Die Bürger leben gern in Dauchingen – das ist das Ergebnis des Orts-Checks. Foto: Simone Neß

Dauchingen schafft es beim großen Orts-Checks des Schwarzwälder Boten und der Neckarquelle kreisweit auf den fünften Platz, während die Gemeinde 2022 noch auf dem 13. Platz rangierte. Auch in allen abgefragten Kategorien erzielt Dauchingen ein überdurchschnittliches Ergebnis.

Einen bemerkenswerten Aufschwung hat Dauchingen seit dem Orts-Check vor zwei Jahren erlebt. Damals noch auf dem 13. Platz im Landkreis, sichert sich die Gemeinde diesmal mit einer Gesamtwertung von 7,13 von 10 Punkten den fünften Platz und gehört damit klar zum oberen Drittel des Rankings.

 

Besonders erfreulich: Die Gemeinde schließt in allen 14 Kategorien überdurchschnittlich ab. Dieses Ergebnis kann sich sehen lassen, findet auch Bürgermeister Torben Dorn. „Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen!“, stellt er fest und vermutet, dass die zahlreichen Infrastrukturentscheidungen aus den vergangenen Jahren nun erste Früchte tragen.

Besonders gut abgeschnitten hat die Gemeinde in puncto Sauberkeit. Mit 8,46 Punkten kann sich Dauchingen sogar seit 2022 etwas verbessern (2022: 8,20). „Die Aufstockung des Bauhofteams auf sechs Vollzeitkräfte sowie deren großes Engagement zur Pflege und Reinigung unseres Ortes sind sicher der Hauptgrund für dieses tolle Ergebnis“, vermutet Dorn und ergänzt: „Auch unserem Gemeindevollzugsdienst und dessen beherzten Eingreifen ist es zu verdanken, dass Verschmutzungen, wilde Müllablagerungen und nicht ordnungsgemäß bereitgestellter Müll deutlich zurückgegangen sind und Täter identifiziert und bestraft werden konnten. Ohne hohen Kontrolldruck wäre dies nicht möglich.“ Für das Personal im Bauhof und im Vollzugsdienst freue es ihn sehr, dass deren gute Arbeit auch von der Bevölkerung honoriert werde, sagt er.

Aufwind im Einzelhandel

Einen beeindruckenden Sprung kann die Gemeinde in der Kategorie Einzelhandel erzielen. 2022 bewerteten die Umfrageteilnehmer den Einzelhandel noch mit 3,80 Punkten im Schnitt, in diesem Jahr kommt die Gemeinde auf ein überdurchschnittliches Ergebnis von 6,72 Punkten. „Der Umbau mit Erweiterung und Modernisierung des Lebensmittelmarktes Netto hat hier sicher einen großen Anteil daran“, vermutet der Bürgermeister. Aber auch die neue Eisdiele Berlin, nördlich angrenzend an die neue Ortsmitte, habe im Sommer zahlreiche Besucher anlocken könne. Daneben erfreue sich der örtliche Bäcker sowie die Metzgerei auch über die Gemeindegrenze hinaus über einen hervorragenden Ruf, so die Einschätzung des Orts-Chefs.

Die neue Dorfmitte, die Bürgermeister Dorn als Wohnzimmer der Gemeinde bezeichnete, wurde erst im September dieses Jahres feierlich eingeweiht. Das Projekt entstand aus einer Bürgerbeteiligung vor einigen Jahren, in der die Bürger das Fehlen eines Ortskerns bemängelten.

Der neue Dorfplatz in Dauchingen trägt zu einer besseren Lebensqualität in der Gemeinde bei. Foto: Simone Neß

Trotz dem positiven Ergebnis sehen die Bürger auch in Dauchingen noch Luft nach oben. In der Kategorie Verkehr schneidet Dauchingen am schlechtesten ab und erreicht hier nur 5,86 Punkte. Und auch auf dem Immobilienmarkt sieht man in der Gemeinde noch Potential. Zwar wird die Kategorie mit 5,92 Punkten deutlich besser bewertet als noch vor zwei Jahren (2022: 4,20), dennoch scheint Wohnraum im gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis eine große Herausforderung zu sein.

ÜberdurchschnittlicheLebensqualität

Für die Lebensqualität in Dauchingen, die mit 7,95 Punkten bewertete wurde, zieht Bürgermeister Dorn eine positive Bilanz. Er verweist auf das Familienzentrum, in dem alle Kinder einen Betreuungsplatz bekommen sowie auf die modernisierte Grundschule mit großzügigem Raumangebot, engagierten Lehrkräften und kleine Klassen. Hinzu komme eine Vereinsgemeinschaft, die vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung biete. Dies werde von der Gemeinde über eine direkte und indirekte Vereinsförderung mit circa 150 000 Euro im Jahr gefördert, so der Bürgermeister.

Auch für Senioren – in dieser Kategorie schneidet die Gemeinde mit 7,46 Punkten ab – biete die Wohnanlage Löwen auch älteren Menschen die Möglichkeit, den Ort im hohen Alter nicht verlassen zu müssen. Hinzu kämen sanierte Straßen, Wasserleitungen und Abwasserkanäle sowie Glasfaserleitungen in jedem zweiten Haus.

„Vor diesen Hintergründen glaube ich durchaus sagen zu dürfen, dass die Lebensqualität in unserem Ort als überdurchschnittlich bewertet werden darf“, ist Dorn überzeugt. Doch er betont auch: Eine Gemeindeentwicklung ist niemals zu Ende. Potential sieht er bei weiteren seniorengerechten Wohnungen und Betreuungsformen im Gebiet Sozialzentrum Lunital. Hier hoffe die Gemeinde auf einen Investor und einen Betreiber.