Militärfahrzeuge in Trossingen zogen in den vergangenen Tagen so manchen Blick auf sich. Hintergrund ist die Feldeinsatzübung „Musette II“, die am Montag zu Ende geht. Der Tag der Öffentlichkeit am Samstag wurde gerne genutzt.
Die Feldeinsatzübung „Musette II“ des 3. Deutsch-Französischen Versorgungsbataillons erstreckte sich seit dem vergangenen Dienstag über die ganze Patenstadt. Vereine, Unternehmen und die Stadtverwaltung unterstützten auf vielfältige Weise, sagte der für die Pressearbeit zuständige Oberleutnant Julian Gruler am Tag der Öffentlichkeit am Samstag. Im vergangenen Jahr waren wir mit ’Musette I’ hier – als Sommerübung. ’Musette II’ ist auf die Bedingungen im Winter ausgelegt.“ Und den spürten die Soldaten insbesondere am vergangenen Donnerstag und Freitag mit Macht.
Beim Tag der Öffentlichkeit am Samstag hatte sich das Bataillon mächtig ins Zeug gelegt, um zivilen Besuchern zu zeigen, was während der Feldübung so alles angepackt wurde. Start war mit einem Feldgottesdienst. Anschließend stand der öffentliche Appell auf dem Rathausplatz auf dem Programm. Dabei wurden zwei Soldaten mit einer Einsatzmedaille ausgezeichnet, vier weitere erhielten eine förmliche Anerkennung. Bürgermeisterin Susanne Irion sagte am Rande der Veranstaltung: „Die Soldaten waren eine Woche lang mitten in der Stadt untergebracht – und in dieser Zeit Stadtgespräch“.
Bürger bringen Kuchen
Major Marcus Birckholtz leitet die 3. Kompanie des Deutsch-Französischen Versorgungsbataillons. „Am Anfang haben wir viele neugierige Blicke auf uns gezogen. Die Kooperation hat gut funktioniert.“ Bürger oder Vertreter von Vereinen kamen und brachten beispielsweise Kuchen für die Soldaten vorbei. Man bekomme vor Ort einen Eindruck davon wie entbehrungsreich das Leben der Soldaten sein könne. Ein Teil habe während der Übung in (beheizten) Zelten geschlafen, andere auf einem Bauernhof oder in einem Gewächshaus – immer auf Feldbetten. Im Einsatz sind bis am Montag 250 Soldaten und 60 Fahrzeuge. Seit dem Krieg in der Ukraine sei das Thema Krieg – diesmal in Europa – bei vielen Menschen offenbar präsenter, und die Soldaten spürten das durch das Mehr an Wertschätzung für ihre Aufgabe.
Schwerpunkt dieser Übung ist denn auch laut Oberleutnant Gruler das Thema Landesverteidigung im Bündnisfall. Das Versorgungsbataillon unterstütze die Kampfverbände mit allem, was dafür notwendig sei. Das reiche von Munition über Instandsetzung schadhaften Geräts bis zum Essen. Während der Feldübung ruhte übrigens die „echten“ Aufgaben des Bataillons nicht sondern wurden über den temporären Standort Trossingen abgewickelt.
Tarnung ist wichtig
Bestandteil der Übung ist außerdem, dass das Versorgungsbataillon an seinen Standorten nicht auffällt und eine entsprechende Tarnung aufbaut. Wie das alles genau funktioniert – darüber konnten sich Besucher am Samstag genauer informieren. Mit dem Bus wurden sie an vier verschiedene so genannte Teilversorgungspunkte gefahren. Hier hatte man Demonstrationen mit schwerem Gerät und Großfahrzeugen wie Panzer vorbereitet, und es bestand die Möglichkeit, mit den Soldaten ins Gespräch zu kommen. Außerdem bekam man einen Eindruck davon, was Arbeiten in eisiger Kälte bedeuten kann.
Am Montag heißt es Rückbau der verschiedenen genutzten Stationen im Stadtgebiet. Die Soldaten können zurück an den Heimatstandort Donaueschingen und zu ihren Familien, die sie jetzt länger nicht gesehen haben.
Das 3. Deutsch-Französische Versorgungsbataillon:
Die deutsche 3. Kompanie ist in Donaueschingen beheimatet. Die Soldaten haben dort den vorrangigen Auftrag, das Material der Deutsch-Französischen Brigade instand zu halten und die Versorgung mit Gütern aller Art sicherzustellen.
Die Patenschaft:
Seit mehr als 20 Jahren besteht eine Patenschaft zwischen der 3. Kompanie und der Stadt Trossingen.