Die Stadtverwaltung Weil am Rhein geht in die aktive Phase der Bekämpfung über. Die Privathaushalte sollten aufpassen und im Garten aktiv mitwirken.
Sie werden in diesem Sommer wieder zustechen – die Asiatischen Tigermücken. Unklar ist nur, in welchem Ausmaß. Fest steht: Je weniger Brutstätten, desto weniger Plagegeister.
Damit die warmen Stunden auf Terrasse und Balkon nicht zum Spießrutenlauf werden, ist nun auch die Mithilfe Bürger gefragt. Grundsätzlich gilt: Offenes Wasser hat im Garten nichts verloren.
Eierablage war im Herbst
Die Asiatische Tigermücke hat im vergangenen Herbst Eier abgelegt, die selbst langanhaltende Minustemperaturen und Trockenperioden überstehen. Mit den steigenden Temperaturen beginnt nun erneut die Saison der aggressiven Insekten. Aus den Überwinterungseiern entwickeln sich im Wasser die Larven, aus diesen schlüpfen die Insekten – und der Kreislauf startet von vorn.
Behältnisse kontrollieren
Auch die Menschen zieht es nach der dunklen Jahreszeit wieder ins Freie. Viele richten ihre Gärten und Balkone her. Dabei lohnt sich ein genauer Blick, denn Tigermückeneier sitzen bevorzugt am Innenrand von Behältnissen, in denen im letzten Sommer zeitweise Wasser stand: etwa in Blumentöpfen, Fässern oder Tonnen.
Gefäße abschrubben
„Wichtig wäre es, diese Ränder mit einer Bürste kräftig abzuschrubben“, erklärt Laura Seewald, die im Rathaus für die Bekämpfung der Tigermücke zuständig ist. Anschließend sollten Gefäß und Bürste abgespült und das Schmutzwasser auf die Erde gegossen werden – so werden die Eier zuverlässig zerstört.
Um den Tigermücken die Brutmöglichkeiten zu entziehen, muss alles entfernt oder abgedeckt werden, in dem sich Wasser sammelt. Dazu gehören auch Bodenabläufe oder Siphons von Regenrinnen. Diese sollten mit handelsüblichen Fensternetzen abgedichtet werden.
Feuchte Erde reicht nicht
Das Mindeste, was jede und jeder tun kann: Wasser in Behältern regelmäßig ausleeren – jedoch nicht in den Gully, sondern auf Wiese oder Erdboden, damit die Larven vertrocknen. Besonders zu beachten sind die üblichen Verdächtigen: Regenwassertonnen, Untersetzer, Pflanztöpfe mit Wasserreservoir, Eimer, Spielzeug oder Abdeckplanen. „Die Larven der Tigermücke entwickeln sich ausschließlich in Wasserbehältnissen. Feuchte Erde genügt ihnen nicht“, betont Seewald.
Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Bti-Tabletten. Diese werden alle zwei Wochen in stehendes Wasser gegeben. „Bti (Bacillus thuringiensis) ist ein bakterielles Eiweiß, das Mückenlarven im Wasser absterben lässt. Es wirkt sehr spezifisch und ist für Menschen, Tiere und Pflanzen harmlos. Es wird seit Jahrzehnten eingesetzt“, erklärt Seewald.
Solidarität ist wichtig
Die Stadt ruft alle Bürger zur Mithilfe auf. Solidarität spielt eine entscheidende Rolle: „Wenn sie Brutstätten auf Ihrem Grundstück haben, leiden alle Nachbarn mit – egal wie sehr diese selbst darauf achten“, erklärt Seewald. Die Stadtverwaltung betreibt einen hohen Aufwand bei der Bekämpfung, da die Tigermücke exotische Krankheiten wie Dengue, Zika oder Chikungunya übertragen kann.
Team ist vor Ort unterwegs
Derzeit sind wieder die Tigermücken-Bekämpfer der Stadt unterwegs. Sie informieren über die Mücke, zeigen mögliche Brutstätten auf, verteilen Bti-Tabletten und geben Info-Flyer aus. „Sie beraten gerne. Wer von Tigermücken geplagt ist, darf sich jederzeit melden“, sagt Seewald. Die Stadtverwaltung ist zudem auf der Suche nach Hilfskräften, die bei der Bekämpfung unterstützen.
Kontakt zur Stadtverwaltung
Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Stadt Weil am Rhein unter www.weil-am-rhein.de sowie in einem Flyer, der im Rathaus ausliegt. Infos gibt es ebenso bei Laura Seewald, Tel. 07621/704-317 oder eine Nachricht an die E-Mail-Adresse tigermuecke@weil-am-rhein. de – dort können sich ebenso interessierte Hilfskräfte melden.