An den Bertholdshöfen zwischen Villingen und Schwenningen soll der Solarpark entstehen. Foto: Marc Eich

20 Hektar Solarmodule und wohl keine Agri-PV-Anlage: Die Planungen für den Solarpark an den Bertholdshöfen schreiten voran. Die Stadt informiert jetzt über den Zwischenstand.

Still geworden ist es um den großen Solarpark an den Bertholdshöfen zwischen Villingen und Schwenningen – dabei laufen im Hintergrund die Planungen für das Projekt weiter auf Hochtouren. Die Stadt hat nun Informationen zum aktuellen Stand und den geplanten Veränderungen veröffentlicht.

 

Worum geht es bei dem Projekt?

Um bis 2035 möglichst klimaneutral zu werden, planen die Stadtwerke Villingen-Schwenningen gemeinsam mit der Thüga Erneuerbare Energien einen großen Freiflächen-Solarpark im Zentralbereich der Stadt. Das Vorhaben rief Kritiker auf den Plan, in der Folge hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet. Die Hauptkritikpunkte: der Wegfall von Naherholungsfläche wie dem Sonnenblumenfeld und landwirtschaftlich genutzter Fläche.

Wie groß soll der Solarpark werden?

Der ursprüngliche Untersuchungsraum umfasste rund 80 Hektar. Inzwischen wurde der Bereich jedoch auf etwa 35 Hektar reduziert. Tatsächlich mit Solarmodulen belegt werden sollen nach aktuellem Stand rund 20 Hektar. Der restliche Bereich entfällt unter anderem auf Wege, Abstandsflächen, Biotope und andere Freiflächen.

War ursprünglich eine andere Form der Nutzung geplant?

Ja. Zunächst wurde geprüft, ob der Solarpark als sogenannte Agri-PV-Anlage umgesetzt werden könnte, also mit einer parallelen landwirtschaftlichen Nutzung. Inzwischen tendieren die Planungen jedoch zu einer klassischen Freiflächen-Photovoltaikanlage, weil damit auf derselben Fläche mehr Strom erzeugt werden kann.

Wie lange würde die Anlage bestehen bleiben?

Die vorgesehene Nutzungsdauer liegt bei etwa 30 Jahren. Danach soll die Anlage nach Angaben der Stadt vollständig zurückgebaut werden. Laut Vorlage könnten die Flächen anschließend wieder uneingeschränkt landwirtschaftlich genutzt werden.

Wie weit ist das Verfahren bereits fortgeschritten?

Die ersten Beschlüsse wurden bereits 2024 und 2025 gefasst. Sowohl bei der Änderung des Flächennutzungsplans als auch beim Bebauungsplan liefen bereits frühzeitige Beteiligungsverfahren für die Öffentlichkeit und Behörden. Dabei gingen Stellungnahmen ein. Die nächste formelle Beteiligungsphase soll nach weiterer Konkretisierung der Planungen folgen. Zudem sind weitere Gespräche mit Eigentümern geplant, um die benötigten Flächen sichern zu können.

Welche Gutachten sind noch notwendig?

Erforderlich sind unter anderem artenschutzrechtliche Untersuchungen sowie ein Blendgutachten. Aktuell laufen laut Vorlage insbesondere Abstimmungen wegen möglicher Auswirkungen auf Feldlerchen.

Wie geht es nun weiter?

Noch müssen Flächen vertraglich gesichert und die genaue Planung konkretisiert werden. Danach sollen die Unterlagen für die nächste Beteiligungsrunde vorbereitet werden. Nach aktuellem Stand könnten die Planverfahren Anfang 2027 abgeschlossen werden – sofern sich keine größeren Änderungen mehr ergeben.