Ein Betrunkener fährt 20 Kilometer lang ohne Reifen - das ist nur eine von vielen skurrilen Meldungen der Polizei aus dem Monat März. Foto: dpa/Symbolbild

Eine 20-Kilometer-Fahrt ohne Reifen, Bobby Cars als Diebesbeute und ein Fünfjähriger auf Spritztour mit Mamas Auto - auch im März gab es wieder jede Menge skurrile Meldungen der Polizei aus Stuttgart und der Region.

Stuttgart - Eine 20-Kilometer-Fahrt ohne Reifen, Bobby Cars als Diebesbeute, der explosive Fund einer Putzete und ein Fünfjähriger auf Spritztour mit Mamas Auto - hier präsentieren wir Ihnen die skurrilsten Polizeimeldungen des Monats März aus Stuttgart und der Region.

Backnang: Betrunkener fährt 20 Kilometer auf Bremsscheibe

Backnang: Ob das nicht eine etwas ungemütliche Fahrt war? Ein Betrunkener hat am späten Abend des 4. März mit seinem stark beschädigten VW Polo die 20 Kilometer lange Strecke von Backnang bis zum Murrhardter Waldsee (Rems-Murr-Kreis) ohne Reifen zurückgelegt.

Wie die Polizei berichtet, hatte der Mann nach eigenen Angaben in Stuttgart an der Poppenweiler Straße einen Unfall. Diesen regelte er offenbar ohne Polizei und fuhr dann mit seinem Auto, das vorne rechts schwer beschädigt war, in den Rems-Murr-Kreis.

Infolge des Unfallschadens wurde während der Fahrt der vordere rechte Reifen beschädigt, bis dieser auf der B 14 bei Backnang im Bereich der Krähenbachkreuzung luftleer war. Im weiteren Verlauf hatte sich auch noch die Felge gelöst, so dass der Wagen nur noch auf der Bremsscheibe weiterfuhr.

Gegen 23 Uhr fuhr der Mann auf der Bremsscheibe weiter in Richtung Fichtenberg. Die Bremsscheibe schlug inzwischen Funken. Ein aufmerksamer Autofahrer hatte den in Schlangenlinien fahrenden Mann der Polizei gemeldet.

Die Beamten brauchten nur der Kratzspur auf der Fahrbahn zu folgen und konnten den Betrunkenen schließlich bei Murrhardt-Fornsbach auf Höhe des Waldsees anhalten.

Eine Alkoholüberprüfung ergab einen Atemalkoholgehalt von circa 1,5 Promille. Der Mann musste seinen Führerschein abgeben. Auf ihn kommt nun ein Strafverfahren wegen Trunkenheitsfahrt zu.

Ludwigsburg: Diebe erbeuten rote Kinderflitzer

Ludwigsburg: In Ludwigsburg scheint jemand ein Faible für die bekannten roten Kinderflitzer zu haben. Zwei "Bobby Cars" waren die ungewöhnliche Beute unbekannter Täter, die in der Nacht zum 8. März in den Garten eines Kindergartens auf der Ludwigsburger Karlshöhe eingedrungen sind.

Wie die Polizei berichtet, stiegen die Täter über den Zaun. Erst Ende Januar waren in dem Kindergarten bereits schon einmal zwei der roten Kinderflitzer gestohlen worden.

Der Gesamtwert der Beute: 200 Euro.

Göppingen-Faurndau: Räuber mit Plastikpistole

Göppingen-Faurndau: Das hat sich dieser junge Mann vielleicht auch ein bisschen zu einfach vorgestellt. Bewaffnet mit einer Plastikpistole hat ein Räuber am Nachmittag des 8. März in Göppingen-Faurndau versucht, einen Lebensmittelmarkt am Hirschplatz zu überfallen

Wie die Polizei berichtet, zeigten sich zwei Mitarbeiterinnen allerdings davon nicht sehr beeindruckt. Sie schlugen den jungen Mann in die Flucht.

Er rannte in Richtung Hintere Mühlstraße davon.

Steinenbronn: Bei Putzete Handgranate gefunden

Steinenbronn: Wer öfters bei Putzaktionen mitmacht, ist auf ungewöhnliche Fundstücke vorbereitet. Doch damit hatte ein Helfer einer Putzete in Steinenbronn (Kreis Böblingen) am Vormittag des 9. März sicherlich nicht gerechnet: er fand  im Straßengraben der Landesstraße 1208 eine Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg.

Wie die Polizei berichtet, wurde die Landesstraße in beide Richtungen gesperrt. Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes konnten die Granate entschärfen.

