Aus dem Oberen Solbad soll eine "Bürger:Werk:Stadt" werden. Das plant die "BI DENK-MAL". Foto: Siegmeier

Seit Jahren fristet das "Obere Solbad" in der Oberamteigasse 10 ein trauriges Dasein. Doch das scheint nun vorbei zu sein. Die Bürgerinitiative "DENK-MAL" möchte das geschichtsträchtige Gebäude zu einem Bürgerhaus – einer Bürger:Werk:Stadt machen.

Rottweil - So manche schlaflose Nacht, so manchen ausgebissenen Zahn und manche Anfeindung mussten die Mitglieder der Bürgerinitiative "Kapuziner" aushalten, als es um den Erhalt des ehemaligen Denkmals Kapuzinerkloster ging. Doch all dies hat sich gelohnt, wenn man sich das Schmuckstück heute anschaut. Warum also all die Erfahrung und all die Kontakte der vergangenen Jahre über den Haufen werfen und die Bürgerinitiative, die ja ihrem Zweck erfüllt hat, zu Grabe tragen?

Neues Projekt in der Mache

"Das wäre schade", waren sich Vorsitzender Henry Rauner und der zweite Vorsitzende Boris Braun schnell einig. Zu tun, gibt’s in Rottweil noch genug, betonten sie.

Sie überzeugten davon Vorstand, Ausschuss und Mitglieder und so wurde aus der Bürgerinitiative "Kapuziner" jetzt die "BI DENK-MAL". Erst vor wenigen Tagen ging die Genehmigung für die Satzungsänderung ein, erzählen Rauner und Braun. Und das ist gut so, denn das nächste Projekt wartet bereits auf seine Umsetzung. Die BI hat das einstige Obere Solbad, oder "Oberes Soolbad" wie die Ursprungsbezeichnung lautet, bereits gekauft und viele Ideen für die künftige Nutzung. Jetzt geht die Suche nach Mitstreitern los.

Die BI möchte mit dem "Soolbad" ein "Bürger"-Haus, oder vielmehr eine "Bürger:Werk:Stadt" schaffen, wie Henry Rauner auf Anfrage berichtet. Das Gebäude wurde 1893 durch den aus Stuttgart stammenden Heinrich Eller errichtet. In dem Gebäude war eine "Wein-Wirtschaft" und ein "Sol-und Mineralbad" untergebracht, das von der Saline Wilhelmshall mit Sole versorgt wurde.

Die Bürgerinitiative sieht in dem Gebäude ein "weiteres baugeschichtlich erhaltenswertes Haus". Es ist in seiner ursprünglichen Bauart erhalten, muss aber grundlegend erneuert werden. "Das Haus soll mit gemeinschaftlicher Nutzung anderer Vereine, Bürger und der Kommune selbsttragend betrieben werden können", so die Idee der BI.

Hoher sechsstelliger Betrag

800 000 Euro soll die Umgestaltung zur "Bürger:Werk:Stadt, mit Vereinsräumen, Räumen für kleinere Veranstaltungen, Ateliers, einer Gaststube und musealen Baderäumen kosten. 200 000 Euro steuert die BI bei. "Als nächstes gilt es Unterstützer, Sponsoren und neue Mitglieder zu gewinnen", lässt Rauner wissen. In den nächsten Wochen soll das Gebäude winterfest gemacht werden.

Wann Baubeginn ist, steht noch nicht fest. "Zunächst wird die Architektin Pläne erstellen, so dass man entsprechende Fördermittel beantragen kann und man überhaupt weiß, wo die Reise hingeht", so der Vorsitzende.

In den nächsten Wochen werde man den Kontakt zur Stadtverwaltung und zum Landkreis suchen, um über Nutzungskonzept, Brandschutz und Zuschuss zu sprechen. Im nächsten Schritt werde man Fördermittel generieren und mit Anwohnern reden.

Und was braucht es für den Erfolg des Projektes? "Engagierte und tatkräftige Bürger, die richtige Vernetzung, gemeinsame Arbeitseinsätze und Öffentlichkeitsarbeit, ein Bau-Konzept, das mit dem Denkmalamt abgestimmt ist, sowie ein Finanzierungs- und Nutzungskonzept", so Rauner.