In der Winterpause übernahm Janick Schramm den SC Neubulach als Tabellenvorletzter der Kreisliga A. Jetzt ist nach zehn Siegen in elf Spielen sogar noch der Aufstieg drin.
Ein bisschen muss dann auch Janick Schramm schmunzeln, als er auf den rechnerisch noch möglichen Aufstieg des SC Neubulach in die Bezirksliga angesprochen wird. Neun Punkte liegt er in der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga A hinter dem Tabellenzweiten VfL Ostelsheim, drei Spiele bestreitet er noch in dieser Saison. „Wir spielen ja sogar Ende Mai gegen den VfL Ostelsheim. Und der muss übernächste Woche zum Tabellenführer SV Schönbronn“, sagt der 33-Jährige über die nicht völlig unrealistische Chance auf das Erreichen des Relegationsplatzes. So wirklich ernst meint Schramm das allerdings nicht, denn: „Man muss das alles richtig einschätzen und sehen, woher wir kommen.“
Der SC Neubulach kommt von den Abstiegsplätzen. Tabellenvorletzter war er, als der frühere Regionalliga- und Oberliga-Spieler (1. Göppinger SV, SSV Reutlingen, 1. CfR Pforzheim) den Sportclub übernahm. Es folgten zehn Siege in elf Spielen. Und das obwohl die gleiche Mannschaft wie in der Hinrunde auf dem Platz steht.
Was Schramm beim SCN anders macht? „Eigentlich nicht viel“, räumt der gebürtige Böblinger ein und zeigt auf: „Ich habe gemerkt, dass die Jungs gut sind und der Verein gut strukturiert ist. Daher habe ich kaum etwas verändert und auch die Trainingsabläufe weitgehend übernommen.“
Mehr Trainingsbeteiligung
Zwei entscheidende Dinge haben sich dann aber doch verändert: Zum einen hat die Mannschaft ihr Selbstvertrauen zurückgewonnen und zum anderen ist die Trainingsbeteiligung im Vergleich zur Hinrunde rasant angestiegen. Schramm und der SC Neubulach – das passte von Anfang an. „Ich rede zu den Spielern nicht von oben herab, sondern immer auf Augenhöhe“, betont der 33-Jährige, für den der Sportclub die erste Trainer-Station ist. Und über die sagt er: „In der kurzen Zeit sind mir die Jungs, aber auch der Verein sehr ans Herz gewachsen. Das hätte ich so nicht gedacht.“
Entscheidend ist ebenso, dass Schramm nicht nur das Selbstvertrauen zurückgegeben hat, sondern die Hektik rausgenommen hat. „Ich habe mir hier wirklich erst einmal alles in Ruhe angeschaut“, verdeutlicht der frisch gebackene Papa und konkretisiert: „Läuferisch sind die alle schon sehr gut. Das beobachte ich auch bei den anderen Teams in der Liga. Das ist also eine Kopfsache. Wichtig ist, dass man die ganzen Abläufe nicht zu kompliziert gestaltet. Natürlich hilft der erste Sieg und erst recht, wenn dann auch noch der zweite und der dritte folgt.“
Schramm bleibt wohl
Ernsthaft mit dem Aufstieg rechnet Schramm nicht, die restlichen drei Spiele in dieser Saison will er mit dem Sportclub aber schon noch gewinnen. Und wie geht es dann weiter? Bleibt er Trainer in Neubulach? „Wir haben noch kein Strich darunter gemacht, aber ich glaube, dass für alle Beteiligten klar ist, dass ich auch nächste Saison Trainer in Neubulach sein werde“, antwortet Schramm.
Klar ist, dass die Erwartungshaltung kommende Saison natürlich groß sein und der Aufstieg in die Bezirksliga zum Thema wird. Dennoch bremst der Trainer: „Wir werden auch nächste Saison Vollgas geben und da weitermachen, wo wir in dieser Saison aufhören. Aber ob das am Ende für den Aufstieg reicht? Es ist auf jeden Fall ein extrem langer Weg.“