Kunst im öffentlichen Raum ist ein Geschenk – allerdings eines das Pflege braucht und Kosten verursacht, wie die Eichentische von Magdalena Jetelová vor dem Rottweiler Postamt zeigen.
Besitz verpflichtet, das gilt auch für Kunstwerke, die der Stadt geschenkt oder übereignet werden. Dass dies mitunter mit Kosten und einem gewissen Sanierungsaufwand verbunden ist, zeigt die Holzskulptur vor der Post. Sie ist Teil der Skulpturenmeile entlang der Königstraße und muss nun bereits zum zweiten Mal restauriert werden, wie Marco Schaffert, Fachbereichsleiter Kultur, Jugend und Sport, in einer der Ausschusssitzungen erklärte.
Peter Schellenberg hatte sich in der Sitzung erkundigt, wie es denn um den Erhaltungsaufwand der Kunstobjekte steht. Ob Schenkungen und/oder Übertragungen der Dauerleihgaben die Stadt beim Thema Restaurierung in die Pflicht nähmen. „Da geht es ja ums drum kümmern“, meinte er.
Oberbürgermeister Christian Ruf erzählte, dass die Stadt jüngst die Skulptur von Armin Göhringer auf dem Kreisverkehr vor dem Allgäustüble übereignet bekommen habe. Allerdings komme es auch vor, „dass wir Schenkungen ablehnen“.
Kunst von großer Qualität
Vorrangig seien es Künstler aus der Region oder der Stadt, die man aufnehme. Oder eben jene von großer künstlerischer Qualität, wie die Eichentische von Magdalena Jetelová. Diese stehen seit 1996 vor der Post. Immer wieder müssen die überdimensionierten Tische, die hinten stehen und vorne kopfüber ins Gras geknickt zu sein scheinen, restauriert werden. 2014 war das bereist in größerem Stil der Fall. 2024 wurden Teile ersetzt und der schwarze Anstrich erneuert. Nun müssen wieder die Handwerker ran, wie Schaffert in der Ausschusssitzung erklärte.
Die beiden Tische, eine Schenkung der tschechischen und bei Köln lebenden Künstlerin, waren bevor sie Teil des Rottweiler Stadtbilds wurden, in Leeds ausgestellt. Dem guten Kontakt zum Rottweiler Künstler Jürgen Knubben ist es zu verdanken, dass die Skulptur ihren Weg nach Rottweil fand. Die Geschichte dazu klingt ein wenig skurril.
Eine skurrile Geschichte
Wie Knubben unserer Zeitung vor ein paar Jahren erzähle, hatte Jetelová ihre Eichentische – 14 Tonnen Eichenholz, zehn Meter lang, 3,80 Meter hoch und 2,85 Meter breit – einfach so mit dem Lastzug in Richtung Rottweil geschickt und Knubben nur kurz darüber informiert, dass da was unterwegs ist. Sogar den Transport hatte sie bezahlt.
Allerdings musste erst noch ein Standort gefunden werden, weshalb die Tische zunächst zwischengelagert wurden. Die Überführung an den heutigen Standort war indes nicht ganz billig, weshalb sich Stadt und Forum Kunst die Kosten damals teilten.
Wie teuer die Sanierung der beiden riesigen Holztische kommt und wie das Kunstwerk gesichert werden kann, das wird derzeit noch ermittelt, heißt es auf Nachfrage aus dem Kulturamt. Ein Absperrung solle in der Zwischenzeit dafür sorgen, dass nicht etwa Kinder auf die maroden Holzplanken klettern, wie Schaffert in der Sitzung ergänzte.