Unter Loßburgs Wäldern sticht vor allem der Stiftungswald Schömberg mit einem herausragenden Holzpreis hervor – der Gemeindewald erweist sich indessen eher als Sorgenkind.
Im Gemeindewald Loßburg wurden in 2025 insgesamt 5778 Festmeter Holz geerntet – 964 Festmeter mehr als in 2024. Über die Hälfte davon fallen jedoch unter die zufällige Nutzung durch Borkenkäferbefall und Dürreschäden. Das berichteten Björn Uerpmann vom Kreisforstamt und Revierleiter Martin Schmalz in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Das geerntete Holz wurde dabei im Schnitt zu rund 80 Euro pro Festmeter (2024: 74 Euro) verkauft. Dank der gut geasteten Bäume konnten bei Versteigerungsholz sogar 390 Euro pro Festmeter erzielt werden. Dennoch sinkt der Überschuss im Waldhaushalt auf rund 6700 Euro (2024: 32.000 Euro). Grund hierfür sind die hohen Betriebskosten zugunsten des Naturschutzes, etwa im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen wie Holzerntearbeiten, Pflanzungen und Wegebau. Hinzu kamen Verkehrssicherungsmaßnahmen sowie die Anschaffung eines neuen Betriebsfahrzeugs für fast 8000 Euro.
In 2026 solle nun die Bestandspflege im Mittelpunkt stehen. Durch gezielte Maßnahmen wie die Jungbestandspflege auf rund elf Hektar und die Astung von 1000 Bäumen soll die Qualität des künftigen Holzes gesteigert werden. Wirtschaftlich plant die Gemeinde mit einer Holzernte von 6700 Festmetern. Um all diese Aufgaben zu bewältigen, soll das Forst-Team strategisch umstrukturiert und an neue langfristige Pläne angepasst werden.
Stiftungswald erzielt herausragenden Holzpreis
Ein glänzendes Ergebnis für 2025 kann hingegen der Stiftungswald Schömberg vorweisen. Von den 1935 geernteten Festmetern Holz fallen lediglich zehn Prozent unter die zufällige Nutzung aufgrund von Dürreschäden. Auch konnte für das Holz über alle Segmente hinweg ein Durchschnittserlös von rund 121 Euro pro Festmeter erzielt werden – für Versteigerungsholz sogar 450 Euro pro Festmeter.
„Wirklich herausragend“, bemerkte Schmalz. Der Schömberger Stiftungswald stehe damit in Sachen Holzpreis an der Landesspitze. In Summe konnte so ein Überschuss von 66.500 Euro erwirtschaftet werden – ganze 41.500 Euro mehr als ursprünglich geplant.
Windkraftanlage erschwert die Planung
Für das Jahr 2026 sieht der Plan für den Stiftungswald noch etwas vage aus, gesteht Schmalz. Fest steht, dass der Einschlag auf 2100 Festmeter erhöht werden soll – aus welchen Bereichen das Holz geerntet wird, sei jedoch noch unklar. „Es ist schwer für uns zu planen, weil wir nicht wissen, was die Windkraft macht“, erklärt Schmalz.
Ein Fokus liegt jedoch klar auf der Waldpflege, darunter die Astung von 1200 Weißtannen und die Pflege von 15 Hektar Jungbestand zur Förderung der Naturverjüngung. Parallel dazu stehen Infrastrukturmaßnahmen im Vordergrund, wie der Ausbau des Gera-Bronner-Querwegs und des Solhardtwegs im Rahmen des Schwarzwaldverfahrens.
Höhere Holzernte in Rodt und Ödenwald geplant
Im Bürgerwald Rodt wurden in 2025 lediglich 31 Festmeter Holz geerntet. Mit rund 107 Euro pro Festmeter brachten diese jedoch einen guten Erlös und letztlich ein Betriebsergebnis von 1000 Euro. Der Einschlag wurde hier bewusst reduziert, da in 2026 eine hohe Holzernte von circa 600 Festmetern für die geplante Windkraftanlage vorgesehen ist. Es werde mit einem Überschuss von 22.800 Euro gerechnet.
Im Wald der Kirchspielteilstiftung Büchenberg-Ödenwald fiel die Holznutzung 2025 mit 96 Festmetern deutlich geringer aus als in 2024 (475 Festmeter). Hintergrund sind vor allem laufende Ausgleichsmaßnahmen an der Lohmühle sowie Arbeiten am Lohmühleweg und an der Haselmaushütte. In 2026 solle der Holzeinschlag wieder auf 300 Festmeter erhöht, sowie verschiedene Waldpflege- und Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt werden, darunter der Ausbau des Lohmühlewegs und die Fertigstellung der Haselmaushütte.