Der Wahlkreis Villingen-Schwenningen hat gewählt, die Stimmen sind ausgezählt – CDU-Kandidat Andreas Braun bekommt das Direktmandat. Foto: Marc Eich

Andreas Braun holt für die Christdemokraten das Direktmandat im Wahlkreis VS zurück. Die AfD fährt zudem satte Gewinne ein.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Wahlsieg lieferten sich Grüne und CDU auf Landesebene – und auch im Wahlkreis Villingen-Schwenningen blieb es bis zuletzt spannend.

 

Jubeln darf am Ende die CDU. Schon während der Auszählung setzen sich die Christdemokraten leicht ab und kommen schließlich auf 30,7 Prozent der Zweitstimmen. Ein spannendes Duell lieferten sich hingegen bis zuletzt Grüne und AfD – am Ende liegen die Grünen mit 25,6 Prozent leicht vor der AfD (23,7 Prozent), wobei die AfD über zwölf Prozent im Vergleich zu 2021 zulegt.

Besonders groß dürfte die Freude bei Andreas Braun sein. Der Bürgermeister von Unterkirnach holt das Direktmandat für die Christdemokraten mit 32,0 Prozent der Erststimmen zurück und zieht damit in den Landtag ein. In Schonach erzielt er mit 41,8 Prozent sein bestes Ergebnis und auch in Dauchingen (38,1 Prozent) und Triberg (38,8 Prozent) kratzt er an der 40-Prozent-Marke. Auch in Unterkirnach kann Andreas Braun auf den Rückhalt seiner Gemeinde – wenn auch nur knapp – bauen. Mit 31,5 Prozent liegt er bei den Erststimmen nur wenige Prozentpunkte vor Martina Braun (Grüne, 29,7 Prozent), gefolgt von Martin Rothweiler (AfD, 23,5 Prozent).

Andreas Braun zieht für die CDU in den Landtag ein. Foto: Privat

Etwas enttäuschend dürfte das Wahlkreis-Ergebnis für Martina Braun sein: 2016 sicherte sie sich erstmals das Direktmandat für den Wahlkreis Villingen-Schwenningen und konnte es auch bei der Landtagswahl 2021 mit einem Ergebnis von 34,6 Prozent verteidigen. Doch auch wenn die Landwirtin ihr Direktmandat abgeben muss, wird sie es angesichts des guten Ergebnisses der Grünen auf Landesebene mit Listenplatz 25 dennoch in den Landtag schaffen. Immerhin in ihrem Heimatort Furtwangen liegt die Landwirtin mit 34,5 Prozent der Erststimmen vor Andreas Braun (31,0), im Teilort Linach vereint sie sogar 44,3 Prozent der Erststimmen auf sich – und das, obwohl bei den Zweitstimmen in Furtwangen die CDU mit 33,2 Prozent vorne liegt (Grüne: 27,2 Prozent).

Martina Braun verliert ihr Direktmandat. Angesichts des guten Ergebnisses der Grünen auf Landesebene könnte sie es mit Listenplatz 25 dennoch in den Landtag schaffen. Foto: Michael Stifter

AfD-Kandidat Martin Rothweiler war Martina Braun bis zuletzt dicht auf den Fersen. Zwar gewinnt er mit 24,7 Prozent kein Direktmandat, über Listenplatz zwei zieht er jedoch sicher in den Landtag ein. Mit 29,2 Prozent erzielt Rothweiler in Tuningen sein bestes Ergebnis. Als einzige Partei im Wahlkreis Villingen-Schwenningen könnte die AfD künftig zwei Kandidaten im Landtag stellen. Denn angesichts des Wahlergebnisses auf Landesebene würden der Partei ersten Hochrechnungen zufolge 34 Sitze zur Verfügung stehen – damit könnte es, vorbehaltlich des amtlichen Endergebnisses, auch Sebastian van Ryt mit Listenplatz 26 für die AfD in den Landtag schaffen.

Martin Rothweilers (AfD) Platz im Landtag ist angesichts seines Listenplatzes sicher. Foto: Singer

Diese Parteien haben das Nachsehen

Schwach schneidet die SPD um Nicola Schurr ab. Mit 5,3 Prozent der Zweitstimmen zeigt sich auch hier der Landestrend. Ein Trost für Schur: Mit 9,3 Prozent der Erststimmen erzielt er ein deutlich besseres Ergebnis als seine Partei, auch wenn es insgesamt vergleichsweise schwach blieb.

Bei der FDP spiegelt sich bei beiden Stimmen der enttäuschende Landestrend wider. FDP-Kandidat Dirk Eisenbiegler holt im Wahlkreis nur 5,3 Prozent der Erststimmen, und bei den Zweitstimmen schaffen die Liberalen die fünf Prozent nicht (4,3 Prozent).

Die Linke holt im Wahlkreis lediglich 3,5 Prozent der Erststimmen und 3,2 Prozent der Zweitstimmen.

Die Wahlbeteiligung nimmt um wenige Prozentpunkte von 60,6 (2021) auf 67,0 Prozent zu.