Ein Lama auf Abwegen, ein bekiffter Fahrschüler und ein Kind, das dem Einbrecher die Tür öffnet: Auch im Januar gab es wieder jede Menge skurrile Polizeimeldungen aus Stuttgart und der Region. Foto: dpa

Ein Lama auf Abwegen, ein bekiffter Fahrschüler und ein Kind, das dem Einbrecher die Tür öffnet: Auch im Januar gab es wieder jede Menge skurrile Polizeimeldungen aus Stuttgart und der Region.

Stuttgart - Eine Lama auf Abwegen, ein bekiffter Fahrschüler und ein Kleinkind, das die Einbrecher hineinlässt - hier präsentieren wir Ihnen die skurrilsten Polizeimeldungen des Monats Januar aus Stuttgart und der Region.

Herrenberg: Bekifft in der Fahrstunde

Herrenberg: Bekifft setzte sich ein Fahrschüler in Herrenberg (Kreis Böblingen) am 29. Januar ans Steuer - der Fahrlehrer will nichts bemerkt haben. Seinen Führerschein kann der 20-Jährige jetzt erst einmal vergessen.

Wie die Polizei berichtet, war der junge Mann bereits Ende November am Herrenberger Bahnhof kontrolliert worden. Damals hatten die Polizisten in einer Kräutermühle Rückstände von Marihuana gefunden. Ein aufmerksamer Polizist erkannte den 20-Jährigen am Steuer des Fahrschulautos wieder und kontrollierte ihn erneut. Der Fahrschüler musste sich anschließend einer Blutprobe unterziehen, die ergab, dass er unter Einfluss von Cannabis stand.

Die Polizei informierte die Führerscheinstelle über den Vorfall, seinen Lappen wird der junge Mann jetzt aus absehbare Zeit wohl nicht machen dürfen. Außerdem muss er mit einer Anzeige rechnen. Ob der Fahrlehrer ebenfalls belangt wird, ist noch offen. Er will vom Rausch seines Fahrschülers nichts bemerkt haben.

Waiblingen: Lama legt Verkehr lahm

Waiblingen: Ein Lama auf Abwegen beschäftigte die Polizei am 6. Januar: Das Zirkustier war aus seinem Gehege in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) ausgebüxt.

Das Lama nutzte die neue Freiheit und lief zunächst auf die B 14 in Richtung Winnenden, wendete und machte sich dann auf der B 29 auf den Weg in Richtung Schorndorf. Mehrere überraschte Autofahrer riefen die Polizei. Die Polizei musste die Bundesstraßen absperren.

Mehrere Polizisten und Zirkusmitarbeiter konnten das Tier schließlich einfangen.

Sindelfingen: Unbekannte zünden Ampel an

Sindelfingen: Abstruse Idee: In der Nacht auf den 9. Januar kokelten drei junge Männer in Sindelfingen (Kreis Böblingen) eine Ampel an der Leonberger Straße an. Mit erstaunlicher Ausdauer sorgte das Trio mit einem Feuerzeug dafür, dass das Kunststoffgehäuse der Ampel schmolz. Nachdem sie die Ampel endlich in Brand gesteckt hatten, ergriffen die Unbekannten die Flucht.

Als die Polizei wenig später eintraf, stand die Ampel in Flammen und die Feuerwehr musste zum Löschen kommen. Bei dieser völlig unsinnigen Aktion entstand ein Schaden von rund 1000 Euro.

Malmsheim: Bienenstich und Wurst geklaut

Malmsheim: Hungrige Langfinger: Ein paar Stück Bienenstich und eine Packung Wurst erbeutete ein Einbrecher-Trio am frühen Morgen des 11. Januars in Malmsheim (Kreis Böblingen).

Vermutlich waren die unbekannten Täter enttäuscht, dass sie in der Bäckerei an der Bachstraße kein Geld fanden und machten sich dann über die Kühltruhe her. Eine Lieferantin ertappte die Einbrecher, als diese die Bäckerei gerade verlassen wollten. Das Trio nahm Reißaus.

Sindelfingen: Marmelade-Malereien und Senf-Verzierungen

Sindelfingen: Marmelade an der Wand, Senf am Boden: Einen befremdlichen Sinn für Humor hatten unbekannte Einbrecher, die zwischen dem 13. und 15. Januar in eine Kleingartenanlage in Sindelfingen (Kreis Böblingen) einbrachen.

Sie begnügten sich nicht damit, drei Lampen zu stehen, sondern verschmierten Konfitüre an den Wänden von insgesamt 13 Gartenhäuschen, drückten Senftuben auf dem Boden aus und rissen verschiedene Gegenstände herunter.

Dabei verursachten sie einen Schaden von 10.000 Euro.

Schönaich: Zapfhahn im Tank vergessen

Schönaich: Teure Tankfüllung: Ein Autofahrer vergaß am 16. Januar an einer Tankstelle in Schönaich (Kreis Böblingen) den Hahn in der Tanköffnung und fuhr los. Nach wenigen Metern bemerkte er sein Versehen und hielt an. An der Tanksäule entstand dennoch ein Schaden von 3000 Euro.

Weil der Stadt: Zehn Körbe mit Brötchen verloren

Weil der Stadt: Fliegende Backwaren: Zehn Körbe mit frischen Brötchen verlor eine Lieferantin am 19. Januar auf ihrer Fahrt von Weil der Stadt (Kreis Böblingen) zu einer Bäckerei in Pforzheim.

Die Heckklappe ihres Wagens hatte nicht richtig geschlossen. Ob jemand dadurch umsonst zu seinen Samstagsbrötchen kam, ist nicht bekannt.

Ohmden: Vierjährige lässt Dieb ins Haus

Ohmden: Mach auf die Tür: Ein vierjähriges Kind ließ am 26. Januar in Ohmden (Kreis Esslingen) einen Dieb ins Haus.

Wie die Polizei mitteilte, klingelte der unbekannte Täter gegen 12 Uhr an der Haustür. Das Kleinkind drückte im Obergeschoss auf den Türöffner - und ging dann wieder zurück zum Spielen. Wenig später kam ein weiteres Kind der Familie nach Hause und überraschte im Hausflur einen Mann, der daraufhin flüchtete. Anschließend stellte die Familie fest, dass ein Handy fehlte.

Bei den Ermittlungen in der Nachbarschaft erfuhren die Polizisten, dass gegen Mittag zwei junge Männer in der Gegend unterwegs waren, die von Tür zu Tür gingen und bettelten. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang.

Neckartailfingen: Autofahrerin hält sich für schlauer als die Polizei

Neckartailfingen: Für schlauer als die Polizei hielt sich offenbar eine 41-Jährige am 26. Januar in Neckartailfingen (Kreis Esslingen).

Auf der Nürtinger Straße war sie mit ihrem Skoda gegen einen geparkten Audi gekracht, dann aber einfach weitergefahren. Der Besitzer des Audis hatte den lauten Schlag gehört. Als er nach draußen kam, fand er nur sein völlig verschrammtes Auto vor. Allerdings hatte die 41-Jährige bei dem Unfall ihr Kennzeichen verloren. Der Audi-Besitzer rief die Polizei.

Eine halbe Stunde später wurde der Polizei eine weitere Unfallflucht gemeldet. Es war die 41-Jährige, die den von ihr verursachten Unfall als Fahrerflucht von einem mysteriösen Unbekannten tarnen wollte.

Die Beamten kamen der Frau jedoch schnell auf die Schliche. Rasch erkannten die Polizisten auch den Grund für ihren dilettantischen Vertuschungsversuch: Die Frau hatte 1,9 Promille Alkohol im Blut. Ihren Führerschein musste sie noch an Ort und Stelle abgeben. Den entstandenen Schaden schätzt die Polizei auf rund 17.000 Euro.