Das Medizinische Versorgungszentrum in Furtwangen musste im Startjahr den Verlust eines Arztes verkraften. Bürgermeister Florian Merz berichtete im Technischen Ausschuss.
Zu den Eigenbetrieben, die nun im Technischen Ausschuss den Wirtschaftsplan vorgestellt haben, gehört auch das vor knapp einem Jahr gegründete medizinische Versorgungszentrum (MVZ), der Nachfolger der Furtwanger Kinderarztpraxis.
In der Sitzung des Ausschusses, der zugleich der Betriebsausschuss für die Eigenbetriebe der Stadt Furtwangen ist, stellte Bürgermeister Florian Merz einige interessante Informationen zur weiteren Entwicklung des MVZ vor.
In seiner Funktion als Hauptamtsleiter hat er das MVZ von Anfang an betreut und begleitet und ist daher auch jetzt noch in seiner neuen Funktion als Bürgermeister Spezialist für diese Fragen. Das MVZ war gegründet worden, um die ärztliche Versorgung, in diesem Fall zuerst einmal für Kinder, im ländlichen Raum zu sichern und die Attraktivität des Standortes Furtwangen zu erhalten. Da keine früheren Erfahrungen dazu vorliegen, war es nicht einfach, einen Wirtschaftsplan für 2026 zu erstellen. Denn 2025 war das MVZ nach Gründung nur etwa neun Monate im Betrieb.
Vor allem sind die Zahlen aus dem ersten Jahr noch unvollständig und können auch nur begrenzt auf das aktuelle Jahr übertragen werden. So hatte das MVZ gleich zu Beginn den Verlust eines der Ärzte zu verkraften, was erst im November ausgeglichen werden konnte.
Kapazitäten geringer
Dadurch waren die Kapazitäten im MVZ geringer als ursprünglich geplant. Es konnten weniger Patienten behandelt werden als erwartet. Zu berücksichtigen sei außerdem die hohe Zahl an Familien, die aufgrund des gesellschaftspolitischen Hintergrundes, nicht zuletzt sprachlicher Barrieren, verhältnismäßig mehr Behandlungszeit in Anspruch nehmen müssen. Man rechnet aber auf jeden Fall für die kommenden Jahre mit steigenden Erträgen.
Die Patientenzahlen steigen laufend an. Erfreulich sei darüber hinaus eine Steigerung bei den Privatpatienten. Wesentlich im laufenden Jahr ist hier die Nachfolgeregelung, es müssen neue Ärzte für das MVZ gefunden werden. Wie in der Sitzung erklärt wurde, gibt es hier bereits Gespräche mit mehreren Interessenten. Im laufenden Jahr soll nun ein Entwicklungskonzept erarbeitet und mit dem Wirtschaftsplan 2027 vorgelegt werden.
Weitere Fachrichtungen?
Unter anderem wird geprüft, ob man weitere Fachrichtungen aufnehmen kann. Ebenso gilt es die Zusammenarbeit mit den Furtwanger Ärzten zu intensivieren. Die Finanzplanung für das laufende Jahr ist nicht einfach. Denn vor allem die Einnahmen, also die Zahlungen von den Krankenkassen lassen nach Abrechnung bis zu fünf Monate auf sich warten. Endgültig abgerechnet sind aktuell erst das zweite und dritte Quartal 2025, also die ersten beiden Quartale des MVZ in der Anfangsphase.
Man geht aber von steigenden Patientenzahlen und damit auch von höheren Einnahmen im aktuellen Jahr aus. Daher rechnet man damit, dass die Einnahmen die Ausgaben übersteigen werden.
Angesprochen wurde von den Gemeinderäten noch die Möglichkeit einer Förderung des MVZ durch den Landkreis, der bereits am Klinikum ein MVZ unterstützt. Doch eine Beteiligung des Kreises, so Bürgermeister Merz, ist aktuell durch eine andere Rechtsform nicht möglich. Unabhängig von anderen Institutionen könne man aber mit dem MVZ Furtwangen flexibel reagieren und hat niemanden außerhalb, der zustimmen muss.