Elena Matt, Filialleiterin der Osiander-Buchhandlung, zeigt sich mit der Kauflaune der ’Eschinger zufrieden: „Wir haben schon viele Geschenke verpackt“, sagt sie. Foto: Tobias Weißert

Das Ostergeschäft: die einen haben schon gut Umsatz gemacht, andere bleiben auf ihrer Ware sitzen. Wir haben uns umgehört.

Es ist eines der ertragreichsten und wichtigsten Geschäfte des Jahres: das Ostergeschäft. Allein in diesem Jahr rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) mit einem Umsatz von 2,3 Milliarden Euro. 41 Prozent der Verbraucher planten dabei, rund um den höchsten christlichen Feiertag Geld für Geschenke auszugeben.

 

Mehr als die Hälfte der Kunden plant den Kauf von Spielwaren und Dekoartikeln, rechnet der HDE vor. Trifft das auch auf die Donaueschinger zu? „Wir erwarten uns noch einiges an Umsatz in dieser Woche“, zeigt sich beim beim Haushalts- und Spielzeugwarenladen Thedy Inhaberin Karin Stocker-Werb vor dem Karfreitag zuversichtlich, „Ostern ist mit Weihnachten nicht vergleichbar. Die Kunden kaufen eher kurzfristig.“ Insbesondere, da Einkäufe auch stark vom Wetter abhängig seien, wie die Einzelhändlerin erklärt: „Bei gutem Wetter kaufen die Kunden dann gerne Sandspielzeug oder Bälle. Alles, was man draußen eben so brauchen kann.“ Dazu kommen Dekorationsartikel.

Hoffnung auf Karsamstag

„Auch Oster-Ausstecher zum Backen werden immer gerne gekauft“, sagt Stocker-Werb. Insgesamt erhofft man sich bei Thedy auch noch einen umsatzstarken Karsamstag.

Für Lukas Werb und Mutter Karin Stocker-Werb (Thedy) ist das Ostergeschäft wichtig. Foto: Denise Kley

Dass auch Lesestoff gerne verschenkt wird, bemerkt Elena Matt von der Osiander-Buchhandlung an der Karlstraße. „Wir sind ganz zufrieden“, sagt die Filialleiterin. Seit Ende März sei der Buchladen gut besucht. „Wir haben schon viele Geschenke verpackt“, ist Matt zufrieden. Im Trend liege der Buchhändlerin zufolge das Genre „Romance und Dark Romance“ – vornehmlich bei jungen Erwachsenen. „Auch Fantasy ist wieder stark im Kommen“, stellt Matt fest. Zum Osterfest werden in erster Linie die Jüngsten beschenkt. Und da liefen nach wie vor die Klassiker gut: Kinderbücher und Spiele.

Auch bei Morys Hofbuchhandlung stehen Geschenke für die Kinder und Bücher im Vordergrund. Dennoch sieht Inhaber Axel Beurer keine speziellen Entwicklungen oder Bücher, die besonders beliebt seien. „Trends gibt es natürlich immer. Aber zu Ostern sehe ich da aktuell nichts.“ Sein Ostergeschäft beschreibt Beurer als durchschnittlich: „Es ist nicht mehr wie vor 30 Jahren.“ Wie in den vergangenen Jahren rechnet Beurer also nicht mehr mit einem großen Umsatzhoch über die Ostertage: „An Ostern ist das Geschäft nicht anders als im restlichen Frühling.“

Der Abverkauf von Rädern bereite Schwierigkeiten, sagt Händler Josef Rothweiler. Foto: Tobias Weißert

Auch wenn die Sonne scheint und die Temperaturen steigen: für Fahrradhändler Josef Rothweiler sind die Perspektiven nicht allzu rosig. Er hat einen Laden in der Max-Egon-Straße. „Wir haben Probleme beim Abverkauf der Räder. Zum Normalpreis können wir schon gar nicht verkaufen.“ Der Grund: Während der Corona-Pandemie boomte der Fahrradmarkt, die Händler bestellten massenweise Räder.

Geld sitzt nicht mehr locker

Die Lager sind voll. Während in der Pandemie zeitweise Menschen sogar aus Stuttgart in seinen Laden kamen, sieht es nun mau aus. „Die Räder mussten wir abnehmen und bleiben jetzt auf der Ware sitzen“, zeigt sich Rothweiler besorgt. Und das Geld sitzt nicht mehr so locker – so seine Beobachtung. „Die Kunden sind sehr wählerisch geworden und brauchen lange für einen Kaufentschluss.“

Im Schnitt 40 Euro

So viel wird ausgegeben
Zu Ostern rechnet der Handelsverband Deutschlande (HDE) mit durchschnittlich 40 Euro Ausgaben pro Konsument. „Ostern ist nach Weihnachten der zweitgrößte feiertagsbezogene Konsumanlass. Viele Händler hoffen daher, dass das diesjährige Ostergeschäft die seit vielen Monaten verhaltene Konsumstimmung etwas ankurbeln kann“, so Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.