Leon Ulbricht in einem Trainingslauf auf der Olympia-Strecke. Foto: zVg/Max Galys

Daumen drücken! Am Donnerstag hat der Lörracher Snowboardcrosser Leon Ulbricht seinen großen Auftritt bei den Olympischen Winterspielen in Milano Cortina. Der Blondschopf hat’s drauf.

Der olympische Showdown im Snowboardcross steht bevor. Mit gezielter Vorbereitung, starken Ergebnissen im Weltcup-Winter und einer eigens nachgebauten Startgeraden im Training zeigt sich der deutsche Shooting-Star optimistisch. Leon Ulbricht kämpft am Donnerstag auf der olympischen Strecke um Hundertstel, Finaleinzüge – und vielleicht auch um Medaillen.

 
Leon Ulbricht im Tunnel. Foto: Max Galys   

Die Boardercross-Wettkämpfe der Olympischen Winterspiele stehen vor der Tür und das deutsche Team fühlt sich bereit für den großen Auftritt. Bereits im Vorfeld der Spiele hat Snowboard Germany neue Wege in der Vorbereitung beschritten: Auf einer eigens vom Verband gebauten Nachbildung der olympischen Startgerade trainierten die deutschen Athletinnen und Athleten mehrmals unter wettkampfnahen Bedingungen. Eine Maßnahme, die in den kommenden Tagen einen Wettbewerbsvorteil bedeuten könnte.

Enge Rennen statt Highspeed

„Ich glaube, das hat viel gebracht, auch wenn der Start nicht exakt der gleiche ist. Man kennt den Bewegungsablauf, wir konnten dort zweimal drei Tage trainieren – das heißt, man hat schon echt viele Durchläufe gemacht. Das bringt fahrerisch und mental etwas“, hat sich der 21-Jährige viel vorgenommen. Gerade im Snowboardcross, wo bei Olympia nur wenige Trainingsläufe möglich sind, kann ein sicherer Start entscheidend sein.

Auch die tatsächliche Strecke hier vor Ort sorgt für positive Eindrücke im deutschen Team. Sie präsentiert sich länger und weniger waghalsig, als es viele Athleten von einer olympischen Snowboardcross-Bahn denken würden.

„Die Strecke ist deutlich länger als sonst und die Obstacles sind kleiner, als ich es von einer olympischen Strecke erwartet hätte. In den letzten Tagen wurde auch noch etwas angepasst – jetzt macht es total Spaß, sie zu fahren“, freut sich Ulbrichts Teamgefährte Niels Conrad auf die Herausforderung. Und Ulbricht fügt an: „Das Training auf der Strecke lief für mich sehr gut. Ich glaube, dass es viele enge Rennen geben wird. Fotofinishes werden für Nervenkitzel sorgen. Ich bin überzeugt, dass ich für den Wettkampf gut gewappnet bin.

Fokus auf Leistung statt Platzierungen

Mit Blick auf den Wettbewerb geben sich alle im deutschen Team bewusst zurückhaltend, wenn es um konkrete Platzierungsziele geht. Der Fokus liegt klar auf der eigenen Leistung und darauf, diese im entscheidenden Moment abrufen zu können. „Ich nehme mir nie eine Platzierung vor, da bin ich gar kein Fan von. Ich will einfach richtig gut Snowboard fahren – und wenn mir das gelingt und die Bedingungen stimmen, dann kommen die Erfolge von allein.“

Für Leon Ulbricht sind die Wettkämpfe in Livigno die ersten Olympischen Spiele seiner noch jungen Karriere. Der Lörracher versucht hingegen, sich trotz des Olympia-Rummels auf seine sportlichen Ziele zu konzentrieren: „Man merkt vor allem, dass hier alles größer ist als bei einem Weltcup oder einer WM. Ich versuche aber, das auszublenden und in meinem Tunnel zu bleiben.“

Mit intensiver Vorbereitung, klarer Fokussierung und einer guten Mischung aus Erfahrung und Olympia-Debütanten geht das deutsche Snowboardcross-Team selbstbewusst in die Wettbewerbe von Livigno. Wenn es am Donnerstag um Hundertstel, Positionen und Medaillen geht, ist Leon Ulbricht bereit – für seinen Moment auf der größten Bühne des Wintersports.