Ein umgebauter Zigarettenautomat steht in Hüfingen. Wie er funktioniert und was man dort bekommt.
Der Automat, der am Hüfinger Rathaus und gegenüber der Kinder- und Jugendbibliothek steht, wirkt auf den ersten Blick irgendwie vertraut – und funktioniert doch ganz anders, als man zunächst denkt. Wo früher Zigaretten ausgegeben wurden, gibt es heute Kunst.
Seit 2019 steht der Kunstautomat in Hüfingen. Beim Selbsttest vor Ort zeigt sich das einfache Prinzip: Gegen den Einwurf von vier Euro erhält man ein kleines Kunstwerk, verpackt in einer speziell gestalteten kleinen Schachtel. Die Automaten selbst sind ausrangierte Zigarettenautomaten, die speziell für diesen Zweck umgebaut wurden. Entsprechend erinnern auch die Kunstverpackungen äußerlich an Zigarettenschachteln. Sogar eine Warnung ist darauf gedruckt: Die Kunst könne „verwirren, erhellen, aufregen und süchtig machen“.
Es gibt nur Unikate
Die Idee, einen solchen Automaten in Hüfingen aufzustellen, hatte Ariane Faller. Im Inneren der Schachteln befinde sich Kunst unterschiedlichster Genres, Techniken und Materialien von regionalen und überregionalen Kunstschaffenden, so die Kuratorin des Hüfinger Stadtmuseums. Alles Unikate. Im Selbsttest spuckt der Automat etwa die kleine Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Schiffs aus, gemalt vom Potsdamer Künstler Christian Heinze.
Faller erzählt, sie habe die Idee für den Automaten gemeinsam mit dem damaligen Hauptamtsleiter Horst Vetter initiiert. Die Stadtverwaltung habe sie schließlich in Kooperation mit den Betreibern der Kunstautomaten, Lars Kaiser und Andreas Petzke von der Agentur Kunstkick umgesetzt.
Diese gelten als Pioniere des Konzepts: Seit 2001 betreiben sie dauerhaft aufgestellte Kunstautomaten. Inzwischen sind es mehr als 250 in Deutschland und fünf weiteren Ländern, über 450 Künstlerinnen und Künstler sind beteiligt. Auch in Villingen-Schwenningen und Königsfeld stehen zwei solcher Automaten.
Direkte Kommunikation
Die Automaten sollen zudem die direkte Kommunikation zwischen Künstler und Kunstkäufer wiederherstellen, ohne Umwege über Galerien, Museen oder Ausstellungen. Deswegen befindet sich in jeder Kunstschachtel auch eine Vita mit Kontaktdaten der jeweiligen Künstlern sowie ein kurzer Überblick über ihren Werdegang.
Die Resonanz zum Kunstautomaten fällt in Hüfingen positiv aus. „Die Rückmeldungen, die ich selbst erhalten habe, waren durchweg positiv“, sagt Ariane Faller. Weitere, ähnliche Projekte seien ihres Wissens nach zwar derzeit nicht geplant, die Entscheidung liege aber bei der Stadtverwaltung.
Vernissage zur Ausstellung
Mit der „großen“ Kunst
geht es am Freitag, 20. Februar, weiter. Das Stadtmuseum Hüfingen präsentiert Holzskulpturen, Tonplastiken und Tuschezeichnungen von Wolfgang Kleiser. Der überregional bekannte Vöhrenbacher Künstler feiert dieses Jahr seinen 90. Geburtstag. Die Eröffnung der Ausstellung findet um 19 Uhr, im Stadtmuseum Hüfingen, Nikolausgässle 1/Hauptstraße 4, mit einer Einführung von Kuratorin Ariane Faller statt. Musikalisch umrahmt wird sie von Frank Neu auf seinem Marimbafon. „Auf einen Kaffee mit Wolfgang Kleiser“ lädt das Museumsteam am Sonntag, 29. März, ein: Der Vortragsraum wird dabei zum temporären Café mit dem Künstler. Zur Finissage am Sonntag, 3. Mai, findet ein Künstlergespräch mit Wolfgang Kleiser statt.