Die Linie DS3 soll weiter so bestehen wie aktuell. Zwei andere Linien werden für den neuen Betreiber in geringerer Taktung ausgeschrieben. Foto: Jens Wursthorn

Nach der neuen Ausschreibung soll 2027 ein Bus weniger in Donaueschingen unterwegs sein. Das könnte Geld sparen – ob das der Fall ist, ist allerdings noch unklar.

Der Donaueschinger Stadtbus, der Donaubus, braucht einen neuen Betreiber. Die Ausschreibung für den Wechsel Mitte 2027 soll im August starten. Einige Gemeinderäte wünschen sich in dieser Ausschreibung ein überarbeitetes Konzept, da der Donaubus aktuell deutlich mehr kostet, als er einbringt.

 

Für das Jahr 2025 geht die Stadt von Kosten von etwa 743.000 Euro für den Betrieb der drei Linien aus. Die Einnahmen liegen bei knapp 228.000 Euro. Ein Verlustgeschäft, das das Gremium unter dem neuen, ab 2027 für zehn Jahre ausgeschriebenen Vertrag, möglichst verringern möchte.

Das Planungsbüro Hüsler hat hierfür auf Anfrage der Stadtverwaltung vorgeschlagen, die gering ausgelasteten Linien DS1 und DS2 zusammenzulegen und Änderungen am Fahrplan vorzunehmen. So soll ein 30-Minuten-Takt gewährleistet und gleichzeitig sollen 30 Prozent der Kosten eingespart werden.

Nur noch im Stundentakt

Ein Vorschlag der Grünen-Fraktion sieht hingegen vor, alle Linien zu erhalten, allerdings die schwächer genutzten DS1 und DS2 nur noch im Stundentakt fahren zu lassen. So soll ein Bus inklusive Fahrer eingespart werden können. Für beide Vorschläge wäre unter Umständen die Anschaffung eines extra Schulbusses am Morgen nötig, um den Bedarf zu decken.

Die Verwaltung fürchtet bei einer angepassten Taktung Einnahmerückgänge. „Der größte Teil der Einnahmen wird über Zeitkarten erzielt, nicht über Fahrkarten im Bus“, sagt der Grünen-Fraktionssprecher und begründet den Vorstoß. Am Gegenvorschlag kritisiert er, dass eine geänderte Linienführung und die Aufgabe von Haltestellen Teile der Stadt abhängen würden. Unterstützung gibt es unter anderem von der FDP/FW-Fraktion: „Das derzeitige Konzept stellt eine erhebliche Belastung für den Haushalt dar, während der Stadtbus vergleichsweise wenig genutzt wird“, sagt Rätin Lisa Fritschi.

Andere Wege zum finanziellen Ausgleich

Die SPD würde hingegen lieber andere Wege zum finanziellen Ausgleich gehen. „Wir wollen den ÖPNV eher fördern“, sagt Fraktionssprecher Jens Reinbolz. Einnahmen über Parkraumbewirtschaftung etwa könnten laut Reinbolz dabei helfen, die Kosten auszugleichen, ohne Menschen zu bestrafen, die den ÖPNV nutzen. Zudem gab es Irritation bei der SPD darüber, ob die Anschaffung eines zusätzlichen Schülerbusses, der bei beiden Vorschlägen eventuell nötig wäre, am Ende überhaupt zu Einsparungen führen würde.

Für Vorschlag der Grünen

Schließlich entschied sich der Rat mehrheitlich für den Vorschlag der Grünen und damit in der Ausschreibung für den kommenden Betreiber nur noch einen Stundentakt der Linien DS1 und DS2 vorzusehen.

Ein potenziell zusätzlicher Schülerbus wurde als Option aufgenommen – die Kosten dafür sollen bis dahin ermittelt werden.