Informationsbesuch im Solemar: Die FDP-Landtagsabgeordneten (zweiter von links) Erik Schweickert und Frank Bonath (zweiter von rechts) flankiert von Bürgermeister Jonathan Berggötz (links) sowie Kur und Bäder-Chef Markus Spettel. Foto: Martin Gruhler

Der Neubau des Solemars soll kommen – die Frage ist jedoch: Wie soll dieser bezahlt werden? Der FDP-Wirtschaftsexperte Erik Schweickert war nun zu Besuch.

Das Solemar wurde nach dem Rundgang von den beiden Liberalen Erik Schweickert und MdL Frank Bonath sehr positiv gewürdigt. Ihnen gefiel der allgemeine Zustand der Therme – trotz des Alters. Über das Geld und das Thema Staatsbad wurde auch gesprochen.

 

„Das Solemar steht als eines der wenigen Thermen im Land als wirklich positiv da. Es ist wirklich im Schuss“, meinte Schweickert. Trotzdem plädierte er wegen der jetzt vermehrt anstehenden baulichen Problemstellungen der 39 Jahre alten Therme konsequent für einen Neubau und keine „Salamitaktik“ in Einzelschritten.

„Eine Sanierung im Bestand wäre schwierig. Ökonomisch ist ein Neubau einfach sinnvoller.“ Der Vorsitzende des Landesparlamentsausschusses für Landesentwicklung, Tourismus, Handwerk und Mittelstand unterstrich: „Das Solemar steht für Bad Dürrheim als zentraler Leuchtturm dar. Es ist die genau genommen Aorta der Stadt.“

Stuttgart sieht Solemar als wichtiger Standortfaktor

Somit wird auch in der Landeshauptstadt das Solemar als ganz wichtiger Standortfaktor in der Daseinsfürsorge mit seinen Gesundheitsaspekten im Allgemeinen aber auch mit der Reha-Therapie als besonders bedeutend angesehen.

Der Wirtschaftsexperte informierte Bürgermeister Jonathan Berggötz sowie den Kur und Bäderchef Markus Spettel, dass aus dem Förderprogramm TIP die garantierte Fördersumme von 65 Prozent, der Maximalbetrag jedoch 2,5 Millionen Euro beträgt – laut Gesetzeslage. Der Höchstbetrag sei somit erreicht. Der Idee eines Staatsbades steht er jedoch entgegen.

60 Millionen Euro für den Neubau

Das Projekt wird nach ersten Überlegungen seitens der Stadt mit einem Geldvolumen von 60 Millionen Euro hochgerechnet. Schweickert sieht Bad Dürrheim dadurch bevorteilt, dass im nahen Umkreis keine konkurrierenden Kurstädte liegen und so bei (weiteren) Förderungen keine „eifersüchtigen“ Streitigkeiten aufkommen würden.

Er brachte Gedanken auf, das Solemarprojekt mit einer Art „Kleinen Gartenschau“ zu verknüpfen. In 1994 war die Landesgartenschau in der Wellnessstadt mit vielen nachhaltig positiven Aspekten ausgetragen worden.

Auch die Nachnutzung des dann alten Solemars wurde andiskutiert, allein schon wegen des architektonisch äußerst interessanten Kuppeldachs. Kur und Bäder-Chef Spettel nannte Überlegungen, das Ensemble in ein Hotel umzuwandeln.

Gewinn der Therme ist sechsstellig

Spettel informierte für das vergangene Jahr auch über die Übernachtungszahl von 650 000 in Bad Dürrheim. Während die Kur und Bädergesellschaft insgesamt mit einem Defizit arbeitet, freut sich Spettel über das finanzielle Wohlgedeihen der Therme selbst: „Im Jahr machen wir mit dem Solemar einen Gewinn im sechsstelligen Euro-Bereich.“

Bürgermeister Berggötz informierte, dass zusammen mit dem Architekten Gerd Grohe (Kohler-Grohe Architekten Tübingen/Stuttgart) ein Konzept für den Solemar-Neubau erstellt werden würde. Mit seinem Anforderungskatalog und Ausschreibungen könnte dieses etwa in einem halben Jahr ausgearbeitet sein.

Der in Pforzheim lebende Schweickert ist der Landtagsabgeordnete für den Enzkreis. Er ist fest überzeugt, dass die FDP wieder ins Landesparlament einziehen wird. Für die Liberalen kann er sich dann durchaus vorstellen in einer neuen Regierung beteiligt zu sein.

In einer Koalition würde für ihn die wirtschaftliche Landesentwicklung und ganz besonders der Tourismus wichtig sein – daran verknüpft eben auch das Solemar. Weitere Politiker wollen vor den Landtagswahlen im Solemar ein Stell-dich-ein geben. So will deren Grüne-Spitzenkandidat Cem Özdemir am 8. Januar in den Wellnesstempel hineinschauen. An diesem Tag ist er abends in der Neuen Tonhalle in Villingen zu erleben.

Planung

Standort und Thermenhotel
Die Fläche südwestlich des Solemars wird als neuer Standort favorisiert, da es sich um städtische Grundstücke, beziehungsweise Eigentum der Kur und Bäder GmbH handelt, informiert das Unternehmen. „Wo genau was entstehen könnte, wird der Architektenwettbewerb zeigen“, erklärte Markus Spettel. Fest steht: Das seit einigen Jahren geplante Thermenhotel soll in diesem Zusammenhang mit rund 120 Zimmern durch einen Investor realisiert werden.