Das Seniorenmobil mit einem Teil der Fahrer Foto: Christiane Frey

Dem Gemeinderat von Loßburg wurde in dessen jüngster Sitzung der Verwaltungsbericht präsentiert: Mehr Einwohner, mehr Autos und auch mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte waren nur ein paar der Ergebnisse des Berichts.

Einmal im Jahr machen sich die Mitarbeiter des Loßburger Hauptamts ans Werk und stellen den Verwaltungsbericht zusammen. Eine riesige Menge an Zahlen, Daten und Fakten wird lesbar und leicht verständlich aufbereitet.

 

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats präsentierte Hauptamtsleiterin Anja Lewandowski dem Gremium diesen Überblick über die Entwicklung der Gemeinde im Jahr 2023.

Loßburg verzeichnet seit Jahren steigende Einwohnerzahlen, dies aber überwiegend im Mutterort Loßburg selbst und in Betzweiler. Zum Jahresende 2023 waren 7841 Einwohner in Loßburg gemeldet. Der Saldo aus Zu- und Wegzügen war positiv, dies lag auch an der deutlichen Zunahme neuer ausländischer Einwohner.

Das Seniorenmobil wird immer beliebter

Im Gewerbeamt dagegen wurden mehr Gewerbe ab- als neue angemeldet. Die Zahl der Geburten war ebenfalls rückläufig, genauso wie die Zahl der Sterbefälle. Einen richtigen Schub an Beliebtheit gab es beim Seniorenmobil. Zu Beginn wurde es noch ein wenig zögerlich angenommen, inzwischen steigen die Zahlen überall an. Die Zahl der gefahrenen Kilometer konnte auf 9030 gut verdreifacht werden. 14 Fahrer beförderten auf 261 Fahrten immerhin 468 Personen.

Das Ordnungsamt meldete steigende Zahlen beim Kfz-Bestand, jedoch auch bei den Unfällen. Hauptursachen waren laut Lewandowskis Bericht nicht angepasste Geschwindigkeit und schlechte Straßenverhältnisse. Ein starker Anstieg zeigte sich auch bei den Asylbewerbern. Waren 2022 in Loßburg noch 80 Asylbewerber gemeldet, so waren es 2023 bereits 133. Allein 15 Asylbewerber waren Ende 2023 in der neuapostolischen Kirche in Betzweiler untergebracht.

Ein Zeichen für die gute Konjunktur war 2023 der starke Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf 4838. Die ärztliche Versorgung in Loßburg liegt etwas über dem Durchschnitt im Kreis Freudenstadt. Fünf Hausärzte, zwei Psychotherapeuten und zwei Zahnarztpraxen betreuen in der Gesamtgemeinde die gut 7800 Einwohner.

Zahl der Mitarbeiter in der Verwaltung konstant

Mit ihren Eigenbetrieben hatte die Gemeinde zum Stichtag genau 200 Beschäftigte, 84 in Vollzeit und 116 in Teilzeit. Dabei ist die Zahl der Mitarbeiter in der Verwaltung direkt seit Jahren konstant. Außerordentlich hoch ist die Frauenquote mit fast 70 Prozent. Auch die Schülerzahlen steigen stetig, allerdings ausschließlich an der Grundschule Loßburg und an der Gemeinschaftsschule.

Die Kindertageseinrichtungen betreuten im vergangenen Jahr 205 Kinder in den Kindergärten (Ü3), in den Krippen lag die Zahl bei 42. Zusätzlich wurden in altersgemischten Gruppen im Kindergarten Wittendorf noch 63 Kinder betreut. Fünf Tagesmütter und -väter bieten in Loßburg insgesamt 25 Plätze zur Tagespflege an.

Im Freibad gab es 2023 etwas weniger Gäste als im Vorjahr, dafür waren es im Hallenbad deutlich mehr. Die Gemeinde Loßburg ist reich an Wald, es sind insgesamt gut 540 Hektar. Gut 14 Prozent der Fläche gehören der Kommune, weitere sieben Prozent den beiden Stiftungen in Schömberg und Büchenberg. Mehr als die Hälfte der Waldfläche befindet sich in Privateigentum, dem Staat gehört ein gutes Viertel des Waldes.

Ausbau der Nahwärmeversorgung

Die Nahwärmeversorgung wird stetig ausgebaut, im vergangenen Jahr wurden weitere 68 Wohneinheiten angeschlossen. Wer in Loßburg bauen will, muss lange suchen. Es gibt in der Gesamtgemeinde nur noch einen Bauplatz in Betzweiler-Wälde. Werner Faulhaber (FWV) hakte da nach. Bürgermeister Christoph Enderle verwies auf Baulücken, auf das Sanierungsgebiet und auf die geplanten Förderungsmaßnahmen für bezahlbaren Wohnraum.