Ein Schlagloch hat sich in einer Straße gebildet. Auch in Horb sind laut eines Gutachtens viele Straßen in schlechtem Zustand. (Symbolfoto) Foto: Federico Gambarini/dpa

Der Kamerawagen „Eagle Eye“ hat alle 290 Kilometer kommunaler Straßen in Horb abgefahren. Das dramatische Ergebnis: 28 Prozent sind jetzt schon gammlig. Es wird teurer als gedacht.

Schlechte Nachricht in der Haushaltskrise im Rathaus: Die kommunalen Straßen sind in einem schlechten Zustand. Wenn nicht mehr Geld für die Sanierung ausgegeben wird, drohen 34 Prozent der Straßen zu vergammeln.

 

Das Rathaus hat den „Eagle Eye“ Kamerawagen über die 290 Kilometer aller kommunalen Straßen geschickt. Damit gibt es einen detaillierten Überblick über den „Gammel-Faktor“ des Asphalts. Das dramatische Ergebnis: 28 Prozent der Straßen befinden sich in den Zustandsklassen 6, 7 und 8 (schlechter Zustand). Hier herrscht „Gammelstraßen-Alarm“.

34 Prozent aller Straßen sind in einem mittleren Zustand (Zustandsklasse 4 und 5). Wenn hier nichts passiert, verfallen die Straßen immer mehr. In der Präsentation des Rathauses steht: „Wenn wir nichts machen, wäre im Jahr 2033 bei zwei Drittel der befestigten Flächen auf den Straßen ein kritischer Zustand erreicht. Die unmittelbaren Konsequenzen einer solchen Entwicklung wären Verkehrsbeschränkungen bis hin zu vollständigen Straßensperrungen.“

Investitionsstau von rund 58,2 Millionen

In der Rathaus-Präsentation heißt es: Derzeit gibt es einen Investitionsstau bei den Straßen in Höhe von rund 58,2 Millionen Euro. Um Horbs Straßen auf einem akzeptablen Niveau zu halten, müssten insgesamt 40 Millionen Euro investiert werden. 5 Millionen Euro sollen dabei von den Anliegern (wie in der Panoramastraße Horb und der Oberdorfstraße Mühringen) über 95 Prozent Erschließungsgebühren von der Bausumme geholt werden. 5 Mio. Euro kann aus Sanierungsmitteln gestemmt werden für Straßen, die im Sanierungsgebiet liegen. 10 Millionen Euro kann man von den Leitungsträgern (u.a. Stadtwerke und Stadtentwässerung) geholt werden.

Es herrscht „Gammelstraßen-Alarm“ in Horb. Das Rathaus drückt es dezenter aus: „Die derzeit zur Verfügung gestellten Mittel von 1,365 Millionen Euro jährlich werden zukünftig nicht ausreichen, um den Straßenzustand auf dem bestehenden Niveau halten zu können.“

30 Straßen priorisiert

Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP) sagt im Gemeinderat: „Wir haben jetzt insgesamt 30 Straßen priorisiert. Die Mittel, die wir jetzt haben, reichen nicht aus, um diese Priorisierung abarbeiten zu können.“ Derzeit stehen – inklusive Ortschaftsbudgets – 1,356 Millionen Euro für die Straßensanierung zur Verfügung. Nimmt man noch Feld- und Radwege dazu, kommen noch einmal 250.000 Euro dazu.

Bürgermeister Zimmermann sagt: „Um alle Straßen in dem gegenwärtigen Zustand zu erhalten, würden wir vier Millionen Euro jährlich brauchen.“

Anton Ade, Fraktionschef der FD/FW: „Da müssen wir richtig Geld reinschießen.“