Schülerinnen und Schüler aus umliegenden Schulen erhielten jüngst beim Bau eines Bluetooth-Lautsprechers Einblicke in die Metall- und Elektrobranche. Foto: Benjamin Roth

Schüler haben sich in Albstadt über Ausbildungsberufe in der Metall- und Elektrobranche informiert. Groz-Beckert, Assa Abloy, Weiss-Technik und Bizerba berichten über die Bewerberlage.

Über Ausbildungsberufe und duale Studiengänge in der Metall- und Elektrobranche konnten sich jüngst wieder Schülerinnen und Schüler aus dem Zollernalbkreis informieren. Bereits zum viertem Mal haben Unternehmen aus der Region potenziellen Azubis Einblicke in Industrieberufe gegeben. Die Veranstaltung findet immer im Wechsel der Standorte Balingen und Albstadt statt.​

 

Organisiert wurde das Angebot zur Berufsorientierung auf dem Gelände der Walther-Groz-Schule in Ebingen vom Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft. Initiatoren sind die Firmen Assa Abloy und Groz-Beckert aus Albstadt, Bizerba mit Sitz in Balingen und Weiss-Technik aus Frommern, die allesamt Teil des Arbeitgeberverbands Südwest Metall sind.

Schüler werden selbst aktiv

Rund 200 Schülerinnen und Schüler aus den umliegenden Real-, Werkreal- und Hauptschulen haben von dem Angebot Gebrauch gemacht. Unter der Anleitung von Azubis der Unternehmen durften die Schülerinnen und Schüler ihren eigenen Bluetooth-Lautsprecher nachbauen und dabei Tätigkeiten ausprobieren, die für die Herstellung von Waagen, Türschließtechnik, Klimasystemen und Komponenten für Textilmaschinen wichtig sind. Der Bluetooth-Lautsprecher wurde vorab von den beteiligten Unternehmen entwickelt. Ihr Ziel: Die jungen Menschen mit einem Produkt ansprechen, das auch in deren Alltag eine Rolle spielt und so die Begeisterung für die Branche wecken. Und so wurde an Arbeitstischen an drei Tagen vergangene Woche konzentriert gelötet, getüftelt und geschraubt.

Für die beteiligten Unternehmen ist die Berufsorientierung in dieser Form eine willkommene Abwechslung zu den gängigen großen Ausbildungsmessen. „Im Gegensatz zu Messen können die Schülerinnen und Schüler hier selbst aktiv werden“, sagt Axel Merz, Ausbildungsleiter bei Assa Abloy. Wie viele Schüler nach solch einer Aktion tatsächlich bei den Firmen hängen bleiben, könne nicht direkt in Zahlen beantwortet werden. Vielmehr gelte es, in die Berufe einzuführen und Interesse zu wecken.

Konkurrenzdenken um die besten potenziellen Auszubildenden gebe es zwischen den an der Berufsorientierung beteiligten Firmen im Kreis nicht. „Wichtig ist, dass wir die jungen Menschen für die Branche begeistern. Die Branche braucht insgesamt genügend Nachwuchs“, betont Merz weiter. Da sei solch eine Kooperationsveranstaltung eine tolle Sache.

Tendenziell rückläufige Zahlen bei Groz-Beckert

Assa Abloy habe seine Ausbildungsstellen dieses Jahr gut besetzen können. „Wir hatten sehr gute Bewerbungen, müssen aber ständig dranbleiben und um weiteren Nachwuchs werben“, erläutert Merz weiter. Marco Wäschle, Ausbilder bei Groz-Beckert, berichtet von tendenziell rückläufigen Bewerberzahlen. „Die Stellen zu besetzen, dauert immer länger.“ Besonders schwer sei es Nachwuchs für duale Studiengänge in den Bereichen Mechatronik und Elektronik zu finden.

Klaus Knily, Ausbilder bei Weiss-Technik, wirbt ebenfalls insbesondere um duale Studenten, wie er erläutert. Dazu sei es herausfordernd, die Stellen in den Bereichen Blechverarbeitung und Konstruktionsmechanik zu besetzen, berichtet er weiter von seinen Einblicken.

Alle Ausbilder teilen den Eindruck, dass Schülerinnen und Schüler zunehmend unentschlossen sind, was die Berufswahl angeht. Neben solchen Veranstaltungen zur Berufsorientierung wie jüngst an der Walther-Groz-Schule biete sich immer auch ein Praktikum an.

Ein Schritt weiter auf dem Weg

Ein Praktikum sei auch dann erfolgreich, wenn die Praktikanten sich nicht für den Beruf oder die Branche begeistern können. Einen Schritt weiter auf dem Weg zur Berufsorientierung sei so aber gegangen, erläutert auch Timo Schlaich, Technischer Ausbilder bei Bizerba.

Grundsätzlich machen die Verantwortlichen Werbung für eine Ausbildung. „Mindestens als Back-up ist eine Ausbildung wertvoll.“ Diese könne auch als Grundlage für ein anschließendes Studium dienen.