Um 12.30 Uhr konnte die Sperrung wieder aufgehoben werden.

Fellbach: In S-Bahn eingeschlafen und bestohlen

Fellbach: Das war ein teurer Sekundenschlaf: Ein 25-Jähriger ist am Vormittag des 10. März in einer S-Bahn der Linie 2 zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Fellbach (Rems-Murr-Kreis) kurz eingeschlafen und während seines Nickerchens bestohlen worden.

Wie die Polizei berichtet, saß der Mann zwischen 9.15 und 9.45 in der S 2. Zwischen Hauptbahnhof und Fellbach schlief er kurz ein.

Als er wieder aufwachte, bemerkte er, dass seine Uhr, sein Handy und sein Geldbeutel geklaut worden waren.

Eislingen: Kompletten Automotor auf der Rückbank transportiert

Eislingen: Kaum ihren Augen trauen wollten Beamte der Verkehrspolizei, als sie am 14. März in Eislingen (Kreis Göppingen) einen 22-Jährigen kontrollierten. Dieser hatte auf der Rückbank seines Peugeot einen kompletten Automotor transportiert.

Wie die Polizei mitteilt, wurde der Wagen wegen eines Unfallschadens an der Stuttgarter Straße angehalten. Die Beamten der Verkehrspolizei staunten nicht schlecht, als sie auf der umgeklappten Rückbank des Kleinwagens einen kompletten Motor vorfanden, der ohne jegliche Sicherung transportiert wurde.

Der 22-jährige Peugeot-Fahrer, der aus dem Raum Sigmaringen kam, hatte hier den Motor gekauft. Bei der genauer Überprüfung stellten die Polizeibeamten fest, dass das Kennzeichen zwar auf einen Peugeot in Sigmaringen zugelassen war, aber dieses Auto einen viel stärkeren Motor haben müsste.

Nach einer eingehender Überprüfung kam dann heraus, dass der 22-Jährige nach einem Motorschaden die Kennzeichen von seinem zugelassenen Auto abgeschraubt und an ein Schrottfahrzeug gleichen Modells geschraubt hatte.

Die Fahrt endete nach dem Besuch eines Gutachters, der dem Schrottfahrzeug absolute Verkehrsunsicherheit bestätigte.

Korb: Herrenloses Lama in den Weinbergen

Korb: Als sehr freiheitsliebend zeigte sich ein Lama, das am Montag des 20. März in den Weinbergen von Korb (Rems-Murr-Kreis) allein umher spazierte. Die Polizei hatte einige Schwierigkeiten, das Tier wieder einzufangen. Vom Halter fehlt bisher jede Spur.

Wie die Polizei berichtet, entdeckte eine Hundehalterin das Tier beim Spazierengehen und rief die Polizei. Den Beamten gelang es aber nicht, das Tier zu bändigen.

Erst als ein Lamahalter aus dem Kreis Esslingen, der in Waiblingen arbeitet und sich mit den Tieren auskennt, hinzugerufen wurde, war die Einfangaktion von Erfolg gekrönt.

Weniger erfolgreich verlief aber die Suche nach dem Besitzer des Tieres. Zunächst hatten die Beamten gedacht, dass Lama sei aus dem Zirkus ausgebüxt, der momentan in Waiblingen gastiert - doch Fehlanzeige: Der Zirkus vermisste kein Lama.

Erst einmal konnte das Andentier bei dem Lamaliebhaber unterkommen, der den Polizisten beim Einfangen geholfen hatte. Das Lama wartet jetzt auf einer Koppel im Schurwald auf seinen Besitzer.

Lauterstein: Fünfjähriger fährt mit Mamas Auto

Lauterstein: Ob ihm das Fahren mit dem Bobby Car zu langweilig war? Ein Fünfjähriger hat am Morgen des 25. März in Lauterstein (Kreis Göppingen) eine Spritztour mit dem Auto seiner Mutter gemacht.

Wie die Polizei mitteilt, war die Mutter kurz zum Bäcker gegangen. Davor hatte sie zwar die Handbremse ihres Opels angezogen, allerdings auch den Zündschlüssel stecken lassen. Offenbar tauschte der Junge seinen Platz auf dem Rücksitz mit dem Fahrersitz und setzte den Opel in Bewegung.

Mit geringer Geschwindigkeit und in Schlangenlinien ging es die Straße Im Heges entlang, bis der Wagen nach rechts von der Straße abkam und gegen eine Gartenmauer stieß. Auch ein zweiter Aufprall gegen eine Mauer konnte den Jungen nicht stoppen.

Im Zickzack kam er mal links, mal rechts von der Straße ab, bis der Wagen schließlich festgefahren stehen blieb. Vom Fahrer waren zunächst nur die Spuren im Schnee zu entdecken, bis sich herausstellte, dass der Flüchtige der Sohn der Autobesitzerin war.

Den Schlüssel hatte er noch bei sich. Der entstandene Schaden beläuft sich glücklicherweise lediglich auf wenige hundert Euro.

Schorndorf-Oberberken: Einbrecher genießt Schnapspralinen

Schorndorf-Oberberken: Seinen Einbruch versüßt hat sich ein Unbekannter am 25. März in Schorndorf-Oberberken (Rems-Murr-Kreis). Der Täter drang in eine Gaststätte ein und vernaschte dort eine Packung Schnapspralinen.

Wie die Polizei meldet, gelangte der Täter in das Lokal an der Wangener Straße, indem er mit einer Zange das Zylinderschloss der Hintertür herausbrach. Er durchwühlte mehrere Schubladen und fand dabei 60 Euro Bargeld.

Anschließend tat er sich im Aufenthaltsraum der Gaststätte an Schnapspralinen gütlich. Die leere Pralinenschachtel nebst einer Sparkasse mit fünf Euro Bargeld hinterließ er vor der aufgebrochenen Tür am Boden.

Esslingen: Vater nimmt Sohn auf der Autohaube mit

Esslingen: Wohl ihren Augen kaum getraut haben Verkehrsteilnehmer am Abend des 27. März in der Barbarossa- und der Seracher Straße in Esslingen. Denn auf der Motorhaube eines vorbeifahrenden Audis lag ein Mann und hielt sich verzweifelt fest.

Wie die Polizei berichtet, riefen die Zeugen sofort die Polizei. Die Beamten fanden heraus, dass es kurz zuvor zwischen einem 55-jährigen Mann und seinem 33-jährigen Sohn zu einem Streit gekommen war. Ohne Erlaubnis hatte daraufhin der Vater den Autoschlüssel vom Auto seines Sohnes genommen und wollte mit dem Audi wegfahren. Der jüngere der beiden Streithähne stellte sich vor das Fahrzeug, um seinen Vater am Wegfahren zu hindern.

Das scherte den 55-Jährigen allerdings nicht und er fuhr trotzdem langsam los. Dabei fiel sein Sohn auf die Motorhaube und klammerte sich dort fest. Der Vater fuhr etwa 200 bis 300 Meter weit, bevor er schließlich anhielt. Der Passagier auf der Motorhaube wurde nicht verletzt. Sein Vater muss nun mit einer Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr rechnen. Ob sich die Beiden nach der stuntreifen Ausfahrt wieder vertragen haben, ist nicht bekannt.

Leinfelden-Echterdingen: Date endet im Abschleppwagen

Leinfelden-Echterdingen: Eigentlich wollte ein 22-Jähriger am Nachmittag des 27. März  nur mit seiner Freundin aus Stuttgart am Flughafen (Kreis Esslingen) spazieren gehen. Dafür war der junge Mann eigens aus dem Kreis Pforzheim mit dem seinem 13 Jahre alten VW Golf angereist. Wenig später war das Auto allerdings von der Polizei aus dem Verkehr gezogen und die Verabredung endete im Abschleppwagen.

Wie die Polizei berichtet, fiel das betragte Fahrzeug einer Streife am Flughafen auf. Bei näherer Betrachtung stellten die Beamten über 20 teils gravierende Mängel fest. Unter anderem lag die Abgasanlage am Benzintank an, wodurch akute Brandgefahr bestand. Zudem waren verbotenerweise Sitze, Lenkrad und Beleuchtungseinrichtungen aus anderen Autos eingebaut worden. Auch die Airbags waren nicht mehr funktionsbereit. Ein herbeigerufener Sachverständiger stufte den Golf als verkehrsunsicher ein. Die Betriebserlaubnis war erloschen. Der VW wurde an Ort und Stelle stillgelegt.

Dem 22-Jährigen blieb nichts anderes übrig, als seinen Golf auf eigene Kosten nach Hause abschleppen zu lassen. Damit endete die Verabredung des Pärchens wenig romantisch im Abschleppwagen. Auf den jungen Mann kommen die Abschlepp- und Sachverständigenkosten sowie ein Bußgeld zu. Alles in allem etwa 1200 Euro.