Groß war das Publikumsinteresse an der Diskussion um den Solarpark. Foto: Schweizer

Lautlingen soll zwei Solarparks bekommen – der Ortschaftsrat hat grünes Licht dafür gegeben. Am Donnerstag, 29. September, berät der Albstädter Gemeinderat.

Albstadt-Lautlingen - Zwei Solar-"Felder" sind geplant, ein "Nordfeld" im Gewann "Oberer Berg" und ein "Südfeld" im Gewann "Haslen". Die Gesamtfläche beträgt 28,7 Hektar, von denen 17 Hektar auf das Nordfeld entfallen.

Seit Januar 2021 ist einiges passiert

Auf diesem sind die Planungen bereits einen Verfahrensschritt weiter als beim Südfeld; im Gemeinderat steht am Donnerstag der Auslegungsbeschluss auf der Tagesordnung. Im Falle des Südfelds wird dagegen erst die Aufstellung eines Bebauungsplans beantragt.

Referent im Ortschaftsrat war Martin Homm vom Stadtplanungsbüro Künster, der kurz darlegte, was seit der ersten Präsentation des Projekts im Januar 2021 passiert ist, und dann auf Einzelheiten der Planung für die beiden Flächen des Nordfelds einging. Um diese soll, entsprechend den Auflagen, ein "grünes Band" gezogen werden; für die Module, die nicht höher als vier Meter aufragen dürfen und 10,2 Megawatt Strom erzeugen sollen, verbleiben rund elf Hektar. Günther Kirschbaum wollte wissen, wo der Strom eingespeist werde – ins reguläre Stromnetz, ließ ihn der Kollege Thomas Haas wissen.

Vor Torfelsen aus gut sichtbar

Laut Martin Homm sind nur sehr wenige kritische Einwände von Seiten der Träger öffentlicher Belange eingegangen; diese würden berücksichtigt. Laura Bäumler vom Tübinger Büro Menz Umweltplanung versicherte, dass Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen seien, und stellte fest, dass man vom Torfelsen direkt auf die Anlage schauen könne. Vom Felsenmeersteig und vom Wachtfelsen aus sehe man dagegen nur die dunkle Rückseite der Module, die sich kaum gegen den Wald abhebe.

Günther Kirschbaum widersprach: "Das Landschaftsbild wird völlig verändert." Im Bereich Artenschutz, so Bäumler, sei viel untersucht, aber wenig gefunden worden; das Gleiche gelte für das Südfeld. Es gebe einige wenige Auflagen; die würden erfüllt.

Zwei Enthaltungen

Am Ende stimmten die Räte in beiden Fällen mehrheitlich der Planung zu – im Falle des Nordfelds enthielten sich zwei von ihnen, im Fall des Aufstellungsbeschlusses Südfeld gab es eine Enthaltung.

Für Dezember und Januar ist eine frühzeitige Öffentlichkeits- und Trägerbeteiligung vorgesehen. Wie Ortsvorsteher Heiko Peter Melle mitteilte, wurde im Vorfeld ein Pachtvertrag zwischen der Familie Schneider und der Eigentümerfamilie Stauffenberg neu gefasst; zudem wurde ein Vertrag zur Pflege der Solarflächen mit Familie Schneider geschlossen.