Immer wieder kommt es nach Einbruch der Dunkelheit in Villingen zu teils heftigen Knallgeräuschen. Zeugen berichten in der Nacht auf Montag gar von einer Detonation. Polizei und Stadt bestätigen solche Vorfälle. Doch was steckt dahinter?
Manch einer in Villingen schreckte am vergangenen Montagmorgen gegen 4.45 Uhr hoch. Im Bereich der Innenstadt war eine laute Detonation zu hören. Kurz darauf: wieder Stille.
Immer wieder kommt es in jüngster Zeit, das berichten Ohrenzeugen, zu Knallgeräuschen, teils auch in heftiger Form. In den sozialen Netzwerken melden sich zahlreiche Betroffene. Deutlich wird dabei, dass es zu unterschiedlichsten Uhrzeiten zu Knallgeräuschen kam, die in verschiedenen Stadtteilen zu hören waren.
So melden sich beispielsweise mehrere Anwohner aus dem Steppach, die davon berichten, dass dies bereits öfter passiert sei, „hört sich an als ob jemand Böller oder so irgendwo reinsteckt“, dort sei „fast täglich“ ein Knall zu hören. Die Zeiten seien unterschiedlich, mal gegen 22.30 Uhr, manchmal morgens um 5 Uhr.
Phänomen fast imgesamten Stadtgebiet
Aus dem Haslach meldet man entsprechende Wahrnehmungen „seit circa zwei Monaten“, in der Hammhalde habe man ein solches Geräusch „schon öfter gehört“. Dort in der Nähe sei zudem schon um 4 Uhr morgens beobachten worden, wie kurze Zeit später ein Auto aus Richtung Friedengrund davon fuhr.
Aber auch in der Innenstadt, im Bereich der Südstadt und im Gebiet Goldenbühl, an der Sonnhalde sowie in den Erbsenlachen hätten Ohrenzeugen bereits einen solchen Knall gehört. Es scheint sich also um ein Phänomen zu handeln, das fast im gesamten Stadtgebiet auftritt.
Bürger melden sich, Polizisten spitzen die Ohren
Der Polizei sind die Wahrnehmungen bekannt, mehr noch: Auch Beamte hätten diese mysteriösen Geräusche gehört, wie Polizeisprecher Daniel Brill auf Anfrage unserer Redaktion erklärt: „Es haben in letzter Zeit verschiedene Bürger ein solches Geräusch gemeldet. Auch ist es selbst Mitarbeitern des Polizeireviers schon aufgefallen.“ Allerdings habe keine konkrete Ursache festgestellt werden können. Brill bringt in diesem Zusammenhang lediglich die Jagdsaison ins Spiel.
Nachfrage beim stellvertretenden Forstamtsleiter Roland Brauner. „Ja, das war hier auch schon Thema“, erklärt er. Allerdings könne er sich nicht vorstellen, dass es hier einen Zusammenhang mit Jagdaktivitäten gibt – aus gleich mehreren Gründen. „Gerade wird nicht viel geschossen, nur Rehböcke. Erst im September geht die Jagdsaison wieder los.“ Am späten Sonntagabend gegen 23 Uhr sei im Neuhäuslewald noch eine Wildsau geschossen worden, das würde man aber kaum im Villinger Stadtgebiet hören.
Jäger arbeiten mit Schalldämpfern
Aus Arbeitsschutzgründen würde ohnehin mittlerweile mit Schalldämpfern gearbeitet, sodass die Schussgeräusche seinen Angaben zufolge nicht mehr so weit getragen werden. „Das darf man sich aber nicht wie bei James Bond vorstellen, da werden insbesondere die Hochtöne weggenommen“, erläutert Brauner. Wenn man nachts im Wald unterwegs ist, könnten die Schüsse gehört werden, in der Stadt aber eher nicht.
Dass es diese Knallgeräusche aber definitiv gibt, weiß man auch in der Stadtverwaltung, wie Pressesprecher Patrick Ganter bestätigt: „Die lauten Knalle im Stadtbezirk Villingen sind bei der Stadt bekannt, teils auch durch eigene Wahrnehmungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im privaten Umfeld.“ Jedoch herrsche hier ebenso Rätselraten über eine definitive Ursache.
Stadt vermutet Böller als Ursache
Meist sei der Kommunale Ordnungsdienst um diese Uhrzeit nicht mehr unterwegs. Aber selbst wenn, sei es für die Mitarbeiter schwierig, solche Vorfälle zu ermitteln oder gar zu vereiteln.
Aber dennoch hat man bei der Stadtverwaltung eine Spur, was hinter den Knallgeräuschen stecken könnte – auch wenn Ganter dies als Spekulation bezeichnet. Demnach könnten die Knallgeräusche von gezündeten Böllern herrühren. „In der Vergangenheit ist es uns in Einzelfällen und an verschiedenen Örtlichkeiten schon gelungen, das Abbrennen von Feuerwerkskörpern beziehungsweise die dafür verantwortlichen Personen festzustellen“, so der Pressesprecher.
Zuletzt habe man am 26. Juli im Bereich Auf der Steig Verantwortliche dingfest machen können. In der Folge sei dann auch ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Ein Ende der Knallgeräusche konnte damit aber nicht erreicht werden.