenken, orientieren sich vielleicht komplett neu." Dabei müsse es das Ziel sein, die Branche attraktiv zu halten, ist der Abgeordnete überzeugt.

85 Zimmer zur Doppelbelegung

Das, erklärt Repp, treffe sie ebenfalls. Dennoch spiele ihnen bei ihrem Projekt trotz aller Widrigkeiten eines in die Karten: "Unser modernes Konzept bietet den Angestellten die Chance, etwas Neues mitzugestalten – von Anfang an." Das mache das "Sombea" als Arbeitgeber attraktiv. Dennoch sei es längst nicht so, dass von den geplanten 15 bis 20 Mitarbeitern bereits alle Stellen besetzt wären.

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Auf dem Gelände, auf dem einst die Schwenninger Firma Hakos seinen Standort hatte, entsteht bis Oktober ein Hotel mit 85 Zimmern, laut Repp alle für eine Doppelbelegung vorgesehen. Zwar orientiere sich das Konzept klar an Übernachtung mit Frühstück und spreche somit Kurzzeitgäste von einer Aufenthaltsdauer von bis zu drei Tagen an, so manches Schmankerl haben die Investoren und Betreiber dennoch eingeplant. So soll ein großzügiger Barbereich und eine Zigarren-Lounge nicht nur Hotelgästen zur Verfügung stehen, sondern ganz bewusst auch für Besucher angeboten werden. "Wir wollen den Gastronomiebereich abends beleben", macht Repp die Offenheit für externe Gäste deutlich.

Die Lage des Hotels im ­Neckarstadtteil ist ungewöhnlich. Das weiß auch Repp, der das Projekt, dessen Idee vor viereinhalb Jahren entstanden ist, ins Schwenninger Hotelgewerbe einordnet: "Größenmäßig werden wir in etwa mit dem Hotel Central zu vergleichen sein. Ansonsten haben wir jedoch nur noch das Hotel Ochsen und in einer ganz anderen Lage das Holiday Inn", führt Repp aus. Er sieht klare Vorteile für das "Sombea" beim Gedanken an die Nähe zum Messegelände, der Helios-Arena und zur Innenstadt.

Pandemie gibt Ausschlag für Belüftungsanlage

Marcel Klinge spricht im Zusammenhang mit der Lage in einem Wohngebiet bewusst das Thema Parkplätze an, wohl wissend, dass das an anderer Stelle in der Stadt momentan zu massiver Kritik an einem Hotel-Neubau führt. Geplant seien 37 Tiefgaragenstellplätze, gleichzeitig setze man aber auch auf die Nähe zum Bahnhof, erläutert Daniel Repp. Und Viktor Kromm, ebenfalls Geschäftsführender Gesellschafter, ergänzt: "Wenn man nach der baurechtlichen Vorgabe gehen würde, hätten wir gerade einmal zwölf Stellplätze planen müssen. Hier haben wir versucht, das Maximale herauszuholen", versichert er.

Doch nicht nur im negativen Sinn hat die Corona-Pandemie das Projekt beeinflusst, wie Repp berichtet. Man habe anfangs über Themen wie Belüftungsanlagen gesprochen. "Ausschlaggebend, dass wir das Geld nun aber tatsächlich investieren, war die Entwicklung durch Corona." So sei jedes Stockwerk mit einer entsprechenden Anlage versehen, die in allen Räumen die Luft innerhalb von 45 Minuten einmal komplett austauschen wird. "Vom Gastronomiebereich bis in jedes einzelne Zimmer ist das möglich", so Repp. Überhaupt habe die Pandemie Einfluss auf das Hygienekonzept. So würden zukünftig keine Putzwagen für ganze Stockwerke verwendet werden, sondern vorbereitete Mopps und Lappen in einzelnen Boxen für jedes Zimmer, erklärt Florence Wencker von der Firma Wis Wencker Industrie-Service. Sie ist maßgeblich für das Hygiene- und Reinigungskonzept des "Sombea" verantwortlich.

Das "Sombea" dient als Vorzeige-Objekt für weitere Hotels, wie Daniel Repp einen Ausblick auf die Zukunft gibt. "Das Konzept lässt sich auf weitere Projekte übertragen." Konkrete Städte gibt es dafür allerdings noch nicht. "Unser Ziel ist es aber, in von der Größe vergleichbaren Städten weitere Hotels zu bauen und zu betreiben."

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