Balkonkraftwerke sind kleine Photovoltaikanlagen zur Erzeugung von elektrischem Strom. Die Leistung ist auf 800 Watt begrenzt. Foto: Sauer

Fast eine Million Balkonkraftwerke gibt es in Deutschland. Auch im Kinzigtal sind sie beliebt. Knapp 300 hat die Bundesnetzagentur registriert.

Gemütlich auf dem Balkon sitzen und zusehen, wie auf diesem Strom produziert wird: Das geht mit einem sogenannten Balkonkraftwerk. Dabei handelt es sich um eine kleine Photovoltaikanlage zur Erzeugung von elektrischem Strom, die oft, wie der Name schon sagt, auf dem Balkon angebracht wird. Dort muss sie aber nicht zwingenderweise installiert werden. Die Anschlussleistung dieser kleinen Solaranlage ist auf 800 Watt begrenzt. Bei Sonnenschein speisen sie ihre Leistung über eine Steckdose in das Netz des Besitzers ein, der dadurch weniger Strom von seinem eigentlichen Versorger beziehen muss. Erzeugt das Balkonkraftwerk mehr als der Besitzer verbraucht, wird der Überschuss ins Netz eingespeist. Geld bekommt der Besitzer dafür aber nicht. Mit Beginn des Ukraine-Kriegs waren Balkonkraftwerke plötzlich sehr gefragt. Vor einem Jahr waren im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur 500 000 erfasst. Mittlerweile sind es fast eine Million. Laut dem Register gibt es auch im Kinzigtal einige. Insgesamt 243 Stück sind dort erfasst.

 

Steinach: So sind im Marktregister in Steinach insgesamt 34 sogenannte „steckfertige Solaranlagen“ zu finden. Der Großteil davon, nämlich 17. ging 2024 ans Netz, 2025 waren es bisher zehn. Die erste ging 2022 in Betrieb, ein Jahr später waren es schon sechs.

Haslach: Balkonkraftwerke waren in Haslach auch im Gemeinderat oft Thema. 2023 wurde die Altstadtsatzung Haslachs dahingehend geändert, dass Solaranlagen auf den Dächern der Altstadthäuser zugelassen werden, sofern sie in repräsentativen, historisch hochwertigen Schauräumen nicht einsehbar sind. Balkonkraftanlagen wurden davon jedoch ausgenommen, was seinerzeit für Diskussionen sorgte. Nichtsdestotrotz gibt es laut Marktstammdatenregister mittlerweile 75 solcher Kleinkraftwerke in Haslach. Die meisten wurden 2024 installiert, nämlich 38 Stück. Auch in diesem Jahr gehen viele in Betrieb. Stand jetzt wurden 2025 26 Balkonkraftwerke eingebaut. Die ersten vier gingen in Haslach 2022 ans Netz, 2023 waren es zwölf.

Hofstetten: Als kleinere Gemeinde gibt es in Hofstetten dementsprechend weniger. 14 sind im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert. Auch hier zeigt sich, dass die ersten wenigen Balkonkraftwerke 2022 ans Netz gingen; nämlich zwei. 2023 und 2024 steigerte sich deren Zahl um drei und vier und in diesem Jahr sind in den vergangenen sechs Monaten noch einmal fünf hinzugekommen.

Mühlenbach: Insgesamt 16 kleine Sonnenstrahlkraftwerke sind in Mühlenbach zu zählen. Und es gibt hier wahren Pionier: Das erste Balkonkraftwerk wurde bereits 2020 registriert. Danach gab es allerdings eine lange Pause und erst 2023 kamen sechs weitere hinzu, 2024 noch einmal fünf. Und auch in diesem Jahr scheinen sie beliebt zu sein: Allein in den vergangenen sechs Monaten wurden vier Stück installiert.

Fischerbach: Auch in Fischerbach gab es recht früh schon ein Balkonkraftwerk. 2020 ging das erste ans Netz, zwei Jahre später folgten zwei weitere, genau wie 2023. Einen wahren Boom erlebten die Mini-Kraftwerke dann im Jahr 2024, als sechs neue in Fischerbach registriert wurden. 2025 scheint es etwas ruhiger zu bleiben. Nur ein weiteres wurde im laufenden Jahr bisher installiert, so dass mittlerweile 13 gezählt werden.

Hausach: Knapp 6000 Einwohner leben in Hausach und 53 davon besitzen ein Balkonkraftwerk. Zumindest sind so viele Marktstammdatenregister erfasst. Fünf davon gingen 2022 ans Netz, elf 2023 und 24 im Jahr 2024. In den vergangenen sechs Monaten kamen 13 neue hinzu.

Wolfach: Auch in Wolfach gab es die meisten Anmeldungen für Balkonkraftwerke 2024: 23 wurden vor einem Jahr registriert. 2022 war es mit gerade einmal drei los gegangen acht weiter kamen 2023 hinzu. Nach dem Boom in 2024 scheinen sie auch in diesem Jahr sehr beliebt zu sein: 16 kleine Solaranlagen wurde in den vergangenen sechs Monaten angemeldet. Insgesamt gibt es in Wolfach also 53 Balkonkraftwerke.

Oberwolfach: In Oberwolfach wurden Balkonkraftwerke vergleichsweise spät beliebt. Erst 2023 wurden zwei angemeldet, allerdings steigerte sich deren Zahl 2024 schon auf zehn. Und der Trend zur eigenen Klein-Solaranlage hält in der Gemeinde an: 2025 ist zur Hälfte vorbei und es wurden schon sechs neue registriert. Insgesamt gibt es in Oberwolfach jetzt 16 Stück.

Gutach: Gutach zählt zum jetzigen Zeitpunkt 19 Balkonkraftwerke. Die ersten wurden 2023 angeschlossen. Ein Jahr später, im Jahr 2024 waren sie schon sehr beliebt: elf weitere wurden registriert. Und der Trend hält an: In den sechs Monaten von 2025 wurden fünf neue registriert.

Hornberg: Hornbergs Bürger scheinen sehr interessiert an Balkonkraftwerken zu sein. 43 sind hier registriert, davon sind drei aber erst in Planung und noch nicht im Betrieb. Registriert wurden die ersten drei 2022. 2023 kamen sieben weitere hinzu. Eines davon wurde allerdings schon stillgelegt. 2024 wurden 18 angemeldet, 2025 waren es bisher 15.

Wirtschaftlichkeit

Balkonkraftwerke gelten im Allgemeinen für den Verbraucher als recht profitabel, wenn die Module richtig ausgerichtet und nicht verschattet werden. Außerdem fließen der Anteil des Eigenverbrauchs, der Strompreis des Versorgers und die Anschaffungskosten in die Renditeberechnung ein. Nach Schätzungen der Verbraucherzentrale amortisieren sich Balkonkraftwerke innerhalb von drei bis zehn Jahren. In Deutschland gibt es staatliche und kommunale Förderungen für Balkonkraftwerke. Deren Höhe kann je nach Wohnort und den Umständen variieren